Meine Kinofilme des Jahres 2014

Was müssen meine trüben Augen sehen – die Kinobesuchsstatistik ist erneut zum Grausen niedrig! Viel zu wenige Gänge ins Lichtspielhaus stehen auf der Habenseite, da will umso genauer geprüft werden, was ich als Favoritenschar des Jahres aufliste (und weshalb). Genug der Worte, legen wir los:

Die Enttäuschungen: 

  • “Winter’s Tale”: Vermutlich als Liebesgeschichte angelegt, verfährt sich der Film in buchstäblich überirdischen Konflikten. Wohin es tatsächlich gehen sollte, wussten am Ende vermutlich weder Regisseur noch die Schauspieler.
  • “The Expendables 3″: Die Schnittparade alter Herren ist noch nicht einmal witzig, wenn man glaubt, dass “Spasskasse” das Wortspiel schlechthin sei. Für einen vierten Teil müsste das Catering dann einfach nur noch aus Botox-Spritzbesteck bestehen, I guess.
  • “Transcendence”: Geht es auch eine technologiepessimistische Nummer kleiner? Nein? Gut. Dann dreht eben einen zweiten Teil. Und transzendiert rüber in das stillgelegte Einkaufszentrum.

Die Freuden:

  • “The Grand Budapest Hotel”: Es heißt, die wirklich großen Regisseure drehen im Grunde immer denselben Film. Ich bilde mir ein, dass über John Carpenter gelesen zu haben. Vermutlich könnte man das auch über Terrence Malick sagen. Oh, lehnt sich da jemand aus dem Fenster? Ich, ich! Zurück zum Thema: Erneut schafft es Wes A. mit seiner unverwechselbaren Handschrift einen grandios-unterhaltsamen, tragikkomischen Film zu erschaffen. Das Ensemble voller üblicher Verdächtiger, die Kamerahandschrift höchst typisch und die Irrungen sowie Wirrungen amüsant wie Furzen in der Sauna. Ist das nicht ein herrlicher Vergleich. Irgendwie schon.
  • “The Secret Life of Walter Mitty”: Mein Guilty Pleasure 2014. Psst: der Soundtrack! DER SOUNDTRACK!
  • “Edge of Tomorrow”: Ja, ja, natürlich kann man auch zum japanischen Roman greifen, aber auch diese Adaption, die angeblich an den Kassen absoff und für die Heimauswertung extra umbenannt werden musste, stellte mich zufrieden. Vermutlich weil – unabhängig von der Gefahrenlage im Film – in vielen Zusehern dieser Wunsch vorhanden ist, bestimmte Stationen ihres Lebens immer wieder ablaufen zu lassen…bis sie vermeintlich passen. Aber am Ende kommt dann doch wieder alles anders. Schöne Schauwerte, handfeste Action und ein Cruise, der akzeptabel daherkommt.
  • “Wie der Wind sich hebt”: Hochklassige Animekost ist selten in deutschen Kinos zu finden. Wenn es denn also schon einmal ein solches Ausnahmeprodukt in die Lichtspielhäuser schafft, kann man auf mich zählen – und die Freude war riesig, einen großartigen Film vor die Nase gesetzt zu bekommen. Einfühlsam, bewegend und seltsam visionär.
  • “The Raid 2″: Action, bis der … Moment! Es kommt ja eben keiner! Es kommen nur noch mehr Menschen, die sich die Fresse polieren, abstechen, abschießen und die Gelenke verdrehen lassen. Und wenn man denkt, dass dies schon das komplette Material an Leuten war, kommen 50 weitere um die Ecke. Was der Cast – allen voran Iko Uwais – hier abliefern, lässt Kinnladen gen Boden sinken und wie es Regisseur Evans schafft, das alles bei dem vorliegenden Budget zusammenzuhalten, kann ich mir auch nicht so recht erklären.
  • “Guardians of the Galaxy”: Mehr Popcorn-Kino war 2014 nicht möglich – der Film hat das komplette Programm: Kecke Helden und Heldinnen (wider Willen und zusammenraufend), sinistre-übertriebene Schurken, visuell beeindruckendes World Building, einen satten Soundtrack und ein Script, das nie den Humor vergisst. Und Querverweise. Oh mein Gott, so unendlich viele davon.
  • “The Babadook”: Für mich der Horrorfilm des Jahres – hervorragendes Spiel, feist-fürchterliches Sound-Design und das beste Requisit (das “Kinderbuch”) des Filmjahres haben mich restlos überzeugt.
  • “What We Do in the Shadows”: Gleich unter meinem Horrorfilm 2014 eine Horrorkomödie? Ja, ich habe bei dieser herzlich gelacht. Die Geschichte rund um eine Vampir-WG bietet zahlreiche Momente, die einen wünschen lassen, dass auch nur eine von den zahllosen, unnützen Doku-Soaps einmal so wäre.

PS: Die Filmpassage in München ist dicht. Habt Ihr jetzt von Euren Sky-Abos.

 

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

Filmsichtung “Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere”

Das war es dann also? Nach 15 Jahren müssen wir wohl Abschied nehmen von Mittelerde. Und was das bedeutet, weiß man, wenn man auf die ganzen müden Versuche blickt, die es wagten an den Fantasy-Boom, den HdR im Kino auslöste anzuknüpfen. Es waren maue, wenig inspirierte Abziehbilder unpersönlicher Renderbanken. Doch stellen wir uns der Realität: Zum letzten Mal lädt uns Peter Jackson auf ein Tänzchen ein – und was für eines! Erneut lässt er riesenhafte Schlachtengemälde noch und nöcher auffahren, führt uns labyrinthhaft mittels schwindelerregenden Kamerafahrten durch Architekturen und verweilt in den rechten Augenblicken auf den Gesichtern seiner SchauspielerInnen. Es fällt schwer zu glauben, dass das Erbe JRR Tolkiens in den nächsten Jahren nicht doch noch einmal angezapft werden wird – zu verführerisch (weil ausführlich-ausgearbeitet) ist die literarische Vorlage. Doch ob eine weitere gegen den jetzt endgültig etablierten Mittelerde-Neuseeland-Look zweier Trilogien ankommt, bleibt abzuwarten. Auf einen Versuch käme es an.

Getaggt mit , , , , , , , , , , ,

BluRay-Sichtung “Leviathan”

Endlich nachgeholt! Wenn Aliens und The Thing sich unter Wasser treffen, kommt ein “Leviathan” bei raus! Aufgepasst! Fast schafft es sogar der letzte (und einzige) Schwarze zu überleben. Der mexikanischstämmige Mann hat nicht so viel Glück. Ach, und Peter W. schlägt am Ende noch eine Frau nieder. Damit die weiß, wo ihr Platz ist. Gut so. Nur so lernen es die Karriereweiber.

Getaggt mit , , , , , , ,

Streaming-Sichtung “Creature”

Yeah, halb Mann, halb Alligator…im Sumpf! Gegen einen … SCHWARZEN (und doch noch ein paar anderen Kerls und Mädels), aber nochmal…einen SCHWARZEN! Und ER rettet eine weiße Frau! Gut, mein Egalitisten-Herz hätte natürlich einmal eine SCHWARZE Frau, die einen weißen Mann…eine schwarz-asiastischen Linkshänder mit Schreibschwäche und Holzprothese als Arm mit autistischen Zügen? Einen. ARGH! Es hat mein Bein! INZUCHT im Süden! THE OLD WAY! Spinnenbiss. Um drei Uhr schaltete ich den TV aus.

Getaggt mit , , , , , , ,

Filmsichtung “Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 1″

In der Rückschau wird es wohl dieser Teil der Hunger-Spiele-Filme sein, dem man den wenigsten Druck unterstellt. Zugegeben, er lässt es verhältnismäßig ruhig angehen, aber vermutlich braucht es diese “Ruhe vor derm Sturm”, um dann noch einmal mächtig aufzudrehen. Was mir an Mockingjay 1 gut gefiel, ist der “Blick hinter die politische Kulisse”. Zu keinem Zeitpunkt steht außer Frage für die Führer der Rebellion, dass man aufreizende, gesteigert-leidvolle Propaganda einsetzen muss, um zum Kampf gegen das Kapitol aufzurufen. Und genau hier haben die Köpfe hinter dem Stoff jedoch auch geschlafen – die “gute” Seite hat in diesem Film die Wahrheit auf ihrer Seite, da ist es nur natürlich einfach, schwarz-weiß zu denken: die Bomber des Kapitols greifen TATSÄCHLICH das provisorisch-eingerichtete Krankenhaus der Rebellen an – d.h. sie nehmen bewußt die Schwachen ins Visier, um zu bestrafen. Hier “muss nichts erfunden”, sondern lediglich durch Bild und Ton “verstärkt” werden. Viel spannender wäre es gewesen zu sehen, wie z.B. der Spotttölpel mit notwendigen Tatsachenverdrehungen umgeht, wie sie damit zurecht kommt, für das “Gerechte” zu fälschen, zu lügen und zu manipulieren. Immerhin kann im Gesicht der Hauptdarstellerin das Unwohlsein ablesen, wenn ihr die emotionalen Bilder ihres selbst aus dem Kampf gezeigt werden. Schauen wir doch mal, wie es weitergeht.

Getaggt mit , , , , , , ,

Hörspiellauschung “M. R. James – Verlorene Herzen”

“Nach dem Tod seiner Eltern kommt der Junge Steven in die Obhut des exzentrischen Mr Abney. Sein neues Heim ist ein altes, verwahrlostes Herrenhaus auf dem Land. Eines Tages macht Steven beim Spielen einen Fund, der alles verändert.” (Quelle)

Ach, mit Kindern tut er sich schwer, der Inderst, auch hier zertrümmern alberne Fistelstimmen die angenehm-gruselige Grundstimmung immer wieder. Sonst: Feine 60 Minuten.

Getaggt mit , , , , ,

Hörspiel gelauscht “H.P. Lovecraft – Pickman’s Model”

Ja, was soll man sagen? Ich und HPL sind einfach tighte Grusel-Homies.

“Henry Thurber ist mit der U-Bahn auf dem Weg zu einem befreundeten Künstler namens Richard Pickman, um sich dort dessen neueste Werke anzusehen. Pickmans Werke sind aufs höchste umstritten, zeigen sie doch abscheuliche Szenen einer widerwärtig dunklen Phantasie. Mit unglaublicher Detailtreue gelingt es ihm, Wesen aus der Dunkelheit auf seine Bilder zu bannen, dass man beinahe glauben möchte, sie seien real. Und vielleicht sind sie das auch?” (Quelle)

Tolle 30 Minuten.

Getaggt mit , ,

Ju-Jutsu-Trainingsinhalte

Diesmal im Programm:

- Prüfungsvorbereitung Grüngurt: Schwerpunkt Weiterführungen & Gegentechniken sowie Stockabwehr.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.