Lektüre beendet: “Operation Paperclip. The Secret Intelligence Program to Bring Nazi Scientists to America” (Annie Jacobsen)

“In the chaos following World War II, the U.S. government faced many difficult decisions, including what to do with the Third Reich’s scientific minds. These were the brains behind the Nazis’ once-indomitable war machine. So began Operation Paperclip, a decades-long, covert project to bring Hitler’s scientists and their families to the United States. Many of these men were accused of war crimes, and others had stood trial at Nuremberg; one was convicted of mass murder and slavery. They were also directly responsible for major advances in rocketry, medical treatments, and the U.S. space program. Was Operation Paperclip a moral outrage, or did it help America win the Cold War?” (Quelle)

Konservative, Freunde von Realpolitik und Gesinnungsethiker bekommen ebensolche Sorgenfalten auf der Stirn wie ihre politischen Gegenparte: Während das Schlechte, Uneinsichtige und Karrieristische im Menschen nach der Lektüre abschreckt (Geheime US-Kommandoaktionen, um Naziforscher und deren Ergebnisse in die eigene Agenda im Kalten Krieg einzubinden), taucht an jeder Ecke die Frage auf, ob die Paranoia zu Alternativlosigkeit trieb? Stalin stand bereits in jedem US-Wohnzimmer – da greift man schon gerne einmal auf Giftgaserfindungen aus toitschen Landen zurück! Eines steht fest: Die Frage, die in diesem Buch immer wieder gestellt wird, kann klar beantwortet werden: Nein, nicht jeder bekommt das, was er verdient.

Angespielt: Hopeless: The Dark Cave

PLATTFORM: iPad, iPhone / SPRACHE: Englisch / WO: im App Store

Neulich sah ich einen Vine-Clip. In diesem freute sich ein Mann über Kinderlachen aus der Ferne tagsüber, während ihm dasselbe Lachen nachts augenscheinlich schrecklich unangenehm war. Obwohl lustig verpackt, weist das Video doch auf unsere Kollektivfurcht vor dem Dunkeln hin. Das macht sich Hopeless: The Dark Cave zunutze.

Als kleiner gelber Blob sitzt Ihr in der spärlich beleuchteten Mitte des Screens und habt eine Waffe zur Hand. Eure Aufgabe ist es, innerhalb von Sekundenbruchteilen zu entscheiden, ob sich im Dunkeln ein Freund, sprich ein anderer Blob oder ein fieses Monster an Euch heranschleicht. Glaubt Ihr, es handle sich um Letzteres, löst Ihr per Fingerdruck einen Schuss aus – keine Sorge, Ihr trefft immer. Das Problem beginnt dann, wenn Ihr einen von Euch netten Blob-Kerlen abknallt.

Denn dann verbaut Ihr Euch den Weg zu einer höheren Punktzahl, was wiederum dazu führt, dass Ihr Euch keine Power-Ups leisten könnt. Geht die Action erst einmal richtig los, sind Fehlurteile übrigens keine Seltenheit – äußerste Konzentration ist gefragt. Daher empfehlen wir den Titel für eher kurze Spielsessions.

Angespielt: Star Wars: Knight of the Old Republic

Star Wars: Knight of the Old Republic hat ziemlich genau zehn Jahre auf dem Buckel. Für Microsofts erste Xbox war das Bioware-Spiel, das als Rollenspiel-Klassiker gilt, ein sattes Kaufargument – und zum Glück hat man sich entschieden, frei nach Adenauer, keine Experimente zu wagen.

Im Grunde ist der Titel derselbe geblieben. Viertausend Jahre vor den Ereignissen des bekannten Film-Star-Wars-Universums geht es arg zu: Es herrscht Krieg zwischen Jedi-Rittern und den Reihen der  Sith. Und in genau diese (übrigens nur englischsprachige) Welt wird der Spieler nach der Charaktererstellung hineingeworfen.

Die Steuerung ist etwas eigen, aber man gewöhnt sich schnell daran. Angesichts der altbackenen Optik wird man sich zwar die Augen leidvoll reiben, aber schon seiner Zeit war der Titel kein Eye-Candy. Spieler können sich auf die vielen Gefährten freuen, die sie auf ihrer Reise begleiten und den pseudo-moralischen Problemen, die auf sie zukommen.

Bei den Kämpfen greift das D&D-Regelwerk: Das Tempo der Kämpfe reicht von actionlastig bis betont strategisch. Insgesamt ist Star Wars: Knights of the Old Republic somit ein fantastisches Gesamtpaket.