D for Defense – im Basketball läuft ohne sie nichts!

Ein gekonnter Cross-Over, ein No-Look-Pass und ein krachender 540°-Dunk machen derbst Spaß, keine Frage – ein strukturell sinn- und wirkungsvolles Verteidigungsspiel aufzubauen, klingt da schon „etwas weniger spannend“. Am Ende allerdings zählt jeder nicht zugelassene Treffer doppelt: Eine funktionierende „D“ ist wie weniger die Butter AUF dem Brot als das Brot selbst. Es mag nicht jedem schmecken, aber es macht satt.

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Kein Angreifer weit und breit? Hier wurde offensichtlich gut verteidigt!

Eine gute Verteidigung lässt nur wenige Korbleger oder offene Würfe zu, sie verhindert zudem Zweitwürfe und diktiert, wann Fouls taktisch klug einzusetzen sind. Verteidigung erzwingt eine funktionierende Kommunikation im Team – sie ist eine Konstante, die unabhängig vom Angriffserfolg greifen muss.

Das Verteidigungsspiel heißt nicht umsonst so: Es muss ebenso aktiv „gespielt“, also betrieben werden wie eine gute Offense. Gute Coaches wissen das und lassen die Defense als selbstverständlichen Trainingsteil mittrainieren. Sehr gute Coaches sind noch ein Stückchen cleverer und zeigen ihren Schützlingen, dass das variantenreich geschehen und somit Spaß machen kann.

Im 43 Basketball Camp hat man die Bedeutsamkeit einer zupackenden Verteidigung natürlich immer auf dem Radar. Entsprechend werden Campteilnehmer geschult. So entwickeln sich Stück für Stück das Bewusstsein und die Technik dafür, was heißt, ein richtig guter Verteidiger zu werden.

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Bereits Tag eins der Defense-Station wird die Camper mit der wichtigsten Übung des ganzen Camps vertraut machen: die Mass-Defense. Was das ist? Dabei stellen sich die Camper mit etwas Abstand zueinander gestaffelt auf und führen zusammen auf Kommando gewisse Bewegungen durch. Diese so eingeschliffene Motorik wird später auf dem Spielfeld essentieller Teil des Verteidigungsspiels sein. Jeden Tag wird eine oder mehrere neue Bewegungen hinzugefügt. Und damit auch mal kräftig geschwitzt wird, lernen die Camper den Figure 4 Drill kennen: Sprint bis zur Mittellinie, Slides diagonal zur Ecke und Slides seitlich zum Brett! Ihr werdet es hassen lieben…wirklich.

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Natürlich wissen hier alle, um was es sich bei einem Close-Out handelt! Oder? Wissen wir doch? Na, nur zur Sicherheit: „Sehr viele erfolgreiche Korbaktionen ereignen sich, wenn der Verteidiger im Augenblick des Ballerhalts relativ weit vom Angreifer entfernt ist. Beim Versuch, den Abstand zu verringern, sind viele Verteidiger extrem anfällig für jede noch so schlechte kleine Finte, weil sie sich viel zu schnell und mit viel zu langen Schritten nähern.“ (Quelle) 43 Camper lernen widmen sich sauberen Close-Outs an Tag 2.

Der Trainingsaufbau ist hier so einfach wie wirkungsvoll: Die Campteilnehmer sprinten unter dem Korb nacheinander zu sechs um die Dreierlinie aufgestellte Hütchen, um dort ein Close-Out durchzuführen. Gesteigert wird die Übung, indem sich ein Coach oder Camper an eine der sechs Positionen stellt, einen Wurf nimmt und die Camper vom Close-Out direkt ins Box-Out übergehen müssen,  um den Rebound holen. Im Endstadium dürfen die Offensivspieler dann nicht nur den Wurf nehmen, sondern ebenso zum Korb ziehen. Hat hier jemand 1:1 gesagt? Oh ja, Baby!

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Ohne Defense ist Land unter!

Buchbesprechung „Verteidigung“ (John Grisham)

Denkt man an juristische Krimikost, denkt man an John Grisham. Kein Wunder – nach 23 Romanen hat sich der ehemalige Rechtsanwalt Grisham längst in die Herzen der Genrefans geschrieben. Jetzt meldet er sich mit seinem neuesten Werk „Verteidigung“ zurück.

Die eigene Vita beschäftigt den Erfolgsautoren Grisham offensichtlich. Nur so ist es wohl zu erklären, dass in seinem neuen Roman „Verteidigung“ erneut ein Anwalt im Mittelpunkt des Geschehens steht. Diesmal geht es um David Zinc, der seit fünf Jahren als Anwalt bei Rogan Rothberg, einer der renommiertesten Kanzleien im Großraum Chicagos, arbeitet. Doch der Job fordert seinen Tribut – vom permanenten Arbeitsdruck entkräftet, bewirbt er sich bei Finley & Figg, einem Zweimannbetrieb, der seine Fixkosten durch Prozesse rund um Verkehrsunfällen und ähnliche Kleinstdelikte einholt. Dass die sprichwörtliche Not allerdings tatsächlich erfinderisch macht, erlebt David dort aus erster Hand – Einfallsreichtum und geschickte Winkelzüge sind das gut geölte Handwerkszeug der kleinen Firma.

Dann jedoch geschieht etwas, was das Leben der Anwälte auf den Kopf stellen könnte. Wally Figg zieht einen Riesenfisch in Form einer Klage gegen einen Pharmakonzern, der ein Medikament trotz möglicherweise tödlicher Nebenwirkungen nicht vom Markt nehmen möchte, an Land. Begeistert machen sich die Partner ans Werk, bis David erkennt, dass Finley & Figg die nötige Kompetenz für einen Prozess jener Größenordnung fehlt.

In „Verteidigung“ steht „die Pharmaindustrie“ als Synonym kapitalgeiler Kaltherzigkeit am Pranger – ein durchaus lohnender Antagonist, ein Schelm, wer jetzt an John le Carrés „Der ewige Gärtner“ oder „Die letzte Flucht“ von Wolfgang Schorlau denkt. John Grisham, hinter dessen Autorennamen die beeindruckende Erfolgsbilanz von über 250 Millionen gedruckten Romanen und 10 Filmadaptionen seiner Stoffe stehen, erschafft erneut eine packende Story. Konsequent und routiniert erzählt er seine Lieblingsgeschichte – die eines Individuums, das an das System glaubt, aber gleichzeitig von dessen Auswüchsen bedroht wird. Wie so oft, gelingt Grisham damit auch diesmal ein unterhaltsamer und spannender Pageturner.