Hörspiel beendet „Fangista, Borosti Asa!“

„Da fliegt das Raumschiff ALLHANSA 1 durch den Weltraum. Nichts Besonderes. Zwei Frauen sind an Bord und drei Männer. Auch nichts Ungewöhnliches. Aber dann, nach zehn Jahren Flug, ist die Besatzung plötzlich in heller Aufregung: sie haben einen bisher unbekannten Stern entdeckt. Und nun wartet eine Überraschung nach der anderen auf die fünf. Der Stern ist nicht nur bewohnt, er hat verblüffende Ähnlichkeiten mit der alten Erde – allerdings ist er ihr 100 Jahre voraus, was die Raumfahrer nach ihrer Landung dort immer wieder völlig durcheinanderbringt. „Fangista, Borosti Asa“ ist aber keine düstere Sciencefiction-Zukunftsvision, es dominieren die heiteren, komischen, ironischen Szenen. Und als die Frage ansteht: Hierbleiben oder zurück zur Erde, wäre es beinahe zu einer ganz knappen Entscheidung gekommen, wenn nicht – ja, wenn nicht ein überraschender Schluß eine Entscheidung gegenstandslos gemacht hätte.“ (Quelle)

Autor: Ekkes Frank
Produktion: SDR 1986, 55 Min. (Stereo) – Originalhörspiel dt.
Genre: Science Fiction
Regie: Andreas Weber-Schäfer

Schade! Das hätte noch eine ganz andere Wendung nehmen können. Aus zuckersüß hätte ein bitter-hart werden können mit Druck und Dreck. Naja, so bleibt immerhin ein feines Geplänkel und eine Vorstellung davon, wie man sich in den 1980er so SciFi-Talk unter Menschen eben vorstellte (DA! DIE RUSSEN!).

No. Man’s. Sky.

Auf No Man’s Sky habe ich lange gewartet. Allerdings nicht in einem pathologischen Zustand – die Tatsache, dass besonders gestrickte Zeitgenossen sich ereiferten, Todesdrohungen an das Entwicklerteam zu senden, da dieses den ursprünglichen Releasetermin nicht halten konnte, beschämt mich zutiefst und lässt mich immer wieder davor zurückschrecken, offen und ehrlich zu sagen: Ich zähle mich zu dieser SpielerInnen-Gemeinschaft hinzu. Nein, mit solchen Subjekten möchte ich nicht in einen Topf geworfen oder gemein gemacht werden.

Machen das – um einen Vergleich zu finden – eigentlich Hörer klassischer Musik auch? Zum Beispiel, wenn Jonas Kaufmann verlautbaren lässt, dass es knapp wird mit Nessun Dorma? „Ey, isch töte Disch und Dyne Famili! Isch steck Disch durch Klawirsyte!!!“ Zu dreist? Zu plakativ? Nein, liebe SpielerInnen, macht die Augen auf, DAS sind nach wie vor die Assoziationen, die geweckt werden, wenn „Gamer“ plötzlich zu Aktivisten werden und dabei moralisch schneller verkümmern als Bonobo-Affen vor sich hin rammeln.

Ich habe also lange auf den SciFi-Titel gewartet. Gut, das machen andere auch. Manche wiederum warteten zum Beispiel lange auf Suicid Squad oder Batman v Superman und fühlen sich nun doppelt betrogen: Wo ist dieser Synder und was kann ich ihm antun? Der Mensch, so scheint es offenkundig, ist kein Tier. Dazu fehlt ihm der Geist. Unnachgiebig ereifern sich die Legionen von Moccacino-Aktivisten, Bartöl-Weltbürger und Minisegway-Dozenten.

Sie fühlen sich um ihre eskapistische Erlebniswelt betrogen und merken nicht, dass sie schon längst in ihrem eigenen Sarkasmus zu ersaufen drohen, den Industrie und Marketing nur für sie eigens konzipiert, angerührt und wie dickflüssigen Kot über sie ergosssen hat. Und sie wälzen sich allzu gerne darin und lieben die kleinen Bröckchen, die sie finden, welche sie für den kulturellen Trüffel halten, den sie durch ihre drittklassige Pop-Hermeneutik glauben, freigelegt zu haben. Ich habe lange auf  No Man’s Sky gewartet.

Unaufgeregt, allerdings nicht ohne eine geweise Heiligkeit im Tun, legte ich schließlich die Disc ein, installierte die Updates und begann meine Geschichte, die nicht sonderlich von der Normans abweicht. Und Normans Geschichte dürfte – mit der Macht der großen Zahl gesprochen – wiederum nicht sonderlich von vielen anderen galaktischen Ausflügen abweichen. Isolation. Einsamkeit. Ein Aufsichselbstgeworfenwerden. Ein Zurückgelassenwordensein.

Trotz der Schiffe, die immer wieder am Horizont herumkreisen und gerade deshalb – wie ein paar Scheibenwischer in Aktion – sich nie näherkommen, sich gerade weit genug entfernt voneinander befinden, um durch das Gebrüll des Seins und der Sterne nicht zu verstehen, was der jeweils andere möchte, wohin er will und was er sich davon erhofft. Irgendwann, so meine ich, wird der Sprit ausgehen, das Raumschiff an einem Bergrücken zerschellen. Irgendwo erlischt in den Rechnerketten eine 1 oder eine 0. Wer erinnert sich an diesen Raumfahrer? Ich. Ich sah ihn.

No Man’s Sky benötigt kein No Man’s. Es ist Sky. Es ist das, was man Ende übrig bleibt. Das, was man selbst daraus macht. Der horror vacui ist nicht da draußen. Nicht in diesem Spiel. Er ist in uns selbst. Und er ist viel schrecklicher als wir dachten.

Hörspiel beendet „Die lautlose Invasion“

Ironie der Entwicklung: die umfassende Verschmutzung der Erde führt dazu, dass der Planet für ausserirdische Lebewesen, die Plasmoiden, zu einer idealen Lebenswelt würde. Allerdings würden die Menschen dabei nur stören. Der Schriftsteller Friedrich F. Wolberts sendet im Radio ein authentisches Gespräch zwischen zwei Plasmoiden. Die Übernahme der Erde scheint kurz bevorzustehen. (Quelle)

Autor: Lothar Streblow
Produktion: SDR 1985 59 Min. (Stereo) – Originalhörspiel dt.
Regisseur: Andreas Weber-Schäfer

Großartiges Hörspiel mit Charme und einer tollen SprecherInnenbesetzung.

DVD-Sichtung „Doctor Who: The Sun Makers“

The Sun Makers is the fourth serial of the 15th season in the British science fiction television series Doctor Who, which was first broadcast in four weekly parts from 26 November to 17 December 1977.“ (Quelle)

Power to the people! Oder so. Alle von der Steuererklärung gefrusteten Doctor-Who-Seher werden hier ihr Utopia finden. Und diese Idee MUSS weit tragen, denn die Szenerie ist eine reichlich öde. Fast hat man das Gefühl, man hätte aufgrund eines Studiobrandes einfach in den Bürofluren und -räumlichkeiten der BBC drehen müssen.

Doctor Who: No. Don’t kill him. He hasn’t done you any harm.

Leela: Then I shall kill him before he does!

Ach, Leela. Wirst mir fehlen. 🙂

DVD-Sichtung „Doctor Who: Horror of Fang Rock“

Horror of Fang Rock is the first serial of the 15th season in the British science fiction television series Doctor Who, which was first broadcast in four weekly parts from 3 September to 24 September 1977.“ (Quelle)

Wenn man in den DVD-Extras erfährt, wie schnell die Folge abgedreht werden musste und wie sehr Tom Baker das Skript hasste, wirkt es umso erstaunlicher, dass mit Fang Rock so ein atmosphärischer Vierteiler erschien. Wobei et entre nous: Das Ding hätte man auch in zwei Teilen erzählen können. Ehrlich.

Aber meine Schwäche für Lighthouses…okay…voll erwischt!

DVD-Sichtung „Doctor Who – The Talons of Weng-Chiang“

„The Talons of Weng-Chiang is the sixth and final serial of the 14th season of the British science fiction television series Doctor Who, which was first broadcast in six weekly parts from 26 February to 2 April 1977.“ (Quelle)

RassismusMän1977 hat Sie als Freund hinzugefügt. Zu schade.

Schneidet man sich die kognitive Ecke im Hirn heraus, welche den hyperoffensichtlichen und dreistbeleidigenden Rassismus dieser Who-Folge begleit, dominiert, hat man es mit einer der besten Who-Folgen zu tun, die mir bisher unterkamen. Die sechs Folgen wirken zu keinem Zeitpunkt unnötig gestreckt, das Casting ist die Bombe und das Cross-Over Holmes/Who is absolut on-point und bietet zudem genug Lacher zur Entspannung.