Lektüre abgeschlossen „Christoph Butterwegge/ Bettina Lösch/ Ralf Ptak (Hg.): Neoliberalismus. Analysen und Alternativen. Wiesbaden, 2008.“

Die Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Dr. Bettina Lösch und Dr. Ralf Ptak legen mit der Publikation “ Neoliberalismus. Analysen und Alternativen“ erstmals unterschiedlich Ansätze der Neoliberalismusforschung im deutschsprachigen Raum vor. Damit gelingt ihnen das schwierige Unterfangen, verschiedene Sichtweisen und Perspektiven auf den Forschungsgegenstand zusammen zu führen, zu bündeln und leserfreundlich aufzubereiten.

21 Beiträge lang beschäftigen sich AutorInnen unterschiedlicher Fachrichtungen mit bedeutsamen Fragestellungen des „neoliberalen Projekts“, den Zusammenhängen seiner Wirkmacht, der widerspruchsvollen Agenda des Staates und den Voraussetzungen und Ansätzen für einen postneoliberalen Diskurs. Diese Untersuchung kann zweifelsohne dazu beitragen, die Diskussion um Alternativen auf einer fundierten Grundlage fortzuentwickeln, denn es gilt besonders hervorzuheben, dass eine sinnvolle Verknüpfung von theoretischem Erkenntnisgewinn mit Vorschlägen zur praktischen Umsetzung stattfindet.

Die durchaus positiven Besprechungen in der Fachpresse runden den guten Gesamteindruck daher nur folgerichtig ab. Das Buch richtet sich sowohl an ein wissenschaftliches Publikum wie auch an LeserInnen, die den Begriff des Neoliberalismus durchdringen wollen, um Orientierung und Handlungsfähigkeit für die gesellschaftliche Praxis zu erlangen. Dabei legen die Autoren den Suchenden mit dieser Analyse, in deren Zentrum die theoretische Verortung des neoliberalen Projekts, der Doppelcharakter des neoliberalen Staates und Alternativen für eine postneoliberale Gesellschaftsordnung stehen, ein exzellentes Werk in die Hände.

Doppelhörspiel-Lauschung „Jonas. Nur Jonas. Und Sam.“

Die Abenteuer von Jonas, dem Detektiv aus Babylon, und seinem vorlauten Computer Sam in den Folgen „Comeback“ und „Abgesang“. Die beiden Teile sind die Fortsetzung und der Abschluss der bekannten Hörspiel-Serie „Der letzte Detektiv“ , eine der erfolgreichsten Hörspielserien des Bayerischen Rundfunk. (…) Wie kam es nun zu den neuen Folgen? Wir empfanden das damalige abrupte Ende der Serie als künstlerische Kastration. Helden wie Jonas sterben nicht solchen Tod, ganz sicher nicht. Insofern war es unsere künstlerische Verpflichtung, der Serie ein würdiges und angemessenes Ende zu geben.“ (Quelle)

Ja, was soll ich sagen? Der letzte Detektiv Babylons ist eine meine Lieblingshörspiel-Erinnerungen. Autor Koser ist ein Ass, die Sprecher ebenso. Ich frage mich, wie es mir entgangen sein konnte, dass hier noch zwei weitere Folgen aufgetaucht sind? Wie dem auch sei, beide sind wunderbar – wunderbar produziert, wunderbar melancholisch. Das Ende – zum Heulen schön, ohne zu kitschig zu sein. Konsequent zudem. Das ist nicht die beste aller Welten…es ist Babylon.

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Lektüre beendet „Halo and Philosophy: Intellect Evolved“ (Luke Cuddy)

„Halo is one of the greatest, most successful First Person Shooter (FPS) videogames ever to grace the world of gaming. While critics primarily lampoon FPSs for their aggressiveness and on-screen violence, gamers see something else. Although Halo is an FPS, it has a science-fiction storyline that draws from previous award-winning science fiction literature. It employs a game mechanic that limits the amount of weapons a player can carry to two, and a multiplayer element that has spawned websites like Red vs. Blue and games within the game created by players themselves.

Halo’s unique and extraordinary features raise serious questions. Are campers really doing anything wrong? DoesHalo’s music match the experience of the gamer? Would Plato have used Halo to train citizens to live an ethical life? What sort of Artificial Intelligence exists in Halo and how is it used? Can the player’s experience of war tell us anything about actual war? Is there meaning to Master Chief’s rough existence? How does it affect the player’s ego if she identifies too strongly with an aggressive character like Master Chief? Is Halo really science fiction? Can Halo be used for enlightenment-oriented thinking in the Buddhist sense? Does Halo’s weapon limitation actually contribute to the depth of the gameplay? When we willingly play Haloonly to die again and again, are we engaging in some sort of self-injurious behavior? What is expansive gameplay and how can it be informed by the philosophy of Michel Foucault? In what way does Halo’s post-apocalyptic paradigm force gamers to see themselves as agents of divine deliverance? What can Red vs. Blue teach us about personal identity?

These questions are tackled by writers who are both Halocognoscenti and active philosophers, with a foreword by renowned Halo fiction author Fred Van Lente and an afterword by leading games scholar and artist Roger Ngim.“ (Quelle)

Die Lektüre macht Spaß – und zwar von hinten bis vorne, nach meinen Lieblingskapiteln gefragt, empfehle ich:

  • What would Foucault think about speed runs, jeep jumps, and Zombie? /Felan Parker
  • What’s wrong with camping? /Galen Foresman
  • Master chief and the meaning of life /Jeff Sharpless

Auch die anderen Bücher der Serie (WoW, FF etc) habe ich verschlungen, und diesmal war es nicht anders.

 

 

Lektüre beendet „The Legend of Zelda and Theology“ (Jonathan Walls)

The level of interactive adventure, exploration, immersion and storytelling The Legend of Zelda brought to television screens across the world was unheard of and it planted an integral seed in the garden that one day would grow into the diverse gaming landscape we know today. Far from stopping there, The Legend of Zelda series has continued to release top-shelf games adored by critics and fans alike. Zelda, like all of our greatest fairy tales, legends and myths, presents that elusive and exclusive kind of enlightenment that only the fantastic can provide. In this collection, various contributors explore the connections between this cultural zeitgeist and theology.“ (Quelle)

Die mitwirkenden Autoren könnten sich ruhig auch noch ein paar andere Themen vornehmen, ihre Schreibe ist knackig und angenehm anschaulich, ohne Anspruch zu verlieren. Außerdem – und das ist vielleicht das Wichtigste – bekommt man sofort Lust, wieder Zelda zu spielen. Ein größeres Kompliment ist doch wohl nicht möglich oder?