Lektüre beendet „Troll“ (Michal Hvorecký)

„In seinem jüngsten Roman beschreibt Hvorecký nun eine zutiefst düstere Zukunft in einem abgeschotteten osteuropäischen Land. Nach einem Hybridkrieg steuern von Oligarchen hochbezahlte Internettrolle präzise die öffentliche Meinung. Die Trolle verbreiten wüste Lügen und Verleumdungen und bestimmen so über die Biografien der Landsleute –  mehr, als eine Polizei das je zuvor konnte.“ (Quelle)

Ein Roman für eine längere Zugfahrt – 1 nices Umfang! Und ganz im Ernst: Brisant-aktueller Stoff in interessanten Charakteren verpackt, die sich auch für Literatur interessieren, die ich auch schätze…verschlungen und empfohlen.

 

Lektüre beendet „Frau Jenny Treibel“ (Theodor Fontane)

Frau Jenny Treibel oder „Wo sich Herz zum Herzen find’t“ ist ein Roman Theodor Fontanes. Von Januar bis April 1892 in der Deutschen Rundschau vorabgedruckt, Ende 1892 (mit der Jahreszahl 1893) als Buch ausgeliefert, gewann der Roman sehr schnell die Gunst von Publikum und Kritik, die er bis heute ohne erkennbare Einschränkung bewahrt hat. Halb ironisch wird dem Leser eine Geschichte nach dem Muster einer Komödie vorgeplaudert. Es geht um Besitz und das mit ihm verbundene gesellschaftliche Ansehen, um Bildung versus Besitz, um Poesie, echte und falsche Gefühle.“ (Quelle)

Der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Wertekanon der großbürgerlichen Gesellschaft: Lieber dem Feudaladel nachstreben, als eigene politische und gesellschaftliche Konzepte entwickeln.

Lektüre beendet „Harmony“ (Satoshi Itō)

„In a future period called the „Maelstrom“, nuclear war and disease have plagued and destroyed the world, including the United States. To prevent new horrors, the world was divided into several smaller states. Each state is defined as an ethical, solidarity and futuristic society which is controlled by „admedistration“, facilities where nanotechnology is used for medical purposes, to allow better living. But in Japan, the young Tuan Kirie and her friends Miach Mihie and Cian Reikado start a protest against this kind of company and control over their lives, refusing food and medication and get up to suicide but Tuan and Cian fail to protest. Thirteen years later, Tuan works for the World Health Organization in international medical police forces, still faithful to her ideas: the meeting after years with Cian gives the start to an investigation in which discover the truths and threats behind the „perfect“ world.“ (Quelle)

Young Adult SciFi with a twist. Vielleicht am ehesten so. Wille und Gewissen als letzte Instanzen der endgültigen Menschwerdung. Lassen wir das Tierische hinter uns – entledigen wir uns des Unlogischen. Lassen wir endlich der Evolution ihren freien Lauf. Also, indem wir ihr ein wenig auf die Sprünge helfen.

Lektüre beendet „How To Live Safely In A Science Fictional Universe“ (Charles Yu)

„A lonely time machine repairman and his dog, drifting through a „minor universe“ owned by Time Warner Time, spend their days rescuing people from temporal paradoxes. Charles Yu’s first novel is a goofy, sad mindbender about getting stuck outside time.“ (Quelle)

Bei Kirkus heißt es: „A fascinating, philosophical and disorienting thriller about life and the context that gives it meaning.“ Hm, hier, hm, da. Die New York Time eher so: P“layful meta-science-fiction“. Joah, da finde ich mich schon wieder. Die Gravitas kann ich dem Stück nicht abnehmen. Aber den Humor und die tragischen Momente. Und die einfallsreichen bewundere ich.

Lektüre beendet „Solar“ (Ian McEwan)

Solar is a novel by author Ian McEwan, first published on 18 March 2010 by Jonathan Cape, an imprint of Random House. It is a satire about a jaded Nobel-winning physicist whose dysfunctional personal life and cynical ambition see him pursuing a solar-energy based solution for climate change.“ (Quelle)

Wissenschaftsbetriebskarikatur, Ökothriller, Semibiographie eines Unsympathen? Das alles und dazu noch in einem wunderbaren Erzähltempo. Das alles ist Solar.

Lektüre beendet „Die Stahlhöhlen“ (Isaac Asimov)

Die Stahlhöhlen (Originaltitel: The Caves of Steel, Titel der ersten dt. Übersetzung: Der Mann von drüben) ist ein Science Fiction / Detektivroman des amerikanischen Autors Isaac Asimov. Das Buch wurde 1954 veröffentlicht und handelt von einem Mordfall an einem prominenten Robotiker, den der Polizist Elijah Baley gemeinsam mit seinem Roboterpartner R. Daneel Olivaw zu lösen hat. Obwohl die Handlung des Romans ein klassisches Whodunit ist, benutzt Asimov Science-Fiction-Elemente, um die Dystopie einer übervölkerten Erde und die Chancen und Gefahren intelligenter Roboter darin zu beleuchten. Der Roman gilt im Lebenswerk von Asimov als Brückenbuch zwischen seinen Roboter-Kurzgeschichten, welche in der nahen Zukunft spielen, und dem in ferner Zukunft spielenden Foundation-Zyklus. “ (Quelle)

Da mir der Sinn nach klassischer SciFi-Kost stand und Asimovs THE CAVES OF STEEL schon lange ungelesen geblieben im Schrank des Einzelhandels gestanden hatte, war nun die Zeit  gekommen, endlich diesen Roman in Angriff zu nehmen.

Der Roman hat nun über 60 Jahre auf dem Buckel und es ist freilich äußerst interessant zu lesen, wie sich der Autor die Mega-Cities der Zukunft auf der Erde vorstellt und wie er gleichzeitig einen Ausweg aus der sich anbahnenden Krise bzw. dem Kollaps sucht. Das geschieht angenehm leichtfüßig – ehe man sich vier Mal umsehen kann, sind die Seiten ausgelesen, der Fall gelöst und die Zukunft ein wenig heiterer.

Lektüre beendet „Palast der Fisternis“ (Stefan Bachmann)

„Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können.“ (Quelle)

Kirkus Reviews schreibt dem Teenager-Roman (JA, ICH WEISS!) eine „appealing, unworldly quality“ zu, und ich weiß, was sie damit meinen. Man muss sich auf die alberne Prämisse tatsächlich sehr intensiv einlassen, um dann eben jenen Spaß zu haben, den man tatsächlich mit den schnell gelesenen 400 Seiten hat.

Der Schauplatz des Palastes ist natürlich der Star des Romans, er ist Protagonist und die restlichen Gestalten, egal, in welchem Jahrhundert sind buchstäblich zänkische Staffage. Es ist also ein wenig wie in diesem B-Horror-Film „13 Ghosts“.