Filmsichtung „Avengers: Endgame“

„After the devastating events of Avengers: Infinity War (2018), the universe is in ruins. With the help of remaining allies, the Avengers assemble once more in order to undo Thanos‘ actions and restore order to the universe.“ (Quelle)

Um besser verstehen zu können, von welchen popkulturellen und Selbstreferenz-Qualitäten wir hier mittlerweile sprechen, lohnt es sich, die Zeit zu stoppen, wie lange man braucht, um durch die Kategorie „Trivia“ des IMDB-Eintrages von Endgame zu scrollen. Die Verlinkungen, Verquickungen und Verbindungen der mittlerweile 22 Filme untereinander und der Comicvorlagen on top sind das wahre Schlachtfeld dieses Endspiels, das natürlich nur eine weitere Haltestelle darstellt, wenn man bedenkt, dass bereits im Vorfeld des Films der neue Spider-Man-Trailer läuft.

Es ist eine absolute logistische-administrative Meisterleistung, was hier geschaffen wurde, die geölte Maschine dahinter ist atemberaubend gigantisch. Ihre Marketing-Macht umfasst die Erde härter als es Thanos samt Steinchenhandschuh es jemals konnte. Abseits der gewohnt fulminant in Szene gesetzten Action, die in jeder Einstellung zu schreien scheint: Schau mich im Kino an! IM KINO!, lässt sich die Produktion erfreulicherweise genug Zeit in den ersten 40 Minuten, Traumata-Arbeit zu zeigen. Die Figuren müssen sich mit einer so strukturellen Niederlage auseinandersetzen, dass vielleicht nur ein Held, der gerade aus der Katastrophe herausgeschleudert wurde, den Kick-Start geben kann, um alles zu ändern. #Ameisenfleiß

Und das ist vielleicht etwas, dass (leider) unvermeidlich ist: Ein Heldendasein kann nicht zugestanden werden, wenn man diesen einen Schnitzer nicht ausbügelt, mit dem Schicksal hadern, es erneut herauszufordern und es zu verbiegen…das scheint die eigentliche Aufgabe, die Daseinsberechtigung für den Helden zu sein. Das Durchstehen und Bewältigen eines Verlustes – es kann in diesem Universum nicht ausreichen.

Ich finde es ganz hervorragend, dass der Filmdienst darauf verweist, wie schade es ist, dass durch die Figur des Thanos die Gefahr wieder vollkommen nach außen gerückt ist, im Grunde gefielen mir die Marvelfilme am besten, in denen das Bedrohliche, das Zersetzende von innen sich herausbeisst wie ein Alien. Eine Verschwörung. Eine Erschütterung. Ein Verrat. Viel zu klar verlaufen hier die Fronten, viel zu klar ist, wer Held ist und für wen es nicht reicht.

Meine Lieblingsszene ist dann auch eine regelbrechende: Dr. Strange zeigt Ironman, dass die EINE, die EINZIGE Möglichkeit jetzt und nur jetzt da ist, um zu gewinnen – eine kleine Geste, quer über das Schlachtfeld. One Zeigefinger to rule them all!

Comicrundschau März

Lediglich zwei Comics trafen von Panini diesen Monat ein. Ich habe sie mir sofort vorgenommen.

Marvel Exklusiv 103: Avengers Legenden

Der Weg des Helden ist seit jeher lang und beschwerlich. Dennoch hat jeder Avenger eine individuelle Geschichte. Wie wurden der Donnergott Thor, Vision, Ant-Man, Wasp, Scarlet Witch, Quicksilverund Luke Cage zu den Helden, die sie heute sind? Die Antworten gibt es in den in diesem Band versammelten Herkunftsgeschichten mit den Rächern und Neuen Rächern! (Quelle)

Meinung

Für mich als Nicht-Kanon-Gebildeter ist es sehr erfreulich, eine Herkunftsgeschichte derart buchstabiert zu bekommen. Vor allem die Episode um Luke Cage ist gelungen. Am wenigsten gefällt mir die Geschichte rund um Thor; aber das liegt an dieser albernen „Mein-Bruder-ist-durchtrieben-„Chose. Und Herrn Vision…von dem hatte ich sowieso noch nie etwas gehört. Kommt in mein Grundlagen-Regal.

Conan der Barbar 1

Als er auf seinen Streifzügen durch die Zivilisation die ebenso wilde wie schöne Piratin Belit trifft, trautConan seinen Augen kaum. Bald entdecken der Cimmerier und die Königin des Ozeans ihr Verlangen füreinander und werden zum Schrecken der Schwarzen Küste. (Quelle)

Meinung

Abgesehen, dass ich die Brian Woods Interpretation des Nordländers toll finde, ist das Beste an dem Band das Interview mit dem Comic Artist selbst. Ungewohnt offen lässt er sich über das schädliche Arbeitsleben als Künstler aus, der in der Comic-Industrie bis zum Hals steckt. Conan selbst macht in dem Band noch nicht auf tripleharter Bursche, sondern hat höchstromantische Anwandlungen, verspürt Zweifel und Angst. So kennen wir den hyperheterosexuellen Prachtkerl ja gar nicht. Diese Serie werde ich weiter verfolgen.