Streaming-Sichtung „Castlevania“

„Ein Vampirjäger verteidigt eine Stadt vor Monstern aus dem Jenseits, die unter der Kontrolle von Dracula höchstpersönlich stehen. In Anlehnung an den Videospielklassiker.“ (Quelle)

Vier Folgen a 25 Minuten – geht runter wie Vampir-Öl! Ich freue mich auf Staffel 2, allerdings muss man da wohl bis 2018 warten. Hm. Viel Spaß, viel Freude.

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Gefährlicher als T-Rex: der Proto-Gator

Traumberuf Skipper!

Nintendos demo play – eine Polemik

Juni 2009. Starentwickler Shigeru Miyamoto bestätigte, dass Nintendos demo play Konzept Eingang in das neue New Super Mario Bros. finden wird. Demo play – eine Idee, die nach der Bekanntgabe sofort die Meinungen der Spielerschaft und Spielepresse spaltete und erbitterte Grabenkämpfe hervorbrachte, ist im Grunde eine Hilfestellung für überforderte Spieler: Wie bei der Umstellung auf Autopilot übernimmt das Spiel auf Knopfdruck die Kontrolle – somit gehören vermeintlich unschaffbare Levelabschnitte der Vergangenheit an. Für das Unternehmen Nintendo geht es dabei natürlich in erster Linie nicht um Gutmenschlertum, sondern die Erschließung noch weiterer Kundenkreise. Es verwundert daher nicht, dass demo play nicht nur für Wii, sondern auch für den Handheld-Ableger DS kommt.

Die Spezies Core-Gamer

Besonders Spieler, die sich mit dem Nimbus des Core-Spielers schmücken, jaulten wie geprügelte Hunde auf und wittern den endgültigen Verrat am Leistungsprinzip in Videospielen. Die arbeitsgeplagte Fordisten-Garde entblößt grimmig die geschliffenen Zahnreihen und mahnt zur Einhaltung der geliebten calvinistischen Arbeitsethik! Wenn schon Belohnung und Wohlgefühl, dann doch nur durch Entbehrung! Durch Frust! Nicht weniger als Blut, Schweiß und Tränen müssen fließen, um sich das Prädikat „ehrlicher Spieler“ – Erfolg durch Manneskraft – an die behaarte Gorillabrust heften zu können. Alles andere ist Betrug, ist weibisches Herumgeplänkel ohne Leistungsanspruch. Echte Spieler aka „Alphatiere“ unterwerfen sich masochistisch dem buddhistischen Ritual: Genügend Lebenszirkel müssen ins Land gehen, bevor man ins Nirwana eingehen und die Endsequenz genießen darf.

Von Rohrspatzen & Rohrkrepierern

Leider gehen fundamentale Einsichten oftmals mit dem Missionierungszwang dogmatischer Sektierer Hand in Hand und so werden quer über alle zu Verfügung stehenden Kanäle benutzt, um das neue Werkzeug Nintendos zu verdammen, die Benutzung als „Armutszeugnis“ zu betiteln und die Spieler selbst als Leistungsverweigerer, die die Cutscene nicht wert sind, beschimpft.

Speicher-Softie, Du!

Diese Standpunkte sind mir unverständlich. Es fällt schwer zu begreifen, wie sehr eine Option, die nicht in Anspruch genommen werden muss, Ablehnung, ja regelrechte Ereiferung hervorrufen kann. In Teilen erinnert mich dies an die Diskussion, die geführt wird, wenn es um die längst überfällige Einführung frei wählbarer Speicherpunkte geht. Was am PC schon seit Jahren selbstverständlich ist und die Spiele keinen Deut schlechter macht, wird von nicht wenigen Spielern und Entwicklern als spannungsbrechend dahingestellt. Es handelt sich dabei um nichts weiter als eine perfide Gängelung und Entmündigung der Spieler.

Lieber unfertig als „unehrenhaft“

Wie viele Spiele wandern – nicht fertig gespielt – ins Regal? Ob das ein befriedigender Anblick ist, wage ich zu bezweifeln. Natürlich kann man sich gerne vorsagen, es sei äußerst ehrenhaft gewesen, in Level 2 ehrlichst eine Woche lang zu scheitern. Wer dafür allerdings auch noch gerne den Vollpreis eines Spiels bezahlt, dem scheint eher die alte Xbox zu oft auf den Kopf gefallen zu sein. Um es noch einmal zu unterstreichen: Für mich ist es vollkommen legitim, von der ersten Sekunde auf demo play zu schalten und sich das gesamte Spiel vorspielen zu lassen. Dabei nehmen Spieler bewusst in Kauf, einen anderen Weg zu nehmen, sich um eine andere Erfahrung, nämlich die des aktiven Spielens, zu bringen. Spielerlebnisse sind jedoch individuell, Spielerverhalten auch – es ist schade, dass diese Einsicht noch nicht zu allen Holzköpfen vorgedrungen ist.

Spielejahresrückblick 2014 (Teil 3)

Wenn man schon über satte Audioflows berichtet, sollte man den Rausch der Geschwindigkeit und millimetergenauen Perfektion nicht unterschätzen, welchen 2014 Trials Fusion in unseren Haushalt spülte. Auf jeden Rausch folgt allerdings auch der Kater – und in dieser Motorradgeschicklichkeitschose kann jener schon nach Sekunden dafür sorgen, dass man vor Zorn auf den Holztisch haut und sich die Hand prellt (nicht, dass dies…ach, lassen wir das). Doch auch der größte Schmerz ist sofort vergessen, wenn der richtige Absprungszeitpunkt auf der Rampe (inklusive des rechten Tempos) gewählt wurde und die folgenden acht bis zwölf Vorwärtssaltos eiskalt präzise gelingen, nur um dann butterweich mit der Maschine aufzusetzen und weiter zu sausen. Liebe und Hass waren selten so nahe beieinander.

Durchgespielt „Bayonetta 2“ (Wii U)

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Inhalt

In dieser packenden Fortsetzung des von Kritikern hochgelobten Action-Spiels Bayonetta stehen die Spieler von Anfang bis Ende unter Spannung. Atemberaubende Kämpfe und prächtige Videosequenzen sorgen dafür, dass die Action im Spiel einfach kein Ende nimmt. Du kämpfst zum Beispiel auf dem Dach eines Jets, das durch eine Innenstadt fliegt, nimmst es auf einem fahrenden Zug mit einem riesigen Engelsmonster auf, das einen peitschenähnlichen Arm hat, oder kämpfst gegen einen dämonischen Drachen, während du einen Wolkenkratzer erklimmst.

Die mächtige, aus einer verbotenen Verbindung der Lumen-Weisen und der Umbra-Hexen hervorgegangene Hexe Bayonetta reist von der grauen Vorzeit bis in die Gegenwart. Mit ihrem anmutigen Kampfstil und ihrer unvergleichlichen magischen Fähigkeiten fasziniert und verängstigt sie ihre Gegner in deren letzten Minuten. Bayonetta ist mit neuen Waffen und Fähigkeiten ausgestattet. Sie verblüfft ihre Widersacher mit neuen Moves und grausamen Folterangriffen. Mithilfe der Magie kann sie auf eine neue Fähigkeit namens Umbra-Klimax zurückgreifen, um teuflische Monster herbeizurufen und mächtige Attacken zu entfesseln.

Du hast die Wahl zwischen den Spielstilen ‚Classic‘ und ‚Touch‘. Die klassische Steuerung ist typisch für Bayonetta. Fans des Vorgänger-Spiels und Action-Liebhaber werden davon begeistert sein. Die ‚Touch‘-Steuerung hingegen ist für all diejenigen geeignet, die mit Action-Spielen noch nicht so vertraut sind oder ein neuartiges Action-Spiel ausprobieren möchten. Sie können Bayonettas Bewegungen, Angriffe oder Ausweichmanöver einfach über den Touchscreen des Wii U GamePads steuern.

Bayonettas langjährige Freundin, die Umbra-Hexe Jeanne, unterstützt Bayonetta mit kombinierten Attacken bei der Bestrafung ihrer Widersacher. Du kannst sogar ganz auf den Fernseher verzichten und nur auf dem Wii U GamePad spielen. Du kannst dich mit einem Freund zusammentun, um im Online-Mehrspielermodus Hexen-Klimax gegen Horden von Feinden zu kämpfen. Dabei steht dir eine Reihe mächtiger Charaktere zur Verfügung, mit denen du Engeln und Dämonen eine brutale Abreibung verpassen kannst. (Quelle: Herstellerseite)

Meinung

Einst schrieb ich über Bayonetta: „Durch die überspitzte Zeichnung der Protagonistin alternieren Deutungsversuche zwischen sexueller Opferrolle auf der einen und female empowerment auf der anderen Seite. Sie be- und entschleunigt im Sekundentakt, Charaktere tauchen auf, bekämpfen sich, verschwinden, nur um wenig später wieder aufzutauchen. Sie werden begleitet von einem Gegnerdesign, welches auf erstaunliche Weise christliche und babylonische Ikonographie vereint: Die Engel des Herrn sind eine innige Liebesbeziehung mit Gilgamesch und seinem Gefolge auf den Zeichentischen Capcoms eingegangen.“ Und wenn ich ein fauler Hund wäre, machte ich mir noch nicht einmal die Mühen, darauf hinzuweisen, dass diese Zeilen von 2010 stammen.

Bin ich freilich nicht! Ein paar Worte sollte einem dieses Spiel wert sein – warum auch nicht? Es wird nicht wenige Media Outlets geben, die den Titel als Game of the Year 2015 in die Bestenlisten aufnehmen werden. Und das ist eine äußerst nachvollziehbare Wahl. Bayonetta 2 ist Kinetik, ist Action, ist Spaß am Ludischen. Die Zuseher schwören, dass die Spielende keine Kontrolle mehr haben kann über das, was da in Farben und Formen über den Bildschirm rauscht. Aber dem ist nicht so – das Feuerwerk bietet genau DIE Kontrolle, die man braucht, um sich nicht zu verbrennen.

Hinter den Schlägen, Tritten und Schüssen macht sich eine ganz eigene Schöpfungsgeschichte breit. Von allwissenden Augen und Zeitreisen ist da die Rede, von Familien, die die Geschicke der Welt zusammenhalten (und zerreissen)! Bayonetta 2 gibt sich nicht mit Kleinem ab – zwischen mauen Wortwitzchen und übertheatralischen Gesten wird gelitten und gezwinkert.

Bäm, Bäm, Bayonetta.

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Musters.

Lektüre beendet „The Legend of Zelda and Theology“ (Jonathan Walls)

The level of interactive adventure, exploration, immersion and storytelling The Legend of Zelda brought to television screens across the world was unheard of and it planted an integral seed in the garden that one day would grow into the diverse gaming landscape we know today. Far from stopping there, The Legend of Zelda series has continued to release top-shelf games adored by critics and fans alike. Zelda, like all of our greatest fairy tales, legends and myths, presents that elusive and exclusive kind of enlightenment that only the fantastic can provide. In this collection, various contributors explore the connections between this cultural zeitgeist and theology.“ (Quelle)

Die mitwirkenden Autoren könnten sich ruhig auch noch ein paar andere Themen vornehmen, ihre Schreibe ist knackig und angenehm anschaulich, ohne Anspruch zu verlieren. Außerdem – und das ist vielleicht das Wichtigste – bekommt man sofort Lust, wieder Zelda zu spielen. Ein größeres Kompliment ist doch wohl nicht möglich oder?