Album gelauscht „Jazz Liberatorz – Clin D’Oeil“

„The French hip-hop trio Jazz Liberatorz had a small release in 2007, but made their mark with 2008’s Clin d’Oeil. The album reclaims the brief love affair between hip-hop and jazz that took place in the U.S. in the mid-’90s, using deep basslines, sampled horns, and beat poet-styled phrasings from a slew of guest MCs. The sound is ultra-cool, combining European hip-hop’s love of slicker, more urban beats with the simplest jazz instrumentation — atomic chunks of sound and songs that are reworked to soften the edges of a rapped delivery and convert it to a strong flow through sheer musicality.“ (Quelle)

Hm, ein Album, das auch schon wieder fast 10 Jahre auf dem Buckel hat und doch so leicht in den Gehörgang geht wie am ersten Tag. Obgleich weit entfernt von Easy Listening, konnte ich es gerade wunderbar zum Korrigieren einer BA-Arbeit genießen.

Feine Kost.

Streamingsichtung „Can a Song Save Your Life?“

„You’re only as strong as your next move.“ Die Tagline klingt zwar eher nach Spionagethriller denn Liebes- und Musikfilm, aber dennoch bleibt am Ende ein „strong move“ übrig. Einer, der Frau Knightley sehr sympathisch macht und der gleichzeitig nach Leben und weniger nach Liebesfilm riecht. Das Ende-Ende jedoch macht wiederum einen Schlenker, der allzu versöhnlich mit dem Leid junger Künstler umgeht. 10.000 Alben über Nacht und so. Anyf***, nice one.

Spielejahresrückblick 2014 (Teil 2)

Zunächst möchte ich über die Musik in Double Dragon Neon sprechen. Als ich Christof Zurschmitten unter dem Vorwand, geistig Großes und Wertvolles erschaffen zu wollen in der Schweiz besuchte, entschieden wir uns am Abend für jenen Brawler mit entsprechender Vergangenheit. Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich Double Dragon auf dem Master System kennen- und lieben gelernt, während Christof auf Nintendo-Seite in Jungendjahren fündig geworden war.  Während das Spiel an sich ein netter Abendvertreib ist (das Leben in den Münchner Vororten ist recht ähnlich!), kommt man nicht umhin, über die akustische Untermalung in Form des fantastischen Soundtracks zu sprechen! Wenn das echte 1980er-Jahrzehnt tatsächlich annähernd so GEILSTENS in Sachen Style unterwegs gewesen wäre, hätte die Max-Planck-Gesellschaft für Zeitreisen schon längst Temporalreisen back in time erfunden (und patentieren lassen): Definitiv meine Spiele-Score des Jahres!

Aus für den iPod classic? Nicht ganz.

iPod classic (6G - 80GB)

iPod classic (6G – 80GB)

Bestimmte Gerätschaften der technologischen Sorte zogen recht spät bei mir ein. Gut, jetzt nicht derart spät wie meine Hardkäufe eines Mini-Disc-Players oder der Laserdisc-Hardware; die holte ich mir eher, weil ich die Idee nett fand, so etwas einmal zu besitzen, es ausprobieren und damit herum zu spielen. Nicht so bei meinem iPod. Die erste Generation wurde am 23. Oktober 2001 vorgestellt, enthielt eine 5-GB-Festplatte und war nur mit Macs kompatibel. Zu dieser Zeit, 2001, war ich gerade in Phönix, Arizona und kaufte mir, Achtung, meinen ersten Discman. Und auch den nur, weil dieser, anders als die Geräte, die von zuhause kannte, mp3 abspielte und meine Sammlung zuhause wuchs und wuchs. Es erschien mir auch nicht seltsam, einzelne Podcasts auf CD zu brennen, um diese dann z.B. im Urlaub am Pool zu hören. Ja, ich weiß, Großvater erzählt hier wieder aus dem Krieg – als der Ivan unsere Files stahl!

Dann jedoch war es irgendwann soweit: „Der nun iPod classic genannte iPod 6G wurde von Steve Jobs am 5. September 2007 auf einer Sonderveranstaltung mit dem Namen The Beat Goes On in San Francisco vorgestellt. Er ist mit einer Speicherkapazität von 80 oder 160 GB in den Farben Silber und Schwarz erhältlich. Die Laufzeit des Akkus verlängerte sich im reinen Musikbetrieb auf 30 Stunden beim 80-GB-Modell, beziehungsweise 40 Stunden beim 160-GB-Modell. Die Schale besteht aus Metall und ist zu den Seiten hin leicht abgeflacht. Außerdem ist das dreidimensionale Blättern durch Albencover möglich, genannt Cover Flow. Im Hauptmenü ist die Anzeige nun geteilt und zeigt links die Menüpunkte und rechts verschiedene Einblendungen wie zum Beispiel Musik, Video und Extras.“ (Quelle) 2008 war mein persönliches iPod-Jahr. Tagelang hatte mir ein Freund in den Ohren gelegen, dass er mir das Ding doch einfach aus Amerika mitbringen könnte, ich aber lehnte dies aufgrund der Zoll-Horrorstories ab. Ich sah ihn schon im Antiterrorlager einsitzen. Grund: iPod-Schmuggel für Rudolf Inderst.

Ich hatte mich für die 80GB-Variante entschieden. Gleichzeitig war mir klar, dass dies auch der Einstieg in die Welt der Apple-Nutzer war (und tatsächlich kamen später erst das MacBook Pro und dann das iPhone 3GS hinzu). Also holte ich mir iTunes auf den PC (was nicht sonderlich einleuchtend als Software für mich war). Aber schnell überwog der funktionale Nutzen des Systems iPod + iTunes. An dieser Stelle darf man auch nicht vergessen, dass Apple clevererweise die Nutzer hat entscheiden lassen, ob sie ihrem Gerät eine individuelle Note in Form einer Gravur zukommen lassen wollen. Lästerzungen behaupten natürlich: Klar, wenn man schon sonst nichts in diesem geschlossenen Apple-System machen kann, soll man es sich wenigstens verkratzen dürfen! Ihr Spinner.

Wie bei einem Tattoo galt es also herauszufinden und sich selbst zu befragen, was es denn werden solle. Schließlich entschied ich mich für „in statu nascendi“ („im Wachsen begriffen“). Damit wollte ich einerseits auf meiner Person, meinen Charakter, mein Menschsein anspielen (Geisteswissenschaftler, immer wieder diese sich weiterentwickelnden Geisteswissenschaftler – keinen Cent auf dem Konto, aber transhumanistische Züge im Herzen!), und gleichzeitig meine Überzeugung zum Ausdruck bringen, wie sehr ich daran zweifelte, dass dieses vermeintliche Highend-mp3-Gerät einen technologischen Musik-Konsumentwicklungs-Endpunkt darstellt. Irgendwer hat immer den neueren Shizzle am Start. Irgendwer lässt das Tech-Mic immer schneller fallen. Glaubt Ihr nicht? Ist so: Der offizielle Verkauf des iPod Classic wurde am 9. September 2014 eingestellt.

Der Musikexpress dazu: „Ohne den Schritt anzukündigen oder zu erklären, soll das Unternehmen den tragbaren Musik-Player einfach still und heimlich aus dem Onlineshop entfernt haben. Wirklich überraschend kommt die Aktion für viele Apple-Beobachter nicht. Der iPod Classic habe seit 2008 kein Update mehr erhalten, damals erweiterte man den Speicherplatz auf 160 GB. Das Design wurde sogar 2004 zuletzt verändert. Das einstige Design-Musthave geriet ob der vielen Möglichkeiten, die iPad und besonders iPhone boten, und der kompakteren Ableger iPod Nano und iPod Shuffle in Vergessenheit. Auch das einst so innovative „Clickwheel“, das runde Steuerungsmodul des iPods, wird seit Jahren nicht mehr verwendet, man stieg gänzlich auf Touchscreens um.“ (Quelle)

Offensichtlich frisst die Revolution auch hier mal wieder ihre Kinder, Tränen des Abschieds halten sich dabei in Grenzen. Streamingdienste samt Online-Playlisten zertrümmern den Stolz der eigenen Wiedergabependants von der Festplatte. Und wer kann schon sagen, was danach kommt. So lange die Akkuleistung meines Telefons eine derart bescheidene bleibt, gibt es für mich keinen Grund umzusteigen, schon ohne Musikwiedergabe ist diese absolut lächerlich. Und obgleich mich unzählige Stimmen warnten, die Akkuleistung meines iPod ist nicht sonderlich zurückgegangen, und ich nehme das gute Stück hart ran, weniger für Musik als für Podcasts und Hörspiele.

Sag zum Abschied also NOCHT NICHT servus – denn da geht noch einiges. Bei mir. Und meinem iPod.

 

Album abgehört „Open your eyes“ (Yves the chief)

„Hier ist es, das von Yves the chief produzierte Debut- Album “OPEN YOUR EYES“. 16 Songs mit vielfältigen Musikeinflüssen und dezent eingesetzten Texten, die thematisch an den positiven Blick für das eigene Leben appellieren. Entgegen aller Erwartungen tendiert das Album in Richtung “Popmusik“ mit Elementen aus Elektro, Drum & Bass, Hip Hop, Reggae und weiteren Musikrichtungen.“ (Quelle)

Das Album ist wirklich schwierig zu fassen. Am ehesten Singer-Songwriter-Mucke mit Elektro-Schlagseite. Die Schwierigkeit liegt im Künstler selbst, bzw. seiner Stimme. Die ist, auch nach dreimaligem Albumhören, alles andere als eingängig. Dennoch zeugt von der Eigenständigkeit des Künstlers und des Labels, sich wenig um Konventionen zu kümmern und die Alben zu releasen, die sich releasen wollen. So soll es sein.