Lektüre beendet „Wissenschaftstheorie“ (Holm Tetens)

„Was ist Wissenschaft? Was dürfen und sollen wir von ihr erwarten, was nicht? Diese Frage ist die Leitfrage der Wissenschaftstheorie. Holm Tetens versucht eine systematische Antwort. Dabei geht er auf die gegenwärtige Stellung der Wissenschaften innerhalb unserer Kultur ein und thematisiert Fragen wie die nach der Zuverlässigkeit des wissenschaftlichen Prognosewissens, nach dem auffälligen Streit der Experten in fast allen wichtigen Fragen und nach dem Unterschied zwischen dem wissenschaftlichen und anderen, zum Beispiel religiösen Weltbildern.“ (Quelle)

Um es abzukürzen, mit der vorliegenden Einführung sollte eigentlich jede(r) genau das bekommen, was sie/er sich von dem Titel versprochen hat. Besonders gut gefallen hat mir das Kapitel, in dem der Autor Geistes- und Naturwissenschaften gegenüberstellt (und sie nicht trickreich gegeneinander auszuspielen versucht).

Lektüre beendet „Spielwissen und Wissensspiele“ (Thomas Lilge / Christian Stein – Hg.)

„Wie hängen Wissen und Spiel miteinander zusammen und welchen historischen Veränderungen unterlag der Zusammenhang von Spiel mit Vorstellungen von Freiheit, Arbeit oder ökonomischen Theorien? Welche Möglichkeiten bietet das Computerspiel im medizinischen Bereich und ist das Computerspiel ein geeignetes Instrument für die Forschung? Diese und weitere für unser aktuelles gesellschaftliches Selbstverständnis zentralen Aspekte untersucht der Band. Internationale Expert_innen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Kunstgeschichte oder Gamedesign geben Antworten aus ihren unterschiedlichen Perspektiven und verweisen auf die Bedeutung einer weitergehenden interdisziplinären Auseinandersetzung mit der Kulturtechnik des Spiels.“ (Quelle)

Mein Fehler – da hätte ich einfach nochmal genauer nachsehen sollen, was sich drin versteckt. Die Entwickler-Interviews…hm…ich konnte da leider gar keinen nutzen für mich generieren. Aber ein paar flotte Zitate lassen sich aus einiges Essays generieren. Und wenn es dem Verlagswesen hilft, na, Ihr wisst ja, jeden Tag eine gute Tat. Und so.

Lektüre abgeschlossen „Würde“ (Gerald Hüther)

„Würde ist ein großer Begriff. Gleich in Artikel 1 des Grundgesetzes heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Doch was genau ist Würde? Was bedeutet es, wenn uns unsere Würde genommen wird, weil wir etwa in der digitalen Welt nur noch als Datensatz zählen oder im Netz geschmäht werden? Wenn wir uns selbst würdelos verhalten oder andere entwürdigen? Der Hirnforscher Gerald Hüther zeigt in seinem neuen Buch, dass Würde nicht allein ein ethisch-philosophisch begründetes Menschenrecht ist, sondern ein neurobiologisch fundierter innerer Kompass, der uns in die Lage versetzt, uns in der Vielfalt der äußeren Anforderungen und Zwänge in der hochkomplexen Welt nicht zu verlieren. Umso wichtiger ist es, dass wir lernen, die Wahrnehmung der eigenen Würde zu stärken. Denn: Wer sich seiner Würde bewusst ist, ist nicht verführbar.“ (Quelle)

Die Befähigung des Einzelnen, sich mit dessen Hilfe zum Subjekt des eigenen Lebens zu machen – das scheint Würde für Hüther zu bedeuten. Was alles dazugehört und was es wiederum ausschließt…scheint…etwas weich zu sein. Im Grunde verstehe ich seine Deutung als Menschsein ist speziell. Er ist sich seiner Subjekthaftigkeit bewusst und daraus ergeben sich Rechte und Pflichten. Wohin die „gelebte Würde“ oder „Würde in der Praxis“ jedoch zielen soll…nun, das lässt der Hirnforscher etwas (weit, zu weit) offen.

Comic-Lektüre beendet „Im Eisland. Band 2: Gefangen“

„Das zweite Jahr der Franklin-Expedition Januar 1846: Die Besatzungen der HMS Erebus und HMS Terror überwintern in der Arktis. Sie waren im Frühjahr 1845 unter dem Kommando von Sir John Franklin aufgebrochen, um als Erste die Nordwestpassage vom Atlantik in den Pazifik zu durchsegeln. Ein zweiter Todesfall, Erfrierungen und Depressionen in Dunkelheit und Kälte zermürben die Crew. Endlich kommt der Frühling, das Eis bricht auf und gibt Fahrrinnen frei. Doch das weitgehend unkartierte Seegebiet birgt Gefahren. Schließlich trifft Sir John eine folgenschwere Entscheidung und steuert die Schiffe mitten ins Packeis. Eine große Tragödie zerstört jede Hoffnung.“ (Quelle)

Wow. Schon Bd.1 hatte ich verschlungen und jetzt legt die Autorin so nach. Das ist wirklich unheimlich spannend erzählt und die Bildsprache ist explizit genug, um das Drama richtig anschaulich, aber nicht abstoßend, zu erzählen. Bd.3 ist damit gekauft, aber das stand sowieso schon fest.

 

Lektüre beendet „Ludopolitics“ (Liam Mitchell)

„If the fantasy of control is the problem, then videogame controllers are the solution. What can videogames tell us about the politics of contemporary technoculture, and how are designers and players responding to its impositions? To what extent do the technical features of videogames index our assumptions about what exists and what is denied that status? And how can we use games to identify and shift those assumptions without ever putting down the controller? Ludopolitics responds to these questions with a critique of one of the defining features of modern technology: the fantasy of control.“ (Quelle)

Aha-Momente sind doch etwas Schönes, oder? Ich jedenfalls freute mich, als ich bei der Lektüre über zitierte YouTube-Inhalte stieß, die ich auch gesehen hatte. Aber das ist natürlich längst nicht alles. Tolles Buch. Und ein toller Auftakt für 2019.

Lektüre beendet „Die Zeit am Abgrund“ (Inio Asano)

„Fukazawa hat sich seinen Traum erfüllt: Er ist Mangaka geworden und hat seine erste Serie beendet. Doch anstatt sich über den Ruhm zu freuen, stellt er seine Existenz infrage. Er verurteilt die gesamte Branche und damit auch seine Ehefrau, die als Manga-Redakteurin arbeitet. Verloren in seinen düsteren Gedanken riskiert er seine Karriere und sein Privatleben“. (Quelle)

Sich jahrelang aufarbeiten, schließlich ein Ziel erreichen, dann in ein Loch fallen – privat wie beruflich? Klingt nach keiner Seltenheit – dazu muss man nicht den Beruf des Manga-Zeichners heranziehen, sondern manchmal reicht schon ein Blick über die eigenen Büroflure.

Solltet Ihr also einmal feststellen, dass Ihr gerade einfach zu ausgeglichen und glücklich seid, lest doch einfach „Die Zeit am Abgrund“ – das erdet. So richtig.

Lektüre beendet „How to Ruin Everything“ (George Watsky )

„In this brutally honest and humorous debut, musician and artist George Watsky chronicles the small triumphs over humiliation that make life bearable and how he has come to accept defeat as necessary to personal progress. The essays in How to Ruin Everything range from the absurd (how he became an international ivory smuggler) to the comical (his middle-school rap battle dominance) to the revelatory (his experiences with epilepsy), yet all are delivered with the type of linguistic dexterity and self-awareness that has won Watsky devoted fans across the globe. Alternately ribald and emotionally resonant, How to Ruin Everything announces a versatile writer with a promising career ahead.“ (Quelle)

Auch wenn ich offenbar ein ziemlich langweiliges Studentenleben geführt habe, muss ich sagen, dass mich die Lektüre nicht enttäuscht hat, ich vermute, als Audiobook klappt das sogar noch besser.