Lektüre beendet „Brilliant, Brilliant, Brilliant Brilliant Brilliant“ (JOEL GOLBY)

„Joel Golby’s writing for Vice and The Guardian, with its wry observation and naked self-reflection, has brought him a wide and devoted following. Now, in his first book, he presents a blistering collection of new and newly expanded essays–including the achingly funny viral hit “Things You Only Know When Both Your Parents Are Dead.” In these pages, he travels to Saudi Arabia, where he acts as a perplexed bystander at a camel pageant; offers a survival guide for the modern dinner party (i.e. how to tactfully escape at the first sign of an adult board game); and gets pitted head-to-head, again and again, with an unpredictable, unpitying subspecies of Londoner: the landlord. Through it all, he shows that no matter how cruel the misfortune, how absurd the circumstance, there’s always the soft punch of a lesson tucked within. This is a book for anyone who overshares, overthinks, has ever felt lost or confused–and who wants to have a good laugh about it.“ (Quelle)

Nun. Nun. Hin und hergerissen. Bei manchen Geschichten lachte ich herzlich oder musste schwer schlucken. Andere haben mich schmunzeln lassen – und wieder andere erschienen mir auf Schülerzeitungsniveau oder … interessierten mich null. Zum Beispiel der ganze Fußball-Quatsch.

Lektüre beendet „Der Krieg nach dem Krieg“ (Andreas Platthaus)

„Ein Krieg nach dem Krieg: Im Winter 1918/19 schwiegen zwar formal die Waffen, aber das bedeutete keineswegs Frieden. In vielen Teilen Deutschlands brachen sich extreme politische Spannungen und soziale Not in bürgerkriegsähnlichen Unruhen Bahn. Überdies grassierte weltweit mit der Spanischen Grippe eine der schwersten Pandemien der Menschheit. Im Januar 1919 begannen unter diesen Vorzeichen in Paris die Verhandlungen über den Umgang mit den besiegten Deutschen und die politische Neuordnung in- und außerhalb Europas. Verzweifeltes, auch verbohrtes Ringen auf deutscher Seite um verlorenes Terrain, im Wort- wie im übertragenen Sinne, stieß auf eine keinesfalls stabile Allianz der Siegerstaaten, deren Agieren durch Härte, Rache, Vergeltung, Eigeninteresse, aber auch das Bemühen um eine künftige Weltordnung geprägt war. Andreas Platthaus stellt die Monate zwischen November 1918 und der Verabschiedung des Versailler Vertrags 1919 als eine Zeit der zumeist gewaltsamen und insbesondere für Deutschland nachhaltig fortwirkenden Weichenstellungen vor.“ (Quelle)

Geschichte anhand von handelnden Personen darzustellen, gehört zum narrativen Handwerk des versierten historischen Schreibers. Und genau das findet man hier.

Lektüre beendet „Ein Pfund Orangen“ (Marieluise Fleißer)

„Diese »echt Ingolstädter Originalnovellen«, die 1929 unter dem Titel Ein Pfund Orangen und neun andere Geschichten erschienen, sind Marieluise Fleißers erste Buchpublikation. Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht hatten die damals 26jährige Autorin zur Veröffentlichung ermutigt. In der Presse wurde das Buch von so gegensätzlichen Kritikern wie Alfred Kerr und Herbert Jhering einhellig gerühmt“. (Quelle)

Am meisten Freude bereitete mir die Sprache Fleißers, die Walter Benjamin als „aufsässigen Dialekt“ beschreibt. Die erste Geschichte, „Der Apfel“, ist ein perfekt gewählter Auftakt für die kleine Sammlung, die Lust darauf macht, mehr aus dem Werk der Autorin zu entdecken.

 

Lektüre beendet „Autonom“ (Annalee Newitz)

„In ihrer Science-Fiction-Geschichte erkundet US-Autorin Annalee Newitz die Sexualität und Liebe zwischen Mensch und Maschine. Ein kluger Debütroman über Künstliche Intelligenz und ein Aufruf zu mehr Offenheit.“ (Quelle)

In dieser Welt möchte man verweilen. Sie ist faszinierend und abschreckend zugleich, kurzum – sie lässt einen als Leser nicht kalt, nicht indifferent zurück und das ist doch im Grunde schon einmal die halbe Miete. Newitz hat diese Welt zudem mit einigen interessanten Charakteren bestückt – das gibt es einen ehemaligen Kindersexsklaven und einen Roboter, der sich (nicht nur seine Sexualität!) finden möchte.

Die Lektüre eignet sich für ein verregnetes Wochenende. Und ich hoffe, Newitz legt nach.

Lektüre beendet „Identität“ (Francis Fukuyama)

„In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der demokratischen Staaten weltweit erschreckend schnell zurückgegangen. Erleben wir gerade das Ende der liberalen Demokratie? Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama, Autor des Weltbestsellers Das Ende der Geschichte, sucht in seinem neuen Buch nach den Gründen, warum sich immer mehr Menschen antidemokratischen Strömungen zuwenden und den Liberalismus ablehnen. Er zeigt, warum die Politik der Stunde geprägt ist von Nationalismus und Wut, welche Rolle linke und rechte Parteien bei dieser Entwicklung spielen, und was wir tun können, um unsere gesellschaftliche Identität und damit die liberale Demokratie wieder zu beleben.“ (Quelle)

Fukuyama traut dem Nationalstaat einiges zu. Geht es nach ihm, so ist es dieser, welcher mittelfristig als einer Akteur in der Lage sein wird, universelle Tugenden aufzusetzen (und vorzuleben), die die zunehmende Anzahl an sich immer weiter fragmentierenden Identitäten einfangen (ein Konzept, das sich die neue Rechte einfach von links abholte und daraus Klientelpolitik bzw. Wahlerfolge schusterte) und zu einem funktionierenden, liberalen, demokratischen Staatswesen zusammenführt.

Lektüre beendet „Fantasyland: 500 Jahre Realitätsverlust – Die Geschichte Amerikas neu erzählt“ (Kurt Andersen)

„‚Das postfaktische Zeitalter ist kein unerklärliches und verrücktes neues Phänomen. Im Gegenteil: Was wir jetzt sehen, ist nur die Spitze des Eisberges‘, schreibt Kurt Andersen in seinem aufsehenerregenden Buch Fantasyland. Der Hang zum Magischen und Fantastischen, so der preisgekrönte Kulturjournalist, ist tief in die kollektive DNA der Amerikaner eingeschrieben. Er entstand, als europäische Siedler erstmals den Boden der »Neuen Welt« betraten, im Gepäck vor allem eins: ausgeprägten Individualismus und Lebensträume und Fantasien von epischem Ausmaß. Mitreißend und eloquent erzählt Andersen vom großen amerikanischen Experiment – und warum es so spektakulär scheiterte. Wer verstehen will, wie die Grenze zwischen Realität und Illusion derart verrutschen und ein Mann wie Donald Trump es ins Weiße Haus schaffen konnte, muss dieses Buch lesen.“ (Quelle)

Nur für Hunde, nicht für Katzen – Batzen! Jawohl, die 700 Seiten sind wirklich eine ganz schön geballte Ladung Kulturpessimismus. Aber auch mit optimistischen Untertönen – wenigen zwar, aber Andersen hat die Hoffnung noch nicht komplett aufgegeben, dass seine Landsmänner und -frauen wieder aus dem Fantasyland herausfinden.

 

 

Lektüre beendet „Wissenschaftstheorie“ (Holm Tetens)

„Was ist Wissenschaft? Was dürfen und sollen wir von ihr erwarten, was nicht? Diese Frage ist die Leitfrage der Wissenschaftstheorie. Holm Tetens versucht eine systematische Antwort. Dabei geht er auf die gegenwärtige Stellung der Wissenschaften innerhalb unserer Kultur ein und thematisiert Fragen wie die nach der Zuverlässigkeit des wissenschaftlichen Prognosewissens, nach dem auffälligen Streit der Experten in fast allen wichtigen Fragen und nach dem Unterschied zwischen dem wissenschaftlichen und anderen, zum Beispiel religiösen Weltbildern.“ (Quelle)

Um es abzukürzen, mit der vorliegenden Einführung sollte eigentlich jede(r) genau das bekommen, was sie/er sich von dem Titel versprochen hat. Besonders gut gefallen hat mir das Kapitel, in dem der Autor Geistes- und Naturwissenschaften gegenüberstellt (und sie nicht trickreich gegeneinander auszuspielen versucht).