eBook-Vorstellungen „Blackout“, „Sunset Park“ & „Momentum“

MARC ELSBERG – Blackout

Es ist das absolute Schreckensszenario des modern-urbanen Menschen: Mitten im Februar fallen in ganz Europa die Stromnetze aus. Der italienische Informatiker Piero Manzano und der Europol-Kommissar Bollard treten in einem Rennen gegen die Zeit an, um die Strippenzieher dieses Verbrechens dingfest zu machen.

PAUL AUSTER – Sunset Park

Wer sich auf Auster einlässt, weiß, dass es düster zugehen wird. Auch diesmal enttäuscht er nicht: Im Zentrum stehen 6 sehr unterschiedliche Menschen, die in einem besetzten Haus im heruntergekommenen Stadtteil Sunset Park in Brooklyn leben. Literarisch-politisches Amerika at it’s best.

ROGER WILLEMSEN – Momentum

Was zeichnet eigentlich einen Moment aus? Sind es Augenblicke von stimmungshafter Intensität oder sind es eher bemerkenswerte Situationen? Oder beides? Roger Willemsen hat da seine ganz eigenen, nachdenklichen, aber auch edukativen Ansichten. Wer Willemsen sucht, wird in diesem Buch zu 100% fündig.

Audiobook-Vorstellung: „Der Knochenbrecher“ & „Die Stadt der träumenden Bücher“

Der Knochenbrecher

Argon Verlag / Autor: Chris Carter / Gelesen von: Uve Teschner 

Stadt der Engel? Pah! Nicht, wenn ein verrückter Killer die Straßen unsicher macht. Der US-Autor Chris Carter, der als studierter forensischer Psychologie jahrelang Berater der hiesigen Staatsanwaltschaft war, nun aber in Los Angeles seinem Dasein als Schriftsteller frönt, lässt seinen schärfsten Hund von der Kette: Robert Hunter – Polizist, Profiler, Held des Los Angeles Police Department. Doch auch sein Gegner ist nicht ohne in diesem Audiobook:

Wenn es Nacht wird in der Westküsten-Metropole findet dieser Mann keinen Schlaf. Von Albträumen heimgesucht, ist er auf der Suche nach seinem nächsten Opfer. Eine spannende Auseinandersetzung ist garantiert, wenn diese beiden Männer aneinandergeraten. Doch was wäre ein Audiobook ohne einen Sprecher, der sein Handwerk verdient? Uve Teschner ist ein solcher Sprecher. Mit seiner warmen und wandelbaren Stimme hat er bereits zahlreiche Hörbücher sowie Hörspiele eingelesen und gilt nicht umsonst als ein lebhafter Gestalter, der unterschiedlichsten Charaktere Leben einhauchen kann. Ri

Die Stadt der träumenden Bücher

HörbucHHamburg / Autor: Walter Moers / Gelesen von: Dirk Bach / VÖ: Jetzt im iTunes Store

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns eine traurige Nachricht. Einer der talentiertesten und beliebtesten deutschen TV-Entertainer, Dirk Bach, ist völlig überraschend verstorben. So manch einer mag ihn lediglich als bunten Paradiesvogel aus dem TV-Format „Das Dschungelcamp“ kennen, aber Bach konnte wesentlich mehr. Exemplarisch dürfen wir z.B. auf seine kongeniale Sprechertätigkeit für den Klassiker „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers verweisen: Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Diesem will Mythenmetz auf den Grund gehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen – eine Welt voller Abenteuer liegt vor ihm.

Nahaufnahmen.ch-Jahresrückblick: Spiele des Jahres 2015

Und den findet Ihr hier.

Kleiner Teaser: „Nachdem die nahaufnahmen-Redaktion für 2014 nur schnalzende „Ts, ts, ts“ und nackenstarre-induzierende Kopfschüttler übrig hatte, ist 2015 wieder (fast) alles gut in Spieleland: Von Giganto-Serien, die ihre Identität mit viel Anlauf endlich gefunden haben bis zu Winzig-Spielen mit erstaunlich viel Euphorie-Potential bot 2015 Vieles, für viele.“

Buchbesprechung „Verteidigung“ (John Grisham)

Denkt man an juristische Krimikost, denkt man an John Grisham. Kein Wunder – nach 23 Romanen hat sich der ehemalige Rechtsanwalt Grisham längst in die Herzen der Genrefans geschrieben. Jetzt meldet er sich mit seinem neuesten Werk „Verteidigung“ zurück.

Die eigene Vita beschäftigt den Erfolgsautoren Grisham offensichtlich. Nur so ist es wohl zu erklären, dass in seinem neuen Roman „Verteidigung“ erneut ein Anwalt im Mittelpunkt des Geschehens steht. Diesmal geht es um David Zinc, der seit fünf Jahren als Anwalt bei Rogan Rothberg, einer der renommiertesten Kanzleien im Großraum Chicagos, arbeitet. Doch der Job fordert seinen Tribut – vom permanenten Arbeitsdruck entkräftet, bewirbt er sich bei Finley & Figg, einem Zweimannbetrieb, der seine Fixkosten durch Prozesse rund um Verkehrsunfällen und ähnliche Kleinstdelikte einholt. Dass die sprichwörtliche Not allerdings tatsächlich erfinderisch macht, erlebt David dort aus erster Hand – Einfallsreichtum und geschickte Winkelzüge sind das gut geölte Handwerkszeug der kleinen Firma.

Dann jedoch geschieht etwas, was das Leben der Anwälte auf den Kopf stellen könnte. Wally Figg zieht einen Riesenfisch in Form einer Klage gegen einen Pharmakonzern, der ein Medikament trotz möglicherweise tödlicher Nebenwirkungen nicht vom Markt nehmen möchte, an Land. Begeistert machen sich die Partner ans Werk, bis David erkennt, dass Finley & Figg die nötige Kompetenz für einen Prozess jener Größenordnung fehlt.

In „Verteidigung“ steht „die Pharmaindustrie“ als Synonym kapitalgeiler Kaltherzigkeit am Pranger – ein durchaus lohnender Antagonist, ein Schelm, wer jetzt an John le Carrés „Der ewige Gärtner“ oder „Die letzte Flucht“ von Wolfgang Schorlau denkt. John Grisham, hinter dessen Autorennamen die beeindruckende Erfolgsbilanz von über 250 Millionen gedruckten Romanen und 10 Filmadaptionen seiner Stoffe stehen, erschafft erneut eine packende Story. Konsequent und routiniert erzählt er seine Lieblingsgeschichte – die eines Individuums, das an das System glaubt, aber gleichzeitig von dessen Auswüchsen bedroht wird. Wie so oft, gelingt Grisham damit auch diesmal ein unterhaltsamer und spannender Pageturner.

Nachlese „Metal Gear Rising: Revengeance“

Dieser Artikel erschien zuerst hier.

What’s all this Cyberpunk about?

Metal Gear Rising: Revengeance (Platinum Games)

METAL-GEAR-RISING-REVENGEANCE_S01

Eben noch als die „pussy in MGS2“ verschrien, macht Elektro-Boy Raiden nun in Metal Gear Rising: Revengeance keine Gefangenen. Abgesehen davon, dass er Mann wie Melone in kleine, kleinere und kleinste Teile schneidet, verstehe ich ihn als soziokulturelles Phänomen nicht. Was ist er? Was macht er? Warum wirft er mich auf mich zurück?

Von Rudolf Inderst.

Atmet Ihr schwer? Er sitzt also auch auf Eurem MGS-Buckel. Der Geist der Postmoderne. P-o-s-t-m-o-d—-… er wiegt so schwer, dass Ihr Euch nicht konzentrieren könnt. Intertex. Ist das wie…Tele…text? –tualität. So endet auch Spiri…-. Und wenn dieser Textgehalt als Einstieg etwas sperrig daherkommt, verlange ich, dass Ihr noch einmal die letzten 40 Minuten von Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty spielt. Oder die Cut Scenes von Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots anseht. In beliebiger Reihenfolge. Sogar rückwärts sei erlaubt. Mittwoch gibt es Eis. Nehmt es ernst. Dann nimmt es Euch. Ernst.

Cyberwelsch

Publisher Konami fasst zusammen: „In der nahen Zukunft wird die Cyborg-Technologie immer mehr als normal in der Gesellschaft angesehen. Drei Jahre sind vergangenen, seit dem Zusammenbruch des Patriots-System und dennoch scheint der Frieden nicht wirklich zurückgekehrt ist. Die Verbreitung von Cyborg-Technologie löst Konflikte und Instabilität zwischen denen aus, die die Technolgie nutzen und denen, den sie verwehrt bleibt. Zudem sind große PMCs (Privat Military Company), die von den Patriots kontrolliert und unterstützt wurden, zusammengebrochen und streben nun nach größeren und skrupellosen kriminellen Organisationen. Diese abtrünningen PMCs wenden Cyborg-Technologie an, um ihren Willen und ihre Macht durchzusetzen. Als Mitglied der friedensstiftenden PMC “Maverick Security”, strebt Raiden nach Frieden und schützt und rettet Leben. Nachdem sich die Welt jedoch erneut in einen Kriegsschauplatz verwandelt, führt kein Weg daran vorbei, dass Raiden seine Ideologie ändert und sich dem Gegner stellt.“

Konami hält die vielen Hände auf - die Kunden zahlen und spielen

Raiden muss seine Ideologie ändern. „Abtrünninge“ (!) wenden Cyborg-Technologie an. „Drei Jahre sind vergangenen, seit dem Zusammenbruch des Patriots-System und dennoch scheint der Frieden nicht wirklich zurückgekehrt ist.“ Ja, „dennoch scheint der Frieden nicht wirklich zurückgekehrt ist.“ Raffiniert. Ist das schon Teil des Spiels? Ist es ein Rätsel? Eine Prophezeiung? Ich presse mich an die Grammatik-Wand. Durch Klopfen locke ich Wächter an. Es ist niemand da. Keiner reagiert auf die Schreie der Geknechteten. Kein Warface ist grimmiger. Kein Call of Duty, der beantwortet werden möchte. Pong! Es regnetAsteroids. Auf Wonderboys. Ideologien dienen zur Begründung und Rechtfertigung politischen Handelns. Raiden, Raiden, Raiden! Politisches Handeln war nie so wirr. Cyber Dir einen!

Cyberhound trifft Cyberfunk

Da gibt es einen Hund im Spiel. Ich mutmaße zumindest, dass das Wesen einem Hund nachempfunden sein soll. Eine absurd-bürgerliche Vorstellung. Eine Robo-Mannequin und ein Köter aus Blech. B5 Aktuell meldet, dass Seehofer „bei der Homo-Ehe auf die Bremse“ trete. Was würde er zu dieser Verbindung sagen. Gefiele sie dem Bayerischen Primus inter pares? Raiden wäre ja eher ein „primum“. Und Hunde sind keine Primaten. Ich schreibe auch gerade über einen Hund. Das ist kein Scherz. Ich hatte einen klassischen, streichen wir “klassischen”, Roman im Kopf. Über die Freundschaft zwischen Mann und Hund. Der Hund heißt Alfred. Er kann sprechen und ist 1,80m groß. Sein Benehmen erinnert an die Vorstellung eines britischen Aristokraten. Vorstellung. Sowieso ein schönes Thema. Mitternachtsvorstellungen z.B. In amerikanischen Filmen gehen manchmal Menschen mitten in der Nacht ins Kino. Danach hängen sie müde in triple-ranzigen Diners/Dinern ab. Ziemlich cool.

 

In der Perspektive liegt die Kraft
In der Perspektive liegt die Kraft

Welche Vorstellung habt Ihr von Cyberpunk? Seht Ihr ihn etwa auch als „Inszenierung (medien)technologischer Diskurse des elektronischen bzw. digitalen Zeitalters“? Als „Fiktionalisierung medientheoretischer Konzepte der postmodernen Theoriebildung“? Dann steht Ihr auf der Seite von Jiré Emine Gözen. Die Zitate stammen aus ihrem fantastischen Werk „Cyberpunk. Science Fiction. Literarische Fiktionen und Medientheorie“.  Die, die es wieder nicht abwarten können, springen auf Seite 205. Dort findet Ihr das Kapital „Inhalte, Thematiken, Ontologie – eine Zusammenfassung“. Das hätten die unzähligen Besprecher von Metal Gear Rising: Revengeance lesen sollen. Cyberpunk hat es nicht verdient, eine Buzzword-Hülle in mittelprächtigen Rezensionen zu werden, dort zu verhungern oder in der Hitze des Durchlaufverkehrs (”DIE NÄCHSTE REVIEW!”) zu verwesen und so als dampfender Brei auf dem Küchenboden zu enden. Poor Raiden. Poor Cyberhund. Sitz. Platz. Aus.

 

Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen

Originaltitel: Metal Gear Rising: Revengeance
Plattformen: Xbox 360, Playstation 3
Genre: Action-Adventure
Entwickler: Platinum Games
Veröffentlicht von: Konami