FFF-Filmsichtung “The Babadook”

Mit Geheimtipps soll man sparsam umgehen – hier haben wir einen. Auf engem Raum inszeniert sind es vor allem die Darsteller, die diesen Familiengrusler zu einem kleinen, schrecklichen Sehgenuss machen. Mutter und Kind geben einfach alles. Physisch wie psychisch, wie man so schön sagt. Regisseurin Kent greift ihren eigenen Kurzfilm auf und bläst ihn auf gelungen-gruselige Weise auf. Zwar lässt die Auflösung viele Fragen offen, aber die Katholiken unter uns wissen: Wer lauter das vermeintlich Richtige brüllt, gewinnt.

FFF-Filmsichtung “Housebound”

Ah, Horrorkomödien. Aus Neuseeland. Traditionell schwer zu beackern. Wir wissen alle, weshalb. Das Übererbe wiegt schwer. Aber auch gerade deshalb ist “Housebound” eine angenehme Überraschung: mal blutiger Horrorslaher, mal zotenhafter Familienklamauk. Wie lange es wohl dauerte, bis man Morgana O’Reilly verschandelte? Undenkbar!

Und das für etwa 220.000 Euro Budget? Komm schon Deutschland, das muss doch endlich mal wieder was passieren.

FFF2014-Filmsichtung “Wer”

Wer hat an dem Wolf gedreht? Hihi.

Der erste Film, den ich dieses Jahr auf dem FFF sichten durfte ist ein angenehm ironiefreier, einigermaßen blutiger Werwolf-Streifen, der damit als gelungener Auftakttitel zählen darf, auch wenn die Kameraarbeit recht inkonsistent daherkommt. Weshalb? Sie ist weder Fisch noch Fleisch. Immer wieder wechseln sich die Eindrücke von Fake-Doku und Spielfilm ab und kommen sich dabei in der Formsprache arg ins Gehege. Fortsetzungspotenzial ist reichlich vorhanden, die Spannungskurve nimmt einigermaßen spät Fahrt auf.

FFF-Sichtung “The Possession”

Wieder ein Opfer des PG-13-Recut-Verfahrens – leider, leider – was bleibt, ist ein solider Besessenheits-Streifen, der sich leider recht wenig über die Nebenkriegsschauplätze kümmert – sehr gut gefiel mir optisch die Krankenhausuntersuchung der Hauptfigur. Und dass Zahnärzte. die ihre Hosen auf Schulterhöhe tragen, ins Grass beissen, ist auch sehr fein.

FFF-Sichtung “Thale”

Das Wichtigste zuerst: Man ignoriere den Trailer; dieser vermittelt leider ein völlig falsches Bild dieses unheimlich leisen und stillen Filmes, der ein wunderbarer Kurzfilm hätte werden können, aber dummerweise in das Format eines feature films gedrückt wurde. Das Resultat, gerade im letzten Drittel des Films, ist ernüchternd.