FFF2015-Filmsichtung „Bite“

Man stelle sich vor, was ein durchschnittlicher deutscher Filmhochschulenstudent aus der – nennen wir sie einmal gönnerisch Splattersoap – „Bite“ gemacht hätte:

Die norddeutsche Sörke (23) fliegt mit ihren beiden Busenfreundinnen Hunke (22) und Munke (25) „auf Domrep“, um es vor der Eheschließung mit Kerke (26) noch einmal krachen zu lassen. Abgesehen davon, dass Sörke nicht weiß, dass Munke (25!) insgeheim es schon lange auf Kerke, der 26 Jahre alt ist, abgesehen hat und das bumsfidele Luder vorhat, diesen ihrer Freundin Sörke mittels Teufelsplan auszuspannen, ist Sörke (still 23!!!) selbst gar nicht so sicher, ob sie die Ehe mit Sparkassen-Kerke eingehen möchte. Obgleich Hunke ihr stets gut zuredet, gibt es da noch die Mutter von Kerke, Ayke (56), die Sörke für eine retardierte Lobotomie-Null hält und die Eheschließung unbedingt verhindern möchte. Sei es drum, „auf Domrep“ sorgt die hundsdurchtriebene Munke dafür, dass Insulaner Herrmann (Großvater Otto siedelte spät im Jahr 1945 ganz plötzlich aus Deutschland um) Sörke „six ways from sunday“ rape-culture-mäßig übernimmt. Voller alter (wann erkläre ich Freund Kerke nur, dass ich gar nicht vor den Altar treten möchte) und neuer (Ehering verloren [in Wahrheit von Miststück Munke geklaut], von Herrmann genötigt) Schuldgefühle reist Sörke zurück in ihre 1,5 Zimmer-Wohnung im urbanen Nirgendwo. Eine Woche später: Suizid. Ende.

Tatsächlich kam es anders, nicht weniger klischeehaft, aber immerhin mit genug Anleihen der großen Bodyhorror-Vorbilder, um den geneigten Zuseher in seinen Kotztrieben zu bestätigen. (Schleim-)mission erfüllt.

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FFF2015-Filmsichtung „Turbo Kid“

Turbo Kid“ ist eine sehr angenehme Überraschung. Romantischer Retro-SciFi Ausflug in die Postapokalypse auf dem BMX gefällig? Wunderbar! Dann sei dabei – aber mach zur Sicherheit noch den Synthie-Pop an, damit es richtig knallt, passt ja auch wunderbar zur Splatterorgie.

FFF2015-Filmsichtung „Infini“

„Infini“ eröffnete für mich dieses Jahr das Fantasy Filmfest. Dieser stellte sich leider als eher mittelmäßige SciFi-Horror-Melange heraus, die fortwährend an ihrem Minderbudget krankt. Der „Ersatz“ besteht aus Unmengen von Jump Cuts und Nahaufnahmen von brüllenden Darstellern. Da da Ende einigermaßen offen ist, mag ich nicht so recht von einer Enttäuschung sprechen, aber großartige Science Fiction sieht anders aus.

Fantasy Filmfest 2014 – das Fazit

Als ich gestern Nacht sehr spät aus dem Kino nach Hause kam, wurden mir drei Sachen klar, bevor mir die Augen zufielen:

  1. Ich habe nur fünf Stunden Schlaf vor mir.
  2. Ich habe dieses Jahr nur fünf Filme auf dem Festival gesehen.
  3. Ich habe dieses Jahr keinen schlechten Film auf dem Festival gesehen.

Schauen wir uns das doch einmal genauer an – gehen wir ins Ranking:

 

5. Housebound

4. Stage Fright

3. Wer

2. What We Do in the Shadows

1. The Babadook

 

 

 

 

 

 

FFF-Filmsichtung „What We Do in the Shadows“

Das diesjährige Center Piece des FFF 2014 überzeugt auf ganzer Linie. Die fulminant unterhaltsame Horrorkomödie zieht alle Register des dämlichen Fake-Doku-Terrors debilen Privatsendertums, stellt sie auf den Kopf, mixt sie wie ein untot-begabter Barkeeper und entlässt den Zuseher mit der Gewissheit, dass Deutschland seinen Mario Barth verdient hat, wenn es nicht etwas Ähnliches wie „What We Do in the Shadows“ trotz Filmförderungzauberstaub zuhauf im Arsch auf die Beine stellen kann.

FFF-Filmsichtung „The Babadook“

Mit Geheimtipps soll man sparsam umgehen – hier haben wir einen. Auf engem Raum inszeniert sind es vor allem die Darsteller, die diesen Familiengrusler zu einem kleinen, schrecklichen Sehgenuss machen. Mutter und Kind geben einfach alles. Physisch wie psychisch, wie man so schön sagt. Regisseurin Kent greift ihren eigenen Kurzfilm auf und bläst ihn auf gelungen-gruselige Weise auf. Zwar lässt die Auflösung viele Fragen offen, aber die Katholiken unter uns wissen: Wer lauter das vermeintlich Richtige brüllt, gewinnt.

FFF-Filmsichtung „Housebound“

Ah, Horrorkomödien. Aus Neuseeland. Traditionell schwer zu beackern. Wir wissen alle, weshalb. Das Übererbe wiegt schwer. Aber auch gerade deshalb ist „Housebound“ eine angenehme Überraschung: mal blutiger Horrorslaher, mal zotenhafter Familienklamauk. Wie lange es wohl dauerte, bis man Morgana O’Reilly verschandelte? Undenkbar!

Und das für etwa 220.000 Euro Budget? Komm schon Deutschland, das muss doch endlich mal wieder was passieren.