Fantasy Filmfest 2014 – das Fazit

Als ich gestern Nacht sehr spät aus dem Kino nach Hause kam, wurden mir drei Sachen klar, bevor mir die Augen zufielen:

  1. Ich habe nur fünf Stunden Schlaf vor mir.
  2. Ich habe dieses Jahr nur fünf Filme auf dem Festival gesehen.
  3. Ich habe dieses Jahr keinen schlechten Film auf dem Festival gesehen.

Schauen wir uns das doch einmal genauer an – gehen wir ins Ranking:

 

5. Housebound

4. Stage Fright

3. Wer

2. What We Do in the Shadows

1. The Babadook

 

 

 

 

 

 

FFF-Filmsichtung „What We Do in the Shadows“

Das diesjährige Center Piece des FFF 2014 überzeugt auf ganzer Linie. Die fulminant unterhaltsame Horrorkomödie zieht alle Register des dämlichen Fake-Doku-Terrors debilen Privatsendertums, stellt sie auf den Kopf, mixt sie wie ein untot-begabter Barkeeper und entlässt den Zuseher mit der Gewissheit, dass Deutschland seinen Mario Barth verdient hat, wenn es nicht etwas Ähnliches wie „What We Do in the Shadows“ trotz Filmförderungzauberstaub zuhauf im Arsch auf die Beine stellen kann.

FFF-Filmsichtung „The Babadook“

Mit Geheimtipps soll man sparsam umgehen – hier haben wir einen. Auf engem Raum inszeniert sind es vor allem die Darsteller, die diesen Familiengrusler zu einem kleinen, schrecklichen Sehgenuss machen. Mutter und Kind geben einfach alles. Physisch wie psychisch, wie man so schön sagt. Regisseurin Kent greift ihren eigenen Kurzfilm auf und bläst ihn auf gelungen-gruselige Weise auf. Zwar lässt die Auflösung viele Fragen offen, aber die Katholiken unter uns wissen: Wer lauter das vermeintlich Richtige brüllt, gewinnt.

FFF-Filmsichtung „Housebound“

Ah, Horrorkomödien. Aus Neuseeland. Traditionell schwer zu beackern. Wir wissen alle, weshalb. Das Übererbe wiegt schwer. Aber auch gerade deshalb ist „Housebound“ eine angenehme Überraschung: mal blutiger Horrorslaher, mal zotenhafter Familienklamauk. Wie lange es wohl dauerte, bis man Morgana O’Reilly verschandelte? Undenkbar!

Und das für etwa 220.000 Euro Budget? Komm schon Deutschland, das muss doch endlich mal wieder was passieren.

FFF2014-Filmsichtung „Wer“

Wer hat an dem Wolf gedreht? Hihi.

Der erste Film, den ich dieses Jahr auf dem FFF sichten durfte ist ein angenehm ironiefreier, einigermaßen blutiger Werwolf-Streifen, der damit als gelungener Auftakttitel zählen darf, auch wenn die Kameraarbeit recht inkonsistent daherkommt. Weshalb? Sie ist weder Fisch noch Fleisch. Immer wieder wechseln sich die Eindrücke von Fake-Doku und Spielfilm ab und kommen sich dabei in der Formsprache arg ins Gehege. Fortsetzungspotenzial ist reichlich vorhanden, die Spannungskurve nimmt einigermaßen spät Fahrt auf.