Fantasy Film Fest White Nights 2017

Es war wieder soweit: Nach 2015 weilte ich mal wieder auf den White Nights und nahm von zehn möglichen Filmen vier mit:

Hunt for the Wilderpeople

„Taika Waititi’s (WHAT WE DO IN THE SHADOWS) new crowd pleaser became an audience favorite at various festivals all over the world. Featuring a stunning Sam Neill, this might be the single most enjoyable adventure film of the year.“ (Quelle)

Für mich klarer Gewinner der Auswahl: Sehr anrührend und unheimlich witzig. Dazu mit einem tollen Soundtrack ausgestattet.

The Monster

„Bryan Bertino’s debut feature THE STRANGERS was smart, atmospheric horror at its best. In his new film, THE MONSTER, he helms an even darker take on the creature horror genre. An eerie success, destined to be a classic!“ (Quelle)

Ja, schon klar, das wahre Monster ist natürlich der Familienkrach, siehe Vatti und die Flasche in Poltergeist II. Aber diese Produktion hat dennoch dreißig Minuten zu viel auf dem Buckel.

The Osiris Child: Science Fiction Volume One

„An action packed vision of the future, ruthless rogues, evil alien monsters and a colonialized galaxy on the brink of catastrophe. Sounds good? Then this is the perfect science fiction film to get you over the winter blues. With Isabel Lucas and Kellan Lutz as eye candy.“ (Quelle)

Hm, schlimm. SCHLIMM! Eine Mischung aus Dino-Klamauk und 90er-Jahre-SciFi-Serie – hier stimmt einfach gar nichts. Und dazu ein vollkommen trashiger Soundtrack. Okay, der nervende Beauty-Protagonist bekommt wenigstens eine Kugel in den Kopf. Fair.

The Void

„Cloaked figures lay siege to a provincial hospital. Whoever dares to leave dies. For the few prisoners inside chances of survival seem to deminish as this hellfest of a slaughter thriller relentlessly bows down to the great works of Lucio Fulci, John Carpenter and Clive Barker.“ (Quelle)

Wenn man zugibt, The Void ganz großartig gefunden zu haben, ist man offensichtlich in einer gejagten Minderheit. Also, MIR gefiel er. Vinzenz-Murr-Schlachtplatte-handgemacht und in den besten Momenten unheimlich und verstörend.

 

FFF2016-Sichtung: „Mojin: The Lost Legend“

„At the beginning of the 1990s, famous tomb explorer Hu Bayi decided to retire with his fiancée Shirley. But before his wedding, Bayi discovers his first love Ding Shitian, who had supposedly died 20 years ago, is actually still alive. “ (Quelle)

Zu viel. Zu lang. Und zu Mannigfaches von beiden.

130 Minuten CGI-Regen und jede Menge Klamauk. Da muss man durch. Immerhin: Der Trailer lügt nicht.

FFF2015-Doppelfilmsichtung „Tales of Halloween“ & „Stung“

Die Halloween-Geschichten hatten, wie zu erwarten, ihre Höhen und Tiefen. Insgesamt reichten allerdings auch die besten Kurzfilme nicht an einen „Trick ‚r Treat“ heran. Neil Marshalls Beitrag um einen amoklaufenden CGI-Pumpkin gefiel mir am besten und This means war war für mich der schwächste Beitrag. Okay-ish all together. Die Digital-Optik machte alle Beiträge gleichermaßen visuell-billig. Schade.

Stung„… hmm … deutsche Genrekost? Kann das gutgehen? Es kann. Sort of. Die Creature-Anteile können durchaus als gelungen bezeichnet werden, auch wenn das Sounddesign hier wohl in Sekt- und Feierlaune war und die Effekte derart übersteuerte, dass die Ohren bluteten. Dass es allerdings extra einen amerikanischen Drehbuchschreiber benötigt, um einen derart konventionellen Streifen auf die Beine zu schreiben, kann ich mir beim besten Willen NICHT vorstellen. Sollte die Schreibe des US-Boys tatsächlich alle deutschen Writer ausgestochen haben (es ging um einen Wettbewerb, dessen Sieg die Realisierung des Films bedeutete), verstehe ich die Welt nicht mehr.

FFF2015-Filmsichtung „Bite“

Man stelle sich vor, was ein durchschnittlicher deutscher Filmhochschulenstudent aus der – nennen wir sie einmal gönnerisch Splattersoap – „Bite“ gemacht hätte:

Die norddeutsche Sörke (23) fliegt mit ihren beiden Busenfreundinnen Hunke (22) und Munke (25) „auf Domrep“, um es vor der Eheschließung mit Kerke (26) noch einmal krachen zu lassen. Abgesehen davon, dass Sörke nicht weiß, dass Munke (25!) insgeheim es schon lange auf Kerke, der 26 Jahre alt ist, abgesehen hat und das bumsfidele Luder vorhat, diesen ihrer Freundin Sörke mittels Teufelsplan auszuspannen, ist Sörke (still 23!!!) selbst gar nicht so sicher, ob sie die Ehe mit Sparkassen-Kerke eingehen möchte. Obgleich Hunke ihr stets gut zuredet, gibt es da noch die Mutter von Kerke, Ayke (56), die Sörke für eine retardierte Lobotomie-Null hält und die Eheschließung unbedingt verhindern möchte. Sei es drum, „auf Domrep“ sorgt die hundsdurchtriebene Munke dafür, dass Insulaner Herrmann (Großvater Otto siedelte spät im Jahr 1945 ganz plötzlich aus Deutschland um) Sörke „six ways from sunday“ rape-culture-mäßig übernimmt. Voller alter (wann erkläre ich Freund Kerke nur, dass ich gar nicht vor den Altar treten möchte) und neuer (Ehering verloren [in Wahrheit von Miststück Munke geklaut], von Herrmann genötigt) Schuldgefühle reist Sörke zurück in ihre 1,5 Zimmer-Wohnung im urbanen Nirgendwo. Eine Woche später: Suizid. Ende.

Tatsächlich kam es anders, nicht weniger klischeehaft, aber immerhin mit genug Anleihen der großen Bodyhorror-Vorbilder, um den geneigten Zuseher in seinen Kotztrieben zu bestätigen. (Schleim-)mission erfüllt.