Lektüre beendet „Anti-Europäer“ (Claus Leggewie)

„Was verbindet den norwegischen Massenmörder Anders Breivik, den russischen Intellektuellen Alexander Dugin und den syrischen Dschihadisten Abu Musab al-Suri? Claus Leggewie erkennt in ihnen Repräsentanten von Weltanschauungen, für die trotz aller Unterschiede und Gegensätze die Feindschaft zu offenen Gesellschaften gleichermaßen zentral sei. Leggewie analysiert Schriften, Biografien sowie Milieus der Drei und zeigt ihre parallelen Feindbilder auf: Im Rückgriff auf antimoderne Ideen vom Anfang des 20. Jahrhunderts wetterten sie gegen Demokratie, Pluralismus, Emanzipation, Globalisierung und den angeblich dekadenten Westen. Das Erstarken identitärer und autoritärer Stimmungen mache die europäische Öffentlichkeit besonders anfällig für diese nur scheinbar gegensätzlichen Ideologien. Um deren Zerstörungspotenzial durch Worte und Waffen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, ruft Leggewie nach kreativen und positiven Zukunftsentwürfen für Europa und die Welt.“ (Quelle)

Eine schnelle, flotte Lektüre.

Lektüre abgeschlossen „Was jetzt“ (Hugo Portisch)

Recht dramatisch zugespitzt stellt der renommierte österreichische Journalist Hugo Portisch (er war jahrelang Chefredakteur des Kurier, später Chefkommentator des ORF und weltpolitischer Kommentator beim Bayerischen Rundfunk. In Anerkennung seiner journalistischen Leistungen wurde er zweimal mit der Goldenen Kamera, dreimal mit der Romy, zweimal mit dem Fernsehpreis der Volksbildung sowie mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels und dem Preis der Concordia ausgezeichnet) in seinem vorliegenden Kommentar Was jetzt (77 Seiten) Fragen, die sich rund um die aktuelle Krise der EU drehen: Ist Europa noch zu retten? Unsere Währung, der Euro? Um Antworten zu finden, gibt sich der Autor – und das beherrscht er – als volksnaher Historiker und wirft einen Blick in die Gründungsgeschichte des europäischen Staatengemeinschaft. Er deutet die Intention der heutigen EU recht stark als Friedensbündnis, ist allerdings clever genug, nicht die EINE Antwort geben zu wollen, sondern zeigt mögliche Wege aus der Krise auf. Kritische Denkanstöße findet man also reichlich in dem Büchlein, über eine angenehme Schreibe freut sich der Leser ebenso. Gelungen.