Lektüre beendet „Anti-Europäer“ (Claus Leggewie)

„Was verbindet den norwegischen Massenmörder Anders Breivik, den russischen Intellektuellen Alexander Dugin und den syrischen Dschihadisten Abu Musab al-Suri? Claus Leggewie erkennt in ihnen Repräsentanten von Weltanschauungen, für die trotz aller Unterschiede und Gegensätze die Feindschaft zu offenen Gesellschaften gleichermaßen zentral sei. Leggewie analysiert Schriften, Biografien sowie Milieus der Drei und zeigt ihre parallelen Feindbilder auf: Im Rückgriff auf antimoderne Ideen vom Anfang des 20. Jahrhunderts wetterten sie gegen Demokratie, Pluralismus, Emanzipation, Globalisierung und den angeblich dekadenten Westen. Das Erstarken identitärer und autoritärer Stimmungen mache die europäische Öffentlichkeit besonders anfällig für diese nur scheinbar gegensätzlichen Ideologien. Um deren Zerstörungspotenzial durch Worte und Waffen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, ruft Leggewie nach kreativen und positiven Zukunftsentwürfen für Europa und die Welt.“ (Quelle)

Eine schnelle, flotte Lektüre.

Lektüre beendet „Zornpolitik“ (Uffa Jensen)

„Gäbe es ein Messgerät für die Intensität kollektiver Gefühle, es würde derzeit Spitzenwerte anzeigen: In den politischen Debatten sind vielerorts Wut, Hass und Angst an die Stelle rationaler Argumente und gegenseitiger Rücksichtnahme getreten. Uffa Jensen verfolgt die Ursprünge der Zornpolitik bis ins 19. Jahrhundert zurück und erläutert, wie solche Gefühle der Ablehnung funktionieren. Dabei wird deutlich, dass Emotionen gerade in Auseinandersetzungen über gesellschaftliche Andere wie Flüchtlinge, Muslime oder Juden hochkochen und bewusst instrumentalisiert werden. Aus den historischen Zusammenhängen zwischen Vorurteilen und Gefühlen leitet Jensen Strategien ab, mit denen wir der aktuellen Welle des politischen Furors begegnen können.“ (Quelle)

Die knapp 180 Seiten lesen sich angenehm flott und geben hier und da wunderbare Denkanstöße – vor allem , was Begrifflichkeiten angeht, kann Jensen punkten.