Hörspiel beendet „Flug nach Ruber“

„Ausgerechnet an dem Tag, an dem eine neuartige Rettungsaktion für die eingeschlossene Siedlung Ruber unternommen werden soll, kommt ihr Initiator auf geheimnisvolle Weise ums Leben. Seine Idee war es, den Eingeschlossenen zu helfen, indem er sie befähigt, sich ähnlich wie Pflanzen zu ernähren. Eine Begleiterscheinung könnte die Kommunikationsfähigkeit mit Pflanzen sein. Wenn aber Pflanzen Menschen verstehen können, warum sollten sie dann nicht auch aktiv reagieren können? Sollte diese Fähigkeit mit dem ungeklärten Todesfall zusammenhängen?“ (Quelle)

Paketfahrer, die eigentlich Mathematiker sind, aber dennoch deutsche Lyrik lieben – und das ist nicht mal das Wildeste, was das Hörspiel zu bieten hat. Fein!

Hörspiel beendet „Ein Experiment des Doktor E. über die Bewohnbarkeit der Hölle“

„In der Wirklichkeit werden bisweilen von Wissenschaftlern wahrhaft abenteuerliche Vorschläge gemacht, wie auf einer überbevölkerten Erde das Zusammenleben der Menschen organisiert werden könnte. Die Vorstellungen reichen bis zum Bau riesiger Weltraumstationen zwischen Erde und Mond. Auch für SF-Autoren ist diese Thema immer wieder Anlass, Spekulationen anzustellen und beängstigende Visionen auszumalen. Ein Beispiel dafür ist das Hörspiel von Hermann Ebeling. Eine Vorstellung davon, was passieren könnte, wenn das menschliche Zusammenleben nur noch in unterirdischen Hallen stattfindet, weil das Wasser und die Luft durch Überbevölkerung und Umweltverschmutzung vergiftet ist“. (Quelle)

Fantasievoller Stoff, schön umgesetzt – tolle Auflösung. Hörerherz, was willst Du mehr?

Endlich abgesetzt: Warum ich TV-Serien ein frühes Ende wünsche

Als letzte Woche wieder von verschiedener Seite (in etwa hier oder hier) zu lesen war, welcher US-Sender welche TV-Serie „axed“, nahm ich das sehr interssiert zur Kenntnis. Es waren einige Formate dabei, von denen ich Gutes gehört hatte, aber auch einige, von denen ich keinen blassen Schimmer gehabt hatte, dass sie überhaupt existieren – was nichts heißen mag. Schließlich verlasse ich mich gerne, was Serien betrifft, auf…Empfehlungsmarketing aus dem Freundes- und Bekanntenkreis.

Serienaus – ein Segen?

Okay, okay, das ist natürlich albern. Ich wünsche weder dem Produktionsstab noch den Schauspielern ein schnelles Aus auf ihren hart erkämpften Programmplätzen. In Wahrheit handelt es sich um ein Problem, welches ich ganz allein mit mir selbst auszufechten habe: der Zeitnot. Aber das ist nur die halbe Wahrheit…

Was bisher geschah…!

Meine Seriensehgewohnheiten sind generell recht überschaubar: Ich fühle mich seit einiger Zeit durch Doctor Who – wohlgemerkt startete ich dabei mit dem ersten Doctor aus dem Jahr 1963. Mittlerweile bin ich dabei immerhin in der Mitte der 1970er-Jahre angekommen. Der Doctor wurde von 2005 bis 2010 von David Tennant gespielt, weswegen meine Freundin und ich zusammen Broadchurch sehen, eine britische Krimiserie, die ebenfalls von ihm mehr oder minder getragen wird.

Schließlich sehe ich in großen Zeitabschnitten The Walking Dead mit einem guten Freund, den ich etwa vier bis fünf Mal im Jahr sehe. Mittlerweile ist die TV-Serie wohl dort angekommen, wo ich ungefährerweise mit der entsprechenden Comic-Lektüre aufhörte, aber so genau weiß ich das nicht – schließlich hängen wir hier schätzungsweise drei Staffeln zurück. Der Serienkonsum wird schließlich durch Penny Dreadful abgerundet – ein Format, in dem mich besonders das Verhältnis der Figuren untereinander fasziniert und weniger der Eso-Mischmasch, der die Handlung voranpeitscht.

Von wegen Medienexperte!

Enttäuscht? Vielleicht ein wenig, gebt es zu. Kein The Wire? Kein Breaking Bad? Kein House of Cards? Rudolf, sagt Ihr – und ich kann es deutlich hören – Rudolf, das hätten wir von Dir nicht gedacht! Gerade Du! Du, der sich so gerne als Medienhengst und – kenner erster Güte zu inszenieren suchst! Was ist denn los mit Dir? Was stimmt nicht mit Dir? Nichts, sage ich dann, gar nichts, alles okay!

Agent Carter den Stecker ziehen

Aber zurück an den Anfang. Nehmen wir als Beispiel Agent Carter. Ich würde mich zwar nicht als hyperaktiven Marvel-Universe-Fan bezeichnen, aber die meisten der Kinofilme habe ich mir – auch im Beisein meiner lieben Eltern – mit Freude angesehen. Daher bin ich durchaus gewillt, Carter eine Chance zu geben. Wenn die Serie nun allerdings bereits fünf oder acht Staffeln auf dem Buckel hätte, wäre meine Entscheidung, es zu unterlassen, schnell getroffen – zu einer derartigen Verpflichtung fehlt mir schlichtweg die Zeit.

Wenn der Zeitmangel mit dem Completionisten durchbrennt

Schon am Ende des ersten Absatzes sprach ich an, dass es sich um mein eigenes Problem handelt: Es ist bei genauer Betrachtung nicht nur die Zeit, die fehlt, sondern der Mangel derselbigen paart sich hier mit einer herausfordernden Eigenschaft, die ich – Gott sei Dank – bei digitalen Spielen nie entwickelt habe: die Sehnsucht nach Vollständigkeit. Ich könnte es schlichtweg seelisch nicht ertragen, mit der Sichtung einer TV-Serie zu beginnen und sie dann aus Zeitgründen oder Nichtgefallen abzubrechen. Ich packe das einfach nicht! Es erzeugt regelrechten Stress.

Wenn nun aber TV-Serien sowieso nur, aus welchen Gründen auch immer, eine gewisse, aus welchen Gründen auch immer, Kürze aufweisen, macht sie das sofort interessanter für mich – ein surrealer Zustand! Wieso können sich die AutorInnen denn auch nicht einfach kurz fassen? Eine feine Mini-Serie! Vier oder sechs Episoden! Ende. Aber nein, da rollen die Folgen einfach unverfroren immer weiter und setzen mich so unter Druck wie das Physik-Abitur 1999 (in Bayern) als Formelhasser der ersten Stunde.

Der Ausblick? Strahlend. 

Ich verbuche es daher als durchaus menschliche Regung in mir, wenn ich plötzlich goldene Zeiten wittere – je mehr TV-Serien an den Start gehen, und wir sprechen hier durchaus von teuer produzierten, wunderbar besetzten und exzellent geschriebenen Formaten, desto mehr werden auch auf der Strecke bleiben – hier frisst die Gegenrevolution ebenfalls ihre unprofitablen Kinder. Ich lauere im Dunkeln darauf. Mit der Fernbedienung.