Angespielt: Bardbarian

PLATTFORM: iPhone / iPad / iPod touch PREIS: 0,89 €/ SPRACHE: Deutsch, Englisch u.a. / W0: im App Store

Die Kernbotschaft dieser kurzen Vorstellung lautet: Bardbarian ist erfrischend. Es ist jene Sorte Spiel, die das iOS-Zocker-Ökosystem so reizvoll macht – aus dem Handumdrehen liegt etwas Überraschendes auf dem Tisch (bzw. in den Händen).

Ihr übernehmt die Rolle eines Barbaren namens Bard, der die Schnauze davon voll hat, selbst mit der Axt sein Dorf auf das Blutigste gegen schmierige Invasoren zu verteidigen. Die Liebe zur Musik lässt ihn eine Alternative entwickeln. Dabei ist sein Plan so einfach wie genial: Mit einem Musikinstrument, genauer, einer Laute, bezaubert er kleine Untertanen und befehligt diese in diversen Abwehrschlachten, die in Goblin-Wellen losbrechen.

Wie zu erwarten, sammelt Euer Barbar fleißig Gold ein, um seine Truppen in späteren Levels noch schlagkräftiger auszugestalten. Denn Eines ist klar: Nicht nur Eure Seite rüstet auf – macht Euch auf eine Vielzahl von Monstern gefasst. Die einfache Steuerung sorgt für einen angenehmen Spielfluss und die ausufernde Cartoon-Gewalt entlockt dem geneigten Spieler erstauntes Pfeifen. Mit Bardbarian werdet Ihr lange Freude haben.

Streaming-Sichtung “This Ain’t California”

This Ain’t California ist ein fiktionaler Dokumentarfilm des Regisseurs Marten Persiel aus dem Jahr 2012. Er schildert die Geschichte dreier Jugendlicher um Denis „Panik“ Paraceck, die in der DDR bereits mit jungen Jahren das Rollbrett-Fahren für sich entdecken, immer weiter professionalisieren und schließlich ein Teil der internationalen Szene werden, bis sie sich nach dem Mauerfall 1989 aus den Augen verlieren.” (Quelle)

Ich erinnere mich, wie groß der Aufschrei seiner Zeit in der Filmpresse war, als Persiel das Format der “fiktionalen Doku” für seinen Erzählstoff wählte. Jetzt, ein paar Jahre später, hat sich wohl die Aufregung gelegt und man kann den Film ganz entspannt ansehen.

Und unterhaltsam ist der.

 

 

Angespielt: Atomic Fusion: Particle Collider

PLATTFORM: iPhone / iPad / iPod touch / PREIS: gratis / SPRACHE: Englisch / WO: im App Store

So, Ihr wollte also tatsächlich wissen, was der alte Herr im Himmel (Ihr wisst schon, der mit dem Vollbart!) und ein iOS-Spiel gemeinsam haben? Okay! Atomic Fusion: Particle Collider ist im Grunde seines Herzens ein Arcade-Shooter. Allerdings feuert Ihr keine einzige Kugel ab – nein, hier laufen die Dinge etwas friedvoller, aber deswegen noch lange nicht ruhiger ab.

Euer Ziel ist es, gottgleich alle Elemente des Periodensystems zu erschaffen. In dieser Arcade-Welt sind das immerhin 118 an der Zahl. Ihr saust also munter durch dunkle Materie und begegnet blauen wie orangen Energieströmen, die Ihr anzapfen könnt – doch Vorsicht: Das klappt nur, wenn Ihr per Knopfdruck Euren Aufsammelpod auf die jeweilige Farbe des Energiestroms eingestellt habt. Falsche Farble means falsche Entscheidung, Freunde!

Wer Bullet-Hell-Shooter kennt, weiß, dass dies mit der Zeit ganz schön Nerven kostet. Wenn Ihr fleißig seid, helfen Euch zum Beispiel Power-Ups, die Zeit zu verlangsamen, um im Farbengewirr die Spur nicht zu verlieren. Die üblichen Leaderboards ermöglichen es Euch auf einen Blick herauszufinden, wer der erfolgreichste Elemente-Schöpfer im iOS-Universum ist.

Lektüre beendet: “Operation Paperclip. The Secret Intelligence Program to Bring Nazi Scientists to America” (Annie Jacobsen)

“In the chaos following World War II, the U.S. government faced many difficult decisions, including what to do with the Third Reich’s scientific minds. These were the brains behind the Nazis’ once-indomitable war machine. So began Operation Paperclip, a decades-long, covert project to bring Hitler’s scientists and their families to the United States. Many of these men were accused of war crimes, and others had stood trial at Nuremberg; one was convicted of mass murder and slavery. They were also directly responsible for major advances in rocketry, medical treatments, and the U.S. space program. Was Operation Paperclip a moral outrage, or did it help America win the Cold War?” (Quelle)

Konservative, Freunde von Realpolitik und Gesinnungsethiker bekommen ebensolche Sorgenfalten auf der Stirn wie ihre politischen Gegenparte: Während das Schlechte, Uneinsichtige und Karrieristische im Menschen nach der Lektüre abschreckt (Geheime US-Kommandoaktionen, um Naziforscher und deren Ergebnisse in die eigene Agenda im Kalten Krieg einzubinden), taucht an jeder Ecke die Frage auf, ob die Paranoia zu Alternativlosigkeit trieb? Stalin stand bereits in jedem US-Wohnzimmer – da greift man schon gerne einmal auf Giftgaserfindungen aus toitschen Landen zurück! Eines steht fest: Die Frage, die in diesem Buch immer wieder gestellt wird, kann klar beantwortet werden: Nein, nicht jeder bekommt das, was er verdient.

Angespielt: Hopeless: The Dark Cave

PLATTFORM: iPad, iPhone / SPRACHE: Englisch / WO: im App Store

Neulich sah ich einen Vine-Clip. In diesem freute sich ein Mann über Kinderlachen aus der Ferne tagsüber, während ihm dasselbe Lachen nachts augenscheinlich schrecklich unangenehm war. Obwohl lustig verpackt, weist das Video doch auf unsere Kollektivfurcht vor dem Dunkeln hin. Das macht sich Hopeless: The Dark Cave zunutze.

Als kleiner gelber Blob sitzt Ihr in der spärlich beleuchteten Mitte des Screens und habt eine Waffe zur Hand. Eure Aufgabe ist es, innerhalb von Sekundenbruchteilen zu entscheiden, ob sich im Dunkeln ein Freund, sprich ein anderer Blob oder ein fieses Monster an Euch heranschleicht. Glaubt Ihr, es handle sich um Letzteres, löst Ihr per Fingerdruck einen Schuss aus – keine Sorge, Ihr trefft immer. Das Problem beginnt dann, wenn Ihr einen von Euch netten Blob-Kerlen abknallt.

Denn dann verbaut Ihr Euch den Weg zu einer höheren Punktzahl, was wiederum dazu führt, dass Ihr Euch keine Power-Ups leisten könnt. Geht die Action erst einmal richtig los, sind Fehlurteile übrigens keine Seltenheit – äußerste Konzentration ist gefragt. Daher empfehlen wir den Titel für eher kurze Spielsessions.