Seoul-Reisetagebuch #7

Man sagt, er hätte magische Kräfte. Starbucks. Oder ist es bereits StarBUCKY, wie der Kumpel von Cap! Ganz sidekickmäßig nutzten wir ihn auch an Tag Nr. 7, um einen Plan zu schmieden, wo es hingehen soll.

Lediglich von außen sahen wir uns die National Assembly Hall an, die 1975 fertig gestellt wurde: „With 24 granite pillars, a splendid blue dome, and white exterior, the National Assembly Building is a beautiful piece of architecture.“

Zu Fuß machten wir uns auf den Weg von dort in den Yeouido Park, wo ich bei besten Frühsommergraden mit einem ausgeliehenen Basketball (für drei Euro die Stunde) steil gehen konnte und mich dabei fortlaufen von The Jay fotografieren habe lassen.

Beste Wandersleute, die wir sind, ging es per pedes weiter in den Hangang Park, der…siehe da…direkt am Hangang River liegt. Es blieb Zeit, die eigene Beine ins kühle Nass zu halten und vergnügt zu jauchzen. Etwas planlos stolperten wir dann an einer Schnellstraße entlang, da wir für den Bus leider nicht mehr genug WON auf unserer Karte hatten, schließlich galt es das 63 Building aufzusuchen. Von den gefühlt 9999 Stockwerken schafften wir es irgendwie aber nur in den dritten. Hm, offensichtlich nicht Pfadfinder genug – wir so.

Nach einer kurzen Esspause luden wir unsere ÖPNV-Karten auf, ehe wir die Busfahrtpremiere für den Rückweg starteten, welche problemlos glückte.

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Filmsichtung „Isle of Dogs“

„ISLE OF DOGS – ATARIS REISE erzählt die Geschichte von Atari Kobayashi, dem 12-jährigen Pflegesohn des korrupten Bürgermeisters Kobayashi. Als durch einen Regierungserlass alle Hunde der Stadt Megasaki City auf eine riesige Mülldeponie verbannt werden, macht sich Atari allein in einem Miniatur-Junior-Turboprop auf den Weg und fliegt nach Trash Island auf der Suche nach seinem Bodyguard-Hund Spots. Dort freundet er sich mit einem Rudel Mischlingshunde an und bricht mit ihrer Hilfe zu einer epischen Reise auf, die das Schicksal und die Zukunft der ganzen Präfektur entscheiden wird.“ (Quelle)

Vielleicht ist es bezeichnend für die heutige Medienzeit (vulgo: meiner Filterblase), dass ich – noch vor Medieninhalten – vom Protest über sie erfahre. So war es auch diesmal – igendwas scheint Wes Anderson angestellt zu haben…nur was…ah, ja…einen Absatz weiter…kulturelle Aneignung…immernoch DAS Zauberwort des spätimperalistisches Diskurses. Zusammen mit dem Schlagwort des White Washing (siehe Ghost in the Shell oder Doctor Strange) bilden sie aktuell die Speerspitze der kritisch-essayistischen Front gegen Mainstream-Produkte.

Warum der Film dann dennoch das Prädikat BESONDERS WERTVOLL bekommen hat – na, das wird übrigens hier erklärt.

Es ist diese seltsame Mischung (oder vielmehr das an der Oberfläche Unvereinbare), von dem was wir an Ausstattung und Machart sehen (zum Verlieben schön!) und dem, was erzählt wird: Autokratentum, politische Attentate, Genozid, welches schon in Ansätzen Mr. Fox so großartig machte.

Letztlich berichtet der Film aber von einer Weisheit, die das Internet endlich endgültig begreifen muss: Katzen sind niederträchtige Wesen und der Hund der beste Freund des Menschen.

PS: Der Soundtrack. Like, uhm, kinda, sorta…OHMYGAWD!

 

 

Seoul-Reisetagebuch #6

Nach einer taktischen Planungsrunde (natürlich bei … Starbucks!) beschlossen The Jay und ich, der COEX Mall einen Besuch abzustatten. Es handelt sich um „ein unterirdisches Einkaufs- und Unterhaltungszentrum im Stadtteil Gangnam in Seoul. Es gehört zum World Trade Center Seoul“. (Quelle)

Abgesehen von den gefühlt 100.000 Stores lockte uns zunächst das COEX Aquarium mit seinen 40,000 Wasserkreaturen! Ich war selbst überrascht, wie gut mir der Ausflug gefiel. Dem Gehege wieder entkommen, unternahm ich etwas abgrundtief Touristisches: Sich als Cartoonfigur zeichnen lassen kostet in Prag etwa das Vierfache, in Seoul bekommt man das ganz preiswert (ca. 8 Euro). Das war so günstig, dass ich fast über die KEIN-TRINKGELD-Regel gestolpert wäre.

Um die Ecke ging bereits das C-Festival los. Aber der Regen, Kinder, der Regen…das ist nichts für ältere Herrschaften.

Nach unserer Rückkunft gab es eine kleine Runde Sport und ein wenig Arbeit an der FUH-Lektüre. Abends war der Plan, einen Pizzahut zu suchen, was fehlschlug, uns aber zu einer kleinen, feinen Pizzaria führte, die auch sehr lecker aufservierte. Dank Jennifer sollte ich an diesem Abend auch meinen Rucksack nicht einfach stehen lassen und vergessen. Arsch gerettet. Danke!

Seoul-Reisetagebuch #5

Der fünfte Tag begann mit ein wenig Morgensport, bevor es zur Feinplanung in den…genau…Starbucks ging. Jene mündete schließlich in eine Fahrt zu einem ehemaligen Unigelände, welches unter dem Namen Marronnier Park bekannt ist: „Marronnier Park was given its name due to the marronnier trees, or horse chestnut trees, growing within the area. A location where Seoul National University’s College of Liberal Arts & Science and School of Law once stood, it is now a park dedicated to culture and art open to the public.“

Von dort aus startete eine kleine, okay, sehr überschaubare Wanderung ins Ihwa Mural Village, wo die Wand- und Treppenmalereien, welche 2006 begannen, die Touristen anziehen. Die Bewohner haben angeblich keine Lust mehr darauf und übermalen das Übermalte wiederum. Zeit. Rad. Zyklus. Und so. 

Wohin von da? „Naksan Park gets its name from its camel hump-like appearance. In Korean ‘nakta’ means camel and ‘san’ means mountain. So people refer to the park as Nakta Park or Naksan Park. The mountain is a solid granite bedrock.“ Ja, das meinte ich mit kleine Wanderung. Okay, für Euch ist das natürlich höchstens ein Spaziergang mit Steigung.

Die letzte Tagesstation führte uns dann schließlich in einen sehr, SEHR kleinen Stadtpark, der mich ein wenig an die euphemistischen Park-Bezeichnungen in Tokio erinnerte. Da wird auf den City Maps nämlich auch jeder gefühlte Grünstreifen als „Park“ ausgegeben. Diesmal also: Hullyeonwan. Im Grunde also ein…Skatepark. Und ein wenig Action gab es dort wirklich zu sehen.

Beim Abendessen schließlich keine Kompromisse: das bereits gelobte und gefeierte Pho Hoa !

 

Seoul-Reisetagebuch #4

Am Vormittag des vierten Tages zog ich mich am Vormittag für etwa zwei Stunden in den Starbucks zurück, um mich dort meiner Fernuni-Hagen-Lektüre zu widmen. Direkt danach ging es direkt auf das Gelände der ehemaligen Olympischen Spiele von 1988, wo wir nach ein wenig Fußmarsch uns ein Doppelfahrradgefährt mieteten, um das Terrain weiter zu erkunden.

Zahlreiche Fotos und einen Kuchen später machten wir uns dann auf zu einem kleinen Höhepunkt des Stadturlaubs – einem Baseballspiel. Wie auch in Japan, erfreut sich diese Sportart in Korea höchster Beliebtheit. In Seoul spielen drei Teams der Profiliga – der Zufall wollte es, dass wir ein Heimspiel der LG Twins sahen. Die Stimmung war gut, die Plätze fein. Was die Koreaner an dem Abend an Essen in ihren Sitzreihen vernichteten, ist Legion!

Nach so vielen Eindrücken fielen wir dann auch glücklich ins Bett. Danke, Seoul.