Lektüre abgeschlossen „Idiocracy. Denken und Handeln im Zeitalter des Idioten“ (Zoran Terzić)

SONSTIGES

„Jenseits der universellen Geschichte menschlichen Unvermögens gibt es heute eine neue Qualität des Idiotentums. Während der alte Idiot aus der Isolation ein Wissen bezog, verweigert sich der neue Idiot jeglichem Weltverständnis. Er erscheint ­nurmehr als die Figur einer systemischen Inkompetenz, die bis in die letzten Ver­zweigungen des politischen und medialen Lebens ihre Wirkung entfaltet und dabei neue, meist völlig absurde Kompetenzen ausbildet. Die heutigen Debatten über »Fake News« oder »postfaktische Gesellschaft« können in dieser Perspektive auch als Anzeichen einer umfassenden Transformation von Formen der Selbstpolitik gelesen werden, in der das Absurde das Bild der Realität neu definiert. Denn während viel von globalem Bewusstsein und Gemeinschaft die Rede ist, scheint der Solipsismus des idiotischen Subjekts unterschwellig eine umso wirksamere Rolle zu spielen. Als isoliertes Selbst der Vielen bildet es das leere Zentrum eines planetarischen, sich um sich selbst drehenden Idiotismus.“ (Quelle)

Bei diesem Verlagspitch wäre ich gerne dabei gewesen. Wenn Deutschlandfunk Kultur warnt: „Terzic überwältigt den Leser mit einer Kaskade von Ideen, die immer wieder abrupt die Richtung und die Persepktive wechseln…“, dann dürfte dies die Untertreibung des Jahrhunderts sein. Meines Erachtens wäre hier ein strengerer Lektor nötig gewesen, um dem Konvolut aus Gedanken, das in alle Richtungen gleichzeitig explodieren möchte, ordnende Einhalt zu gebieten. So hingegen fühlt sich am Ende der Leser wie der Idiot.