Hörspiel abgehört „Jernigan“

Seit November 1994, existiert im Internet das „Visible Human Project“, der erste digitale Atlas eines Menschen, für jedermann aufzurufen unter http://www.nlm.nih.gov. Bei seiner Ankündigung auf einem radiologischen Kongreß wurde das Projekt als Quantensprung der Anatomie gefeiert. In Zukunft sollte es möglich werden, chirugische Eingriffe an diesem künstlichen Körper zu simulieren oder auch die Verträglichkeit radioaktiver Strahlung zu überprüfen. Nicht nur das, auch Videospiele seien denkbar oder Unterhaltungsfilme, die im Innern des menschlichen Körpers spielen. Was die wenigsten der Beteiligten anfangs wußten, war, daß der menschliche Körper, der zu diesem Zweck tiefgefroren, in Gelatine eingegossen, in vier gleich lange Teile zersägt und anschließend in millimeterdünne Schichten abgehobelt und photographiert wurde, Joseph Paul Jernigan gehörte. Jernigan war am 5. August 1993 wegen Mordes hingerichtet worden. Zufällig entsprach seine Leiche den Anforderungen des Projekts. Joseph Paul Jernigans Überreste liegen irgendwo in Colorado. Wo, war nicht herauszufinden. (Quelle)

Autor: Friedrich Bestenreiner
Produktion: HR 1997, 42 Min. (Stereo) – Originalhörspiel dt.
Regie: Ulrich Lampen

Kaum wird es preisgekrönt-postmodern-spätdeutsch glaubt man, durch Zertrümmerung von Stringenz das Hörerlebnis zu intensivieren. Tatsächlich sind diese 42 min größtenteils ein Stresstest für den Hörer.

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