Lektüre beendet „Dieser Volkszähler“ (China Miéville)

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„Auf einem Berg oberhalb des Brückendorfes, in einem abgelegenen Haus, lebt ein Junge mit seinen Eltern. Der Vater ist Schlüsselmacher und wird weithin für seine Kunst gerühmt. Oft steigen die Leute den Berg hinauf und tragen ihr Anliegen vor. Von den Schlüsseln erzählt man sich, dass sie magische Kräfte haben, und niemals sieht der Junge die Kunden seines Vaters ein zweites Mal. Doch dann wird er Zeuge einer grausamen Tat und muss hinunter ins Dorf fliehen. Die Leute dort erwarten ihn bereits und wollen wissen, was geschehen ist. Außer Atem, mit blutigen Händen und zitternd vor Angst erzählt der Junge, seine Mutter habe seinen Vater erstochen. Sicher ist er sich aber nicht. Vielleicht war es auch der Vater, der die Mutter getötet hat.“ (Quelle)

Eine ungewöhnliche Erzählung. In mehrfacher Hinsicht. Eine Lektüre, die mehr Fragen aufwirft als sie zu beantworten. Eine Autorensprache, die in ihrer Trostlosigkeit die Umwelt, in der die Geschichte spielt, meisterhaft inszeniert und begleitet. Miéville versucht sich an einer kognitiven Vivisektion und besteht mit grau-brauner Bravour. Ein wunderbarer Auftakt für mein Lesejahr 2017.

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