Filmsichtung „Suicide Squad“

Oha – wenn Dein Lieblingsfilmkritiker über einen Film folgende Sätze fallen lässt, dann ist der Streifen Pflichtprogramm:

„And you can’t escape. And the music is terrible. And you barely know what’s going on. And you’re stuck there for two hours. And then, it’s a little depressing, too, because ‚Suicide Squad‘ wasn’t worth making, and it wasn’t worth releasing.“ (Mick LaSalle)

Und Mick ist – wenn man sich einmal so umhört und -schaut nicht der einzige Kinogänger, der in selbiges Horn bläst. Schenkt man also diesen Stimmen Glauben und nimmt dann noch die Agitationen bzgl. Superman Vs. Batman mit an Bord, ist das DC Universum also bereits zu diesem Zeitpunkt gescheitert. Wonder Woman, bleib auf der Insel! Aquaman, Du unter Wasser! Ende. Licht aus.

Doch in Reihe 8 des Kinosaals 11 im Münchner Mathäserfilmpalast saß dieser eine @benflavor – und der hofft inständig, dass diesen Kassandrarufen (vorläufig) keine Beachtung geschenkt wird. Im Gegenteil! Man möchte festhalten, dass in einem Comic-Meta-Universum auch Platz für mehrere Universen sein kann. Und so reichen sich Marvel und DC einfach friedlich die Hand und ich kann Doctor Who sehen. Again, Ende, Licht aus!

Was? Das kann es noch nicht gewesen sein? Ihr wollt ernsthaft wissen, warum ich mich recht gut unterhalten fühlte? Okay, okay. Lasst uns zuerst ein paar Sachen aus dem Weg räumen, denn schließlich soll es nicht heißen, dieser Inderst, der nimmt wohl unsere ganze heilige Mahnung nicht ernst.

Ja, die Musikauswahl klingt arg formelhaft verwendet. Zu offensichtlich hat man sich beim großen Vorbild GotG bedient. Der Schnitt der Actioneinlagen. Sehr, sehr schwierig – ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl zu wissen, wer sich wo im Raum mit wem herumprügelt. So konnte sich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Kinetik hoch 5 einstellen.

Das Ensemble. Ein zweitklassiker Buschbankräuber gehört zu den „Bösesten der Bösen“ auf diesem Globus? Gut, dies bei Seite gelassen. Was genau kann der Kollege, was Deadshot nicht kann? Okay, er schafft mehr Bier in kürzerer Zeit. Wenn das reicht, will ich nichts gesagt haben. Fassadenmann2000 lässt das Köpfchen hängen. Just to make a point? Also, das ist selbst mir zu wenig. Gegnerscharen. Was. Waren. Das? Die albernen Plastikköpfe auf Speed? Wozu überhaupt in Massen angefertigt? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, von Anfang an auf den schnellen Böso-Maschinenbau zu setzen?

Nun. Aber auf der anderen Seite. Das Ensemble. Hallo, Joker, wo warst Du die ganze Zeit? Endlich. Die schlimmen Nolan-Erinnerungen sind endlich weggewischt. Der überschätzteste Joker aller Zeiten hält sich zwar hartknäckig in den Köpfen der Popkultur, aber geben wir diesem Clubbänger ruhig mal noch ein wenig Zeit. Will Smith, den ich seit dem ersten Trailer nicht abkonnte, dreht hier alles. Er ist zurecht der Mittelpunkt des Films, aber der heimliche Liebling des Films ist ein wifebeatertragende junger Mann. Lass mal ein wenig Dampf ab, mein Freund. Recht so.

Ach, die Hosen von Margot Robbie hätten Joel Kinnaman auch sehr gut gestanden. Zuckerschnecke, der. #hihi Ausstattung, Effektarbeiten und Kostüme erfüllen die Ansprüche an eine AAA-Produktion dieser Größe absolut; der Schauplatz Midway City erinnert an eine frühe Folge der Avengers, nein, nicht der, sondern Mit Schirm, Charme und Melone. Da waren aus Kostengründen auch niemals Komparsen auf den Straßen unterwegs.

Und der Gastauftritt der Fledermaus? Machte Spaß.

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