Was wir wissen. Nicht, was wir NICHT wissen.

So vermeintlich übersichtlich diese aktuellen Online-„Was-wir-wissen-und-was-wir-nicht-wissen“-Formate der Nachrichtenportale – so albern sind sie. Die Nomenklatur ist erzieherisch. Sie behandelt uns wie Kinder. Sie gemahnt zur Ruhe, zur Disziplin. Zur unaufgeregten Zurückhaltung. Sie solle das Spekulative, das All-zu-Fantasievolle zurückdrängen, das eine Nachrichtenlage unübersichtlich und reißerisch gestaltet. Aber was zeigt das? Was zeichnet das für ein Bild vom angenommenen Mediennutzer (und womöglich die Konkurrenz)? Ich jedenfalls stamme aus einer Mediennutzungsgeneration, die von ihren LEITMEDIEN erwartet, dass eben NICHT spekuliert wird, dass eben NICHT darüber phantasiert wird, WAS WIR NICHT WISSEN. Warum muss das überhaupt auftauchen? Warum muss das betont werden? Wieso wird die Nichtmeldung genauso ins Licht gezerrt? Hat sie das Anrecht? Steht sie gleichberechtigt? Nein, für mich nicht.

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