Technikgeschichte – mein Scall von 1996.

Unbenannt

Quelle: Internet (#hihi)

 

20 Jahres ist es her. Kurz vor den Pfingstferien 1996 kaufte ich für 50 DM meinem Schulfreund Felix eine kleine, dunkelblaue Box ab, die mich dann bis 1999 begleiten sollte. Kleiner Ausblick: Nach meinem Abitur 1999 kaufte ich mein erstes Mobiltelefon – ein Nokia 6150.

Diese „dunkelblaue“ Box war nicht etwa die Miniaturausgabe der Tardis, sondern ein Scall von Motorola. Richtig gelesen, kein Skål!, sondern in Scall. Genau diese Art von Technologie also, über die man heute auf SPON lesen muss:

„Seltsamerweise etablierte sich Scall nicht bei den coolen Jungs (außer, wenn sie Dealer waren), die mit Hilfe eines Scalls damit hätten angeben können, wie viele Mädchen schon wieder versucht hätten, sie zu erreichen. Sondern bei denjenigen, die in Wirklichkeit die wenigsten Anrufe bekamen und sich durch das Instrument aufgewertet fühlten. Die Penisverlängerung des traurigen Jungen, getragen an einem Holstergürtel.“

Okay, okay, ich presche weit voraus – schließlich kann ich nicht erwarten, dass jeder Leserin ahnt, um was es sich genau handelt!

„Mitte der 90er Jahre erfreuten die kleinen Funkempfänger vor allem Jugendliche, die mit den Pagern kurze Nachrichten oder Telefonnummern mit der Bitte um Rückruf austauschten. Fast fünf Millionen Pager wurden seinerzeit verkauft. Bis das Handy ausreichend Verbreitung gefunden hatte – und die Miniruf GmbH (Quix) und die Deutsche Funkruf GmbH (TeLMI), zwei von drei Anbietern, aufgaben.“ (Quelle)

Dass ich meiner damaligen Freundin zum 17. Geburtstag ebenfalls eines schenkte, kann ich an dieser Stelle unumwunden zugeben. Ich kaufte es in Hauptbahnhofnähe, wo mich der Besitzer des etwas seltsam wirkenden Ladens nach dem Kauf auf einen 5 DM-Döner einlud.

Ich erinnere mich noch sehr gut, als amerikanische Austauschschülerinnen aus Nebraska mich irritiert in der 10.Klasse frugen, ob ich mit Drogen handle. Die popkulturelle Referenz habe ich damals natürlich nicht verstanden. #MiamiVice

Immer, wenn mich ein wenig die Wehmut packt, benutze ich meinen Pager als Uhr. Das kann man nicht über viele ausgesonderte Geräte im Haushalt sagen. Wahrscheinlich ist das das größte Kompliment, das ich den späten 1990ern machen kann.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s