Lies mal wieder: Neal Stephenson – Error

Seien wir ehrlich, ernstzunehmende Romane, die sich auf gekonnte Weise mit dem Thema digitale Spiele beschäftigen sind…sehr selten. Ich bin sicherlich nicht der erste Leser, der auf der erfolglosen Suche nach einem solchen Buch fast die Hoffnung aufgegeben hat. Das wäre eine Fehlentscheidung, denn was der renommierte amerikanische Autor Neal Stephenson mit Error vorlegt, dürfte die skeptischen Meinungen der Leserschaft schnell ändern. Obwohl „schnell“ hier das falsche Wort ist – richtigerweise müsste es heißen, die Meinung werde sich nach stolzen 1024 Seiten ändern. Für Kenner des Cyberpunk-Autoren wird das natürlich keine große Neuigkeiten sein, denn die haben sich mit Sicherheit bereits durch die aberwitzig vielen Seiten seiner Barock-Trilogie gekämpft oder bei Snow Crash  freudvoll gejauchzt. Und nun also Error (das im Original – passend für einen Roman – den Titel Readme trägt). Im Zentrum der Erzählung steht Richard Forthrast, der eine riesige und erfolgreiche Online-Spielwelt namens T’Rain konstruiert. Doch im digitalen Paradies ist etwas faul: Ein Computervirus verselbständigt sich in der virtuellen Welt und das hat für die Romanfiguren nachhaltige, für manche sogar lebensgefährliche Konsequenzen. Das Buch ist packend und prall gefüllt – man denke sich ein irgendein Phänomen aus, und Error bietet es, egal, ob russische Mafia, illegale Hackerangriffe, chinesische Goldfarmer oder digitaler Bürgerkrieg. Wenn man 2012 nur einen Thriller gelesen haben sollte, dann diesen.

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