Lies mal wieder: Jane McGonigal – Besser als die Wirklichkeit

Man kennt das. Nach einem 8-stündigen Pad-Marathon schmerzen die Finger und die Sehnerven sind zum Zerreißen gespannt. Abgesehen davon, dass die Nachbarn vielleicht schon zweimal die Funkstreife vorbei geschickt haben, weil sie „Schusswechsel aus der Wohnung nebenan“ vernommen haben wollen. Höchste Zeit für einen Medienwechsel also. Da kommt das gute, alte Buch genau richtig. Sich einfach einmal entspannt hinsetzen, unaufgeregt von links nach rechts (oder umgekehrt bzw. von oben nach unten – je nach Kulturkreis!) Inhalte wahrnehmen und sich des Leserlebens freuen. Doch Moment! Zu welchem Werk soll der geneigte Spieler greifen? Will man sich nicht auf den Frankfurter-Buchmesse-Tipp Loriots verlassen,  lohnt sich ein Blick auf die folgenden vier Bücher, die 2012 erschienen sind und alle samt unser Lieblingshobby Spiele in der ein oder anderen Form behandeln.

Besser als die Wirklichkeit! (Jane McGonigal)

Die Spieleentwicklerin und Forscherin Jane McGonigal (http://janemcgonigal.com) gehört laut BusinessWeek zu den weltweit zehn wichtigsten und innovativsten Entwicklerinnen. Besser als die Wirklichkeit! ist ihr Versuch zu erklären, weshalb unsere Gesellschaft von digitalen Spielen noch viel stärker profitieren könnte. Bevor wir hier allerdings intensiver einsteigen, sollte man natürlich nicht verschweigen, dass McGonigal selbstredend nicht die einzige Person ist, die als Fürsprecherin von Games auftritt. Da gab es vor ein paar Jahren zum Beispiel das herrlich zu lesende Everything bad is good for you von Steven Pool, der nicht ausschließlich über PC- und Videospiele und deren Nutzen schrieb, ihnen aber reichlich Platz einräumte. Doch zurück zu Jane McGonigal und ihrem Verständnis der enormen Chancen, die Spiele bieten: Egal, ob im Browser, der Videospielkonsole, diversen Handhelds, Tablets oder Mobiltelefonen – Spiele sind auf jeder Plattform zuhause. Und sie werden gespielt. Über 3 Milliarden Stunden werden jede Woche weltweit mit Spielen verbracht – Tendenz steigend. Aber keine Panik, es gibt frohe Kunde statt Sittenverfall und Isolation! Den Pessimisten und Skeptikern hält McGonigal, die von der Zeitschrift Fast Company unter die „100 kreativsten Menschen der Wirtschaft“ gewählt wurde, ihre einfache, aber einleuchtende These entgegen: Erstens seien Gamer hoch kompetente Problemlöser und passionierte Teamplayer und zweitens sollten wir genau diese Tatsache nutzen, um unsere sozialen, wirtschaftlichen oder medizinischen Probleme zu lösen! Die heilige Spieldreifaltigkeit aus Kreativität, Leidenschaft und Engagement kann dazu dienen, Herausforderungen zu meistern, die wir bisher als zu groß oder zu mühsam erachteten. Der Traum der hyperaktiven Forscherin ist es übrigens, dass eines Tages ein Spieledesigner den Friedensnobelpreis gewinnt; nach der Motivationslektüre Besser als die Wirklichkeit! Warum wir von Computerspielen profitieren und wie sie die Welt verändern drückt man erst recht die Daumen.

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