Buchvorstellung „Oberst Huhn bittet zu Tisch“ (Axel Hacke)

Gourmets schätzen überbackenes Deutsch

Haben Sie schon einmal köstlich über die eigentümlichen Übersetzungen ins Deutsche auf Speisekarten in Restaurants im Ausland gewundert? Mussten Sie gar schmunzeln oder herzhaft prusten? Dann wird Ihnen Axel Hackes neues Hörbuch „Oberst Huhn bittet zu Tisch“ garantiert Freude bereiten.

Hacke ist ein Phänomen. Oder viel mehr sollte man sagen. Hacke weiß, was Hacke-Fans an ihm lieben. Er hat seine Nische gefunden, und er besetzt diese meisterlich, was nicht nur die vielen Preise und Auszeichnungen (u.a. der Egon-Erwin-Kisch-Preis 1987 und 1990), sondern auch die große Anzahl an Lesern und Hörern beweisen. Der gebürtige Braunschweiger lebt heute als Schriftsteller und Journalist in München. Von 1981 bis 2000 arbeitete er u.a. als „Streiflicht“-Autor bei der „Süddeutschen Zeitung“. Auch heute noch ist der Publikation verbunden: Unter dem Titel „Das Beste aus aller Welt“ schreibt für das SZ-Magazin seit Jahren eine erfolgreiche Kolumne.

Hackes Thema ist der Alltag. Was zunächst nach tröge und fad klingt, ist plötzlich ein unheimlich lustiges Phänomen, wenn Hacke es sich vornimmt. Er ist ein scharfer Beobachter, und es gelingt ihm mühelos, die Trivialität des Alltags in Komisches, manchmal sogar Surreales (wer denkt hier nicht an den väterlichen Freund Bosch, den Kühlschrank?) zu verkehren. Möchte man allerdings das ganze Hacke-Paket buchen, kommt man um eine Lesung oder eben ein Hörbuch nicht herum. Hier entfaltet sich der hack’sche Singsang zu einem humorvollen Gesamterlebnis. Und wir sollte es auch anders sein – „Oberst Huhn bittet zu Tisch“ profitiert gleichermaßen von der Schreibe wie der „Lese“ des Autoren.

Titelgebend für das Werk war übrigens ein Gericht, das auf der Speisekarte eines Hotelrestaurants in Dublin auftauchte und folgende Wendung bereithielt: „Oberst von Huhn Breitet sich drastisch in einer Weißweincreme aus, mit Penne Nudeln Federn und Parmesankäse“. Und siehe da, wie sich bald herausstellen sollte, sind ausländische Speisekarten eine wahre Fundgrube für derartige Kleinodien unheiliger Sprachverwirrung. Hacke hat die besten davon zusammen getragen und lässt sich nun auf dem Hörbuch ausführlich darüber aus. Alleine schon die Kapitel lesen sich Herz erwärmend: Egal, ob „Kleine HaHachen“, „Wurmbrustkorb zu Lamm“ oder „Peitschen Sie den Käse“, alles klingt hier nach einem reichhaltigen Menü für Audiofeinschmecker. Sollten Sie sich für dieses Menü entscheiden, sollten Sie etwa 6 streng-kulinarische Stunden einplanen.

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