Lektüre beendet „Imperiale Gewalt und mobilisierte Nation“ (Lutz Raphael)

„Kaum eine Epoche ist in der europäischen Erinnerungskultur so präsent wie die Zeit zwischen 1914 und 1945. Millionen Europäer kamen in dieser Zeit ums Leben, in den Schlachten der Weltkriege, im Holocaust, im Bombenhagel an den Heimatfronten, bei Hungersnöten und Epidemien sowie bei ethnischen Säuberungen und in Bürgerkriegen. Eingegraben haben sich auch die Erinnerungen an wirtschaftliche Turbulenzen, materielle Not und scharfe gesellschaftliche Konflikte. Gleichzeitig brachte das Zeitalter der Weltkriege ungeahnte wissenschaftliche Durchbrüche, aufregende kulturelle Experimente und eine seitdem unerreichte intellektuelle Intensität. Lutz Raphael zeigt in seiner souveränen Synthese, wie Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Labor der Moderne wurde. Erst das Zeitalter der Weltkriege schuf jenes Europa homogener Nationalstaaten, das trotz der Globalisierung des 21. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart hinein prägend wirkt.“ (Quelle)

Die Untersuchung stammt aus meiner letzten bpb-Bestellung. Die knapp 300 Seiten lesen sich wunderbar schlüssig und wohl strukturiert. In meinen Augen schafft der Autor das scheinbar Unmögliche – er fasst eine Epoche ins Auge, über welche gemeinhin spekuliert wird, es wäre bereits alles gesagt (und das mehrfach). Wie albern diese Aussage tatsächlich ist, wird schnell deutlich, wenn man dieses Werk zur Hand nimmt; einzig „hinten hinaus“, sprich die unmittelbaren Nachkriegsjahre scheinen nicht mehr mit der derselben Intensität in den Blick genommen worden zu sein, die die ersten 5/8el auszeichnet.

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