Felix Austria no more – das Ende von consol.at

„Nach dem Scheitern der Gespräche über eine Übernahme bzw. einem strategischen Investor, hat die im März des Jahres 2005 gegründete consol.MEDIA Verlags GmbH, am 28.10.2013 die Insolvenz beantragt.“ (Quelle) Dass es um den Verlag nicht gut stand, war bereits zuvor Thema in der Branche gewesen. So war in etwa bei den Kollegen vom Standard von einem unheimlich anmutenden Rettungs-Möglichkeitsdeal zu lesen: „consol.Media ist damit ab sofort ab 1 Euro zu kaufen (share deal). Interessenten sollen sich per Mail direkt bei der Verlagsleitung melden. Sollte sich kein Bieter finden, dürfte dies nach zwei Jahrzehnten die Einstellung von consol.AT und den anderen Magazinen des Verlags bedeuten.“ (Quelle)

Ich stieß nicht aufgrund des Printhefts auf die Redaktion – ich fand den Weg zu den sympathischen und informierten Österreichern via Podcast. Qualitativ hochwertige deutsche Podcasts zum Thema Video- und Computerspiele sind bis heute eine Seltenheit; und auch wenn sich das gesendete Programm und die vorgestellten Themen meist an ein Publikum richteten, das weitaus stärker im Mainstream verhaftet ist als ich, waren es doch die durchdringenden Persönlichkeiten von Michael, Alex, Hanns Peter, Fatih und natürlich Commander L. (zumindest war dies für meine Ohren das entscheidende Personal) die mich Woche um Woche lauschen haben lassen.

Ich denke, ich stieg etwa bei Folge 10 oder 20 ein und wurde im Anschluss Stammhörer. Zusammen mit einem guten Freund war das Podcast stets Gesprächsthema und auf längeren Autofahrten hoben wir uns die neuesten Folgen fleißig auf, um dem Fachsimpeln der Redakteure zuzuhören. Auch versuchten wir, pünktlich zu den Jubiläumsfolgen unsere Glückwünsche unterzubringen. Viel später, als noch ein Comic-Format dazukam, stand dies übrigens auch auf meiner Liste.

Persönlich traf ich als ersten der strammen Wiener Arbeiterschaft Hanns Peter, weil er einen Termin bei Namco Bandai hatte, die ich für eine Münchner PR-Agentur auf der gamescom in Köln betreute. Ich glaube, ich war ihm unheimlich. Wäre ich mir auch gewesen – aber ich wollte einfach meine Begeisterung zeigen. Schließlich hörte ich den Mann und seine Kollegen jede Woche. Vielleicht grinste ich ein wenig zu psychopathisch? Wer weiß. Zu Kino-Besuchen oder der gamecity schaffte ich es leider nie, obgleich ich mir das oft vorgenommen hatte. Ebenso bleibt nun mein geheimer Groupie-Wunsch, einmal ins Studio eingeladen zu werden, unerfüllt. Aber letztendlich können wir uns nur selbst fragen: Wie oft haben wir denn die Kernprodukte aus dem Verlagshaus gekauft? Meine Antwort ist klar: Selten.

In der Branche arbeitend lagen die Ausgaben meist sowieso auf den Tischen der Agenturen, nur ausgewählte Ausgaben holten wir uns persönlich hinter der Grenze (die Anfahrt aus München ist überschaubar), auch ein C4-Abo war nicht Teil meiner Shopping-Liste. Nimmt man es also genau, bin auch ich Teil des Aussterbens. Mein Nicht-Konsum trägt seinen Anteil.

Es wird stiller werden auf meinem iPod. Ich werde Euch vermissen.

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