Nur noch Hardcore.

Geständnisse eines schlechten Schützen

Ich bin kein guter Call-of-Duty-Multiplayer-Spieler. Vermutlich noch nicht einmal mittelmäßig. Zumindest, wenn man den Zahlen Glauben schenken möchte. Deswegen macht es mir nicht weniger Spaß. Seit dem ersten Modern-Warfare-Teil aka Call of Duty 4 spiele ich fleißig und beständig. Aber ich habe mich damit abgefunden, stets am unteren Tabellenende zu enden. Erneut: Was interessieren mich Zahlen. Der Vorteil des kleinen Mannes bei dieser Spiele-Serie besteht darin, dass man eigentlich dauernd für alle möglichen Tätigkeiten XPs eingeschenkt bekommt. Insofern ist es sehr schwierig, NICHT langsam, aber sicher die XP-Leiter hinauf zu klettern.

Umstieg auf das nächste Level

2007 also begann ich diese Art von Multiplayer zu spielen. Neben dem Horde-Modus in all seinen Iterationen sind die Call-of-Duty-Teile also meine persönlichen Zeitfresser geworden. Jetzt, sechs Jahre später, spiele ich nicht mehr die Modi auf dem regulären Schwierigkeitsgrad, sondern ich spiele sie auf „hardcore“. Der Name suggeriert natürlich Schweiß und Alpha-Tier, Pro-Pose und Leader-Clan-Mentalität. Warum zur Hölle sollte also ein Spieler, dessen Kill-Death-Ratio bei etwa 0,6 Punkten liegt, gerade bei diesen Pad-Athleten mitspielen?

Erkenntnistheorie

Weil ich etwas erkannt habe (ich bin bestimmt nicht das erste Shooter-Frischfleisch, der auf die Idee kam)! Ich beobachtete eine Zeit lang meine eigenes Spielerverhalten. Mir fiel auf: Je länger ein unmittelbarer Feindkontakt dauert, desto wahrscheinlicher tritt mein digitales Ableben ein. So weit, so gut. Im Kehrschluss heißt das: Um erfolgreicher als die Mitbewerber zu spielen, müssen diese verletzlicher sein. Nicht verletzlicher als ich, sondern lediglich … verletzlicher. Das leistet der Hardcore-Modus. Es gewährleistet, dass, WENN ich schon einmal schneller bin / ziele / abdrücke, ich auch den entsprechenden Schaden anrichte. Im Normalfall sind meine Gegner schneller – das sind sie aber sowohl auf regulärem wie auch Hardcore-Niveau. Daher ändert sich für mich in dieser Hinsicht nichts, es entsteht kein Nachteil. Die Opponenten jedoch sind schwächer. Ich kann sie einfacher ausschalten. Die Feindesbegegnungen sind kürzer, lange Schusswechsel, in deren Verlauf mein Zielen und Treffen exponentiell schlechter werden, fallen weg. DAS ist mein Vorteil.

Nachspiel

Natürlich spiele ich deswegen nicht um die ersten Plätze mit, aber ich kann tatsächlich an diesen, ich nehme sie nur ungern in den Mund, Zahlen ablesen, dass meine Statistik sich deutlich verbessert hat. Ich versuche gerade, all meine Casual-Shooter-Freunde auf meine Seite zu ziehen. Manchmal gelingt mir das, manchmal scheitere ich. Ganz wie auf den Maps.

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