Past Pitches: Der Krieg ist der Vater aller Dinge. (Heraklit) – Ein Besuch des Killzone 2 Presse-Events

PS3-Spieler mit Vorliebe für exklusive First Person Shooter jauchzen vor Freude! Nach Resistance 2 steht mit Killzone 2 der nächste Actionkracher in den Startlöchern. Gamepals besuchte das Presse-Event in München, um sich das Adrenalinfeuerwerk genauer anzusehen. Doch wir begnügten uns natürlich nicht mit Eindrücken des Titels, sondern setzten uns zudem mit den Machern von Guerrilla Games auf einen kleinen Kriegsrat zusammen.

Es war an einem verschneiten Freitag, den 13., als der Krieg ausbrach. Zumindest auf der PLAYSTATION 3. Sony hatte eingeladen – und die deutsche Spielpresselandschaft folgte. Schließlich handelte es sich nicht um die Präsentation irgendeines Titels, sondern um das lang und heiß ersehnte Killzone 2. Da schien es mehr als angemessen, dass eine große Torte in Form einer olivgrünen Handgranate den Zuckerspiegel der anwesenden Redakteure heben sollte. Den Adrenalinspiegel hingegen steigerte der anwesende Helghast-Soldat in Kampfmontur, welcher die Journalistenzunft kritisch im Auge behielt.

Wir erinnern uns: Alles nahm 2005 seinen Anfang, als der mittlerweile legendäre Trailer von Killzone 2 auf der E3 lief. Wie sich später herausstellen sollte, handelte es sich keineswegs um in-game Grafik, sondern, wenn man den Entwickeln Glauben schenken mag, um eine Art target oder vision trailer, also eine Darstellung dessen, was man sich von einer zukünftigen PS3-Version von Killzone vorstellen könne. Leider wurde dies recht mittelmäßig kommuniziert und so gab es nicht wenige erhitzte Gemüter, die hämisch daran erinnerten, dass der erste Teil von Killzone seinen Ruf als „Halo-Killer“ auch nie hatte einhalten können.

Um eines vorweg zu nehmen: Zumindest die uns gezeigte Präsentation diverser Cutscenes und Spieleinhalte werden mit dieser oberflächlichen Kritik den FPS-Fußboden aufwischen. Die bombastische Blockbuster-Inszenierung ist ebenso beeindruckend wie knallhart: Glaubt man Killzone 2 ist Krieg zwar dreckige Männerarbeit mit Blut-, Schweiß- und Tränengarantie, aber auf der anderen Seite machen die abenteuerhaften Ausritte cooler Uniformisten jede Menge bleihaltiges Vergnügen.

Killzone 2 führt die Geschichte nach Ende des ersten Teils konsequent fort. Die totalitaristischen Helghast, in Teil 1 noch finstre Invasoren, sehen sich nun selbst in Bedrängnis: Der Spieler übernimmt die Rolle eines Kämpfers der ISA-Spezialeinheit und ist als solcher Teil der Invasionsflotte, um den Krieg auf den Planeten des verhassten Gegners zu tragen. Dessen Design ist am offensichtlichsten inspiriert von einer diffusen Mischung aus faschistischen und stalinistischen Motiven, durchsetzt von einer Prise Dschihad. Aber auch der Planet Helghan selbst spricht Bände: Er wirkt wie eine fordistische Dystopie – industrielle Revolution gone bad! Die alten Stahlbetriebe im mittleren Westen der USA, welche als Folge der Schwerpunktverschiebung von der Fertigungs- auf die Dienstleistungsindustrie zu rostigen Ungetümen aus Stahl und Eisen mutieren, sind auf dem Heimatplaneten der rotäugigen Gasmaskenträger allgegenwärtig.

Ein kleiner Vortrag rund um Aussehen und Gameplay von Killzone 2 rundeten die Präsentation schließlich ab. Runde 2 – das Interview mit den Machern von Guerrilla Games – konnte beginnen.

GP (Gamepals)

GG (Guerrilla Games)

GP: Seinen Anfang nahm die Unternehmung Killzone ja in den Niederlanden. Mittlerweile ist Euere Firma jedoch extrem gewachsen und es arbeiten Spezialisten aus der ganzen Welt bei Guerrilla Games. Dennoch würde uns interessieren, ob es etwas spezifisch Niederländisches an Killzone 2 gibt?

GG: Sicher! Unsere Jungs sind öfter raus in die Stadt, um Aufnahmen zu machen, die in der Gestaltung des Spiels helfen. Egal, ob Gebäude oder Mülleimer – man kann bestimmt ein wenig Amsterdam in Killzone 2 finden. Und Flüche! Flüche sind typisch niederländisch und das Spiel ist voll davon. (lacht)

GP: Und abseits des Praktischen? Also, wenn es darum geht zu fragen, wie viel niederländische Mentalität steckt in dem Spiel? Spielt in etwa die Erinnerung an die deutsche Besatzung eine Rolle?

GG: Ich bin natürlich zu jung, um diese Zeit selbst erlebt zu haben. Aber ich denke, kriegerische Besatzung ist ein recht universelles Thema, wenn es um Krieg geht. Aber es stimmt natürlich: Unsere Space Nazis sind schon besonders leicht zu erkennen! (lacht)

GP: Was haltet Ihr persönlich von dem Trend, FPS mit Rollenspiel-Elementen zu mischen oder anzureichern? Auch in Killzone 2 spielt das Thema Klasse oder Modifizierung ja eine Rolle.

GG: Das stimmt. Diesen Trend gibt es definitiv, wenn auch noch eher auf Multiplayer-Ebene. Wenn diese Elemente gut kombiniert werden, bereichert das unserer Meinung nach das gameplay ungemein. Wir können uns im Übrigen auch vorstellen, dass noch ganze andere Genres mit FPS-Spielen gemischt werden.

GP: Ranking-Fragen gehören zu jedem guten Interview! Also was sind Eure All-Time-Favorite FPS?

GG: Wenn man die älteren mit in Betracht zieht, wären sicherlich Duke Nukem und Halflife dabei. Von den neueren Sachen war, was den Shooter-Teil angeht, Fallout 3 recht interessant.

GP: Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Euch viel Erfolg mit Killzone 2.

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