Schlagwort-Archive: Social Media

Lektüre beendet “The Circle” (Dave Eggers)

“Mit Unterstützung ihrer Freundin Annie, die bereits einen einflussreichen Posten in der Firma hat, bekommt die 24-jährige Mae Holland einen Job bei dem weltweit dominierenden Internet-Unternehmen Circle. Das kalifornische Unternehmen hat die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter übernommen und will die gesamte Bevölkerung mit jeweils einer einzigen Internetidentität ausstatten, was zur umfassenden sozialen Kontrolle führen soll. Mae wird schnell zur Vorzeigemitarbeiterin, antizipiert die Pläne des Unternehmens und lebt die vollständige Transparenz vor. Sie wird zur Ideengeberin für die Unternehmensspitze, hat aber auch gegen Widerstände aus ihrer Familie, von ihrem Ex-Freund und von einem mysteriösen Fremden zu kämpfen.” (Quelle)

Auf die Hypetrain aufspringen, wenn es um Romane geht? Hm, bisher nicht so mein Ding. The Circle reizte mich dann aber doch so sehr, dass ich 1,2,3 zugriff (im Kontext der Handlung witzigerweise via Kindle!) und das Buch in gefühlt 1,3 Arbeitsweg-Sitzungen durchlas. Okay, ich gebe zu, eine Ubahn verpasst zu haben, da ich mich so sehr in den Seiten vertieft hatte. Wer die Rezeptionsgeschichte ein wenig verfolgt hat, dürfte mitbekommen haben, dass die literarische Ausarbeitung des Stoffes ein ganzes Stück HINTER der (nicht mehr sonderlichen) visionären Grundidee zurückbleibt.

Tatsächlich ist die – Achtung – “timeline” der Ereignisse ein einziges Fast-Forward-Fest, alle Negativ-Entwicklungen gehen so schnell und so unwidersprochen über die Bühne, dass man sich nur verwundert den Kopf kratzen kann. Obgleich…zwischen Machtergreifung und Kriegsbeginn lag nun auch kein Jahrzehnt. #Nazikeule Vielleicht wird dem ein oder anderen Leser noch auffallen, dass sich die Figuren allesamt gerne austauschen, als hätten sie ihre Pro- und Contrapositionen schon lange auf Zettel notiert und auswendig gelernt, um sich ganz smart casual an der richtigen Stelle in einer Unterhaltung unterzubringen.

Dennoch: Die Kraft des Romans bleibt. Und das wirklich unheimliche Ende ist unheimlich unheimlich.

 

Getaggt mit , , , ,

GEEK-Konferenz-Panel “Spielemädchen – die Rolle und das Bild der Frau in Videospielen”

Heute war es soweit – die zweite GEEK-Konferenz erblickte das Licht der Welt. Erneut gab die FH Augsburg einen sehr guten Gastgeber ab, vor allem Florian Krapp ist es allerdings zu verdanken, dass die Konferenz an Fahrt aufnimmt. Ich freue mich sehr, zum zweiten Mal dabei sein zu dürfen. Wenn die Tagung weiterhin so wächst (bereits diesmal eine tolle Leistung!), muss beim dritten Mal der FC Augsburg sein Stadion räumen. Oder so.

Nach zwei interessanten Vorträgen von Marius Winter und Nguyen Anh Duc ging es mit unserem Panel “Spielemädchen – die Rolle und das Bild der Frau in Videospielen” los. Die Panelbeschreibung las sich wie folgt: “In dieser Podiumdiskussion setzen sich Spielemacherin Lea Schönfelder, Autorin und Designerin Nina Kiel, Autorin Jagoda Froer und Dr. Rudolf Inderst mit dem Theam “Frauen und Videospiele” auseinander. Dabei sollen Fragestellungen zu Bild der Frau in der Gaming Szene, welche Rolle spielt dabei Social Media, Sexismus in Spielen und viele mehr betrachtet und diskutiert werden.”

Florian Krapp moderierte gekonnt durch die etwa 90 Minuten, und das Publikum war äußerst fragewütig, was ich als gutes Zeichen werte: Das Thema bewegt. Auch die Stimmung innerhalb unserer Panel-Runde war gut, wobei – zugegeben – es ging nicht sonderlich kontrovers zu. Aber immer muss es das auch nicht. Oder doch? Vielleicht gleich auf einer DRITTEN TAGUNG? *zwinker *zwinker

Auch einen Live-Stream gab es, und auf die Fotos bin ich schon gespannt. Hoffentlich sieht man mein Doppelkinn nicht.

Getaggt mit , , , , , , , , ,

Besuch der Medientage München 2013

Wie letztes Jahr auch, machte ich mich für einen Tag auf, die Medientage München zu besuchen. Ich hatte mir den Freitag ausgesucht, da an diesem Tag die Gamify Conference stattfand:

“The GamifyCon serves the need for enterprises to understand Gamification and ist potential. At the event we will focus on cases and ideas how we can use Gamification, serious games, and further applications to overcome challenges within organizations and their customers. To achieve this we will provide keynotes, presentations and panels in English & German.” 

Nicht immer bewegte sich das Englisch auf dem Niveau, das der Anspruch der Tagung suggerierte, und nicht immer war klar, ob die Macher das Thema im Griff haben bzw. was die Forschungsinhalte der Vortragenden unter einen Hut zu bekommen sind. Andererseits gab es eine Reihe interessanter Anwendungsbeispiele (z.B. SAP) – und die Persönlichkeiten dahinter.

Als dann aber der Satz fiel: “Gamification ist kein Produkt, sondern ein Prozess” war es Zeit zu gehen. Mehr Phrase hält kein Freitag aus.

Die einzelnen Vorträge der Gamification-Konferenz unterbrach ich für zwei Panels: eines zum Thema “Shitstorm

“Die Liste der Shitstorm-Beispiele der letzten Jahre scheint endlos: die “Dell Hell”, das Nestlé Palmöl-Desaster oder der legendäre “Wurstkrieg” der ING Diba sind nur einige von vielen. Auch öffentliche Personen, allen voran Politiker, bleiben nicht vom virtuellen Wutausbruch verschont: Rainer Brüderle löste Anfang dieses Jahres mit seinen wenig eleganten Flirtversuchen gar eine nationale Sexismus-Debatte aus. All diese Beispiele zeigen: Ein Wort, eine Äußerung und schon kann sich die virtuelle Empörungswelle in Bewegung setzen, ein vernünftiger Diskurs scheint dann oft nicht mehr möglich. Doch was ist zu tun, wenn der Shitstorm losbricht?”

und ein anderes zum Thema “Wer hat Angst vor Social Media?”

“Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers ist nicht mehr Google die erste und wichtigste Anlaufstelle im Internet, sondern für die Mehrheit der Nutzer (64 Prozent) ist es inzwischen das jeweils bevorzugte soziale Netzwerk. Jede 5. Minute wird auf einer Social Media Website verbracht. 96 Prozent der jungen Internetnutzer sind Mitglieder eines sozialen Netzwerks. Für die überwiegende Mehrheit (68 Prozent) sind Empfehlungen anderer Nutzer darüber hinaus ein wichtiges Kriterium bei Kaufentscheidungen. Man kommt also kaum um eine fundierte Social Media-Strategie herum. Und gleichzeitig hegen viele Unternehmen Bedenken, Social Media für Marketing, Vertrieb und Unternehmenskommunikation zu nutzen. Wie also muss eine gute Social Media-Strategie aussehen? Was sind die Social Media-Fallen? Welche sind die aktuellen Best Practices? Wie können Medienunternehmen von neuen Social Media Tools profitieren? Und wie verträgt sich Social Media mit Geschäftsmodellen? Zentrale Fragen, die von ausgewiesenen Social Media Experten beantwortet und diskutiert werden.”

Während erstere Gesprächsrunde durchaus interessante Einsichten und konkrete Handlungsanweisungen für den “worst case” bereithielt, fehlte es im zweiten Panel an einem Alleinstellungsmerkmal: Hatte hier die Orga versucht, ein zweites “Shitstorm”-Plenum zu bauen? Reichlich Anekdoten, aber wenig Konkretes – einzige Ausnahme: David Eicher, der das 1×1 der Krisen-PR wie aus dem Baukasten deklinierte. Alle Achtung.

Getaggt mit , , , , ,

Lektüre beendet “Facebook für Dummies”

Die vorliegende Social-Media-Einsteiger-Lektüre “Facebook für Dummies” bildet einen gelungenen Brückenkopf in das unbekannte Land des Netzwerk-Schwergewichts Facebook. Das Werk bietet  auf 240 Seiten eine gut gegliederte und profund übersetzte Übersicht, die alles enthält, was man als Social-Media-Neuling erwarten kann. 

Besonders gelungen ist das letzte Kapitel, das auch auf die “dunkleren Seiten” des sozialen Netzwerkes eingeht. Generell, und das ist vielleicht das einzige Manko, ist der Grundton des Sachbuchs grenzwertig-übertrieben Technologie verliebt.

Frontcover  Facebook für Dummies

Frontcover
Facebook für Dummies

Facebook für Dummies

 3., überarb. u. aktualis. Auflage - September 2013
 12,99 Euro
 2013. 240 Seiten, Softcover
 ISBN 978-3-527-70953-3 – Wiley-VCH, Weinheim

Getaggt mit , , , , , , , , ,

München, 27 Grad, bewölkt – mein Rückblick auf ein halbes Jahr Arbeitslosigkeit

IMG_2011Am 28.Juni 2012 wurde ich arbeitslos. Ich verlor meine Stelle als Senior-Social-Media-Manager bei einer Agentur für digitales Marketing im Herzen Münchens, da sich ein Großkunde aus der Automobilindustrie nach einem Pitch entschlossen hatte, ein billigeres Angebot aus Berlin anzunehmen. Den Job hatte ich noch nicht recht lange gehabt, erst im April desselben Jahres hatte ich dorthin gewechselt. An den Tag der Kündigung erinnere ich mich noch recht gut – das Aus selbst kam wenig überraschend, da schon Tage zuvor durchgesickert war, dass der Kunde sich anderweitig entschieden hatte. Da ich zu etwa 80% jedoch diesen betreute, war mir im Grunde klar, was das bedeuten würde. Die Agentur hatte schlichtweg keine andere Position, auf die sich mich würde schieben können. Als unser Teamleiter mich dann per Messenger aufforderte, kurz mit ihm vor die Tür zu gehen, um „schlechte Nachrichten“ zu besprechen, konnte ich 1 und 1 zusammen zählen. Die Gründe lagen also auf der Hand, man sah sich ein wenig bedeutungsschwanger an, hatte sich aber nicht viel zu sagen. „Dumm gelaufen.“ Ja, wahrlich. „Dumm. Gelaufen.“ Eine halbe Stunde später wiederholte sich dieses Schauspiel bei der Geschäftsführung. Betroffene Masken teilten mir inhaltsleere Phrasen mit. Die Entscheidung war längst gefallen und eine Alternative hatte man offensichtlich nicht gefunden oder überdacht: „Du bist bis Anfang August freigestellt. Im Grunde kannst Du Deinen Schreibtisch sofort räumen. Außer…Du möchtest noch etwas Wichtiges erledigen.“

Ich weiß bis heute nicht, was diese Pause im Satz zu bedeuten hatte. Ob sie überhaupt eine Bedeutung hatte. Mittlerweile glaube ich nicht mehr daran. Ich packte also einen Stock tiefer meine sieben Sachen und war erstaunt, wie sehr ich meinen Schreibtisch tatsächlich in der kurzen Zeit personalisiert hatte. 50% wanderten erst einmal in den Müll. Anschließend war es soweit – ich nahm mir die Zeit, mich von den meisten Kollegen persönlich zu verabschieden. Zeit hatte ich ja jetzt. An diesem Spätvormittag tat mir mein Freund Florian leid. Er war es, der mich von meiner alten Stelle weggelotst und zu der neuen Agentur, bei der er selbst als Social-Media-Manager arbeitete, gebracht hatte. Dieser Teil war damals erstaunlich einfach gewesen, die Entscheideretage hatte damals lediglich meinen Lebenslauf angesehen und mich einmal zum Mittagessen eingeladen, bei dem alle offenen Fragen geklärt wurden. Das war am 23.12.2011 gewesen, am 31.12. hatte ich aus dem Urlaub heraus gekündigt – sehr zum Missfallen der damaligen Kollegen, die plötzlich mit einem Kunden alleine dastanden. Aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt kein Entwicklungspotenzial mehr gesehen und die neue Agentur bot ein Arbeitsumfeld, im dem ich noch nie gearbeitet hatte  – die Automobilindustrie, die deutscheste aller deutschen Branchen. Verschweigen an dieser Stelle will ich natürlich auch nicht, dass das Gehalt einen gehörigen Sprung nach oben erfuhr. Florian machte sich offensichtlich Vorwürfe, dass ich nun ohne Job dastand, was natürlich nicht seine Schuld war. Dennoch schien es ihn arg zu wurmen und an den folgenden Tagen und Abenden wurde er immer wieder lauter und sprach zornig vor sich hin.

Nachdem die letzte Hand geschüttelt und das letzte Adieu gehaucht worden war, stand ich zur Mittagszeit im Tal in München. Als ich so vor dem REWE stand, dem traditionellen Ort des Mittagessenseinkaufs, formulierte ich ein Facebook-Posting („Ah, so fühlt sich dieses arbeitslos also an…immerhin scheint die Sonne.“) und bekam immerhin 11 Likes und 24 Kommentare dazu. Das ist also eine Arbeitslosigkeit wert, dachte ich, 11 Likes und 24 Kommentare. Wohin also jetzt? Per Telefon informierte ich zunächst die Familie, die ich allerdings in den Tagen zuvor bereits schonend auf den befürchteten Rauswurf vorbereitet hatte, und machte mich schließlich auf den Weg an mein altes Institut an der Universität, wo noch eine Reihe von Bekannten und Freunden sitzen, lehren und lernen. Vor Ort meldete ich mich telefonisch bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend, wie es das Handbuch für Arbeitslose vorsieht und verlangt, dann aber stand einem Mittagessen nach alter Tradition (Reis und brauner Soße) nichts mehr im Weg. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mehr, was am restlichen Tag passierte. Aus meinen Mails geht hervor, dass ich gegen 16 Uhr Nachmittags die ersten Bewerbungen rausschickte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, dass es ein geschlagenes halbes Jahr dauern würde, bis ich wieder einen festen Job haben sollte.

Im Juli stand dann der erste Besuch bei der Arbeitsagentur an. Der erste Besuch bestand aus einer Aufnahme meiner Daten und verlief im Grunde genauso wie man sich Sketche zu dem Themenkomplex vorstellt: „Ist Social-Media-Manager so etwas wie Lehrkraft?“ „Amerikanische Kulturgeschichte haben Sie studiert. Das gibt es wirklich?“ Nun, irgendwann waren auch diese längsten 20 Minuten meines Lebens geschafft, am Schluss gab mir die Dame noch gefühlte 200 Seiten mit, die meinerseits auszufüllen und einzusenden waren, auf dass das ALG 1 wie Discounter-Schampus fließen möge. Diese Unterlagen stellte ich Schritt für Schritt zusammen und nahm dabei gern die Hilfe der Arbeitsagentur-Hotline in Anspruch, wenn ich wieder einmal nicht verstand, was genau dieser und jener Doppeldenk-Ausdruck auf dem Papier bedeuten solle, ein Studium an einer Verwaltungshochschule kann bei diesen Formblättern wahrlich nicht schaden. Anfang August hatte ich alle Unterlagen zusammen und ein erster Termin mit meiner Sachbearbeiterin, pardon, „Fallmanagerin“, stand an. Das Wertvollste für mich war die Erkenntnis, dass die Einnahmen aus selbständigen Tätigkeiten (und diese liefen bei mir seit etwa 2002 immer nebenbei mit) eine Gewinngrenze von 165€ nicht überschreiten dürfen. Taten sie das doch, wurde der Gewinnbetrag einfach vom Arbeitslosengeld abgezogen – eine in meinen Augen faire Regel.

Bereits zu diesem Zeitpunkt fiel mir im Bekannten- und, ist man ehrlich, auch im Freundeskreis, etwas auf, was man tatsächlich nur als das Paar „Neid und Genugtuung“ beschreiben kann. So absurd es klingen mag, spürte ich deutlich ersteres, wenn ich über die einfache Höhe des Arbeitslosengeldes sprach. Was sonst sollte hinter der oft gehörten, vermeintlich als spaßig Dahingesagtes maskierten, Aussage „Das ist ja mehr als nach meinen Abzügen mir übrig bleibt“ stecken? Ging es nicht um Geld, war die Arbeitslosigkeit an sich das Thema. In nicht wenigen Köpfen steckt offensichtlich die Vorstellung des staatlich bezahlten Urlaubs sehr tief. Ich habe mir nie die Mühe gemacht, gegen solche Windmühlen und Fantastereien anzukämpfen. Gleichzeitig konnten einige Gestalten nicht ihre Genugtuung verbergen, dass es mich so kurz nach dem Karrieresprung in die Senior-Position erwischt hatte. In tiefer gehenden Konversationen fand man schnell heraus, dass es so manchem sowieso „grundsätzlich spanisch vorgekommen sei“, dass ich dieses neue Gehalt überhaupt verdiene. Spanisch war es ihnen vor allem deshalb vorgekommen, weil sie selbst es, wie ich mittlerweile stark vermute, versäumt hatten, ordentlich zu verhandeln und jetzt mit ihrem Einkommen festsaßen. Bezeichnenderweise hörte ich den Satz „Vielleicht forderst Du einfach zu viel“ oder „Du kannst nicht erwarten, jetzt wieder so viel zu verdienen“  oder „Das wirst Du bestimmt nicht mehr so schnell bekommen“ immer öfter, je länger ich mit Absagen zu kämpfen hatte. Apropos „mit Absagen kämpfen“ – man glaube bloß nicht, dass es angenehm ist, mit diesem Thema konfrontiert zu werden. Hinter vorgehaltener Hand konnte ich in den üblichen sozialen Netzwerken vernehmen, dass das Erwähnen von Absagen als „weinerlich“ und „nervtötend“ (wohlgemerkt für den Leser) erachtet und eingeordnet wurde. Schnell war klar, dass ernsthaftere Themen offensichtlich Spasmen des Unwohlseins auslösten – so etwas wollte man von mir nicht hören. Der Inderst, so kamen mir die Reaktionen vor, ist doch hauptsächlich für Belustigung oder viel mehr Dauerbespaßung zuständig. Geh uns mal nicht auf die Nerven mit Deinen Problemen, Du Bartmonster.

Doch auch das Gegenteil dieser Negativreaktionen konnte ich feststellen. Nicht wenige Freunde und Bekannte halfen mir und unterstützten mich, wo sie konnten. Sei es, dass sie aufrichtig nachfragten, wie es mir gehe oder gemeinsame Aktivitäten vorschlugen sowie indem sie selbst aktiv wurden und mir Stellenangebote zuschickten, die ihnen auf- oder in die Hände gefallen waren. Interessanterweise waren innerhalb der Familie die Reaktionen recht gespalten. Meine Großmutter in etwa gab sich sehr grundsätzlich und schob der Studienauswahl die nachträgliche Schuld in die Schuhe, während meine Mutter der festen Überzeugung war, es müsse an meinen überzogenen Gehaltserwartungen liegen. Mein Vater wiederum schwieg zu dem ganzen Thema und mein Onkel liebte es zu betonen, dass ich mich ja nicht unter Wert verkaufen solle. Laienhaft-psychologisch versuchte ich mir die mentale Situation, in der ich mich befand (zwischen Hoffen und Zweifeln) so zu erklären, indem ich mir mein bisheriges Ausbildungs- und Arbeitsleben als ununterbrochene Linie vorstellte, die aus den Abschnitten Schule, Studium, Promotion, Volontariat, Juniorposition und Seniorzeit bestand und nun plötzlich – das erste Mal überhaupt – abriss oder sagen wir, eine Lücke aufwies. Das ewige und als selbstverständlich wahrgenommene Vorwärts war einigermaßen unerwartet gestoppt worden und musste nun mit einer großen Portion Sinn gefüllt werden, um sich einen Platz in meinem Leben zu verdienen. Das bedeutete ein Mehr an Disziplin und ein Plus an Selbsttaktung. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich diese Erfordernisse durch zwei Komponenten in meinem Leben im nötigen Maße entwickelte. Zum einen verstand ich die sehr überschaubaren Pflichtstunden meines Studiums immer auch als Aufforderung, das eigene Leben selbst zu gestalten, es mit Inhalten und Sinn zu füllen, und ich glaube, dass ich mir, vor allem durch die zweite Komponente gut gelungen. Dieser zweite Punkt war die (größtenteils un- oder unterbezahlte, aber nicht weniger befriedigende) Arbeit als freier Autor für eine Vielzahl unterschiedlicher Publikationen. Ein kleiner Rückblick sei mir an dieser Stelle gestattet.

Im Herbst des Jahres 2002 schrieb ich an die allgemeine E-Mail-Adresse von artechock film in München. Der Grund: Ich hatte seit längerer Zeit bereits dort Filmbesprechungen gelesen, denen ich zwar nicht immer kopfnickend zustimmen konnte, aber die ich doch inhaltlich und stilistisch zu schätzen gelernt hatte.  Zu diesem Zeitpunkt war ich mit dem Studentenaustausch-Programm Erasmus in Kopenhagen gelandet und regelmäßige Kinobesuche gehörten dort zu meinem täglichen Leben. Insofern beschloss ich, der Redaktion von artechock einen Text – es handelte sich um eine Besprechung von 28 Days Later – anzubieten. Zu meiner großen Freude erschien dieser nach ein paar Änderungen auch pünktlich zum deutschen Kinostart . Für artechock film schrieb ich bis in den Dezember 2005 hinein. Bereits im Jahr 2001 hatte ich allerdings während meines vierwöchigen USA-Aufenthaltes das Webangebot von filmspiegel.de für mich entdeckt. Zum einen gefiel mir die lockere, aber dennoch anspruchsvolle Schreibe der Autoren und zum anderen war das Forum der Seite voller feurigen Lebens. Es sollte nicht lange dauern, bis das Filmportal meine erklärte Lieblingsanlaufstelle für das Thema Kino wurde. Ende 2005 schließlich ließ mich ein Beitrag auf filmspiegel aufhorchen: Gesucht wurden neue Autoren. Mit großer Begeisterung brachte ich daraufhin meinen Namen bei der Redaktion ins Gespräch. Eine Woche später ging es los. Bis 2009 schrieb ich Filmbesprechungen, lieferte Festivalberichterstattung und etablierte – nach dem Kinostart von 300 – die so genannte Comic-Rundschau. Vom Medium Film ging es dann Richtung digitales Spiel, dem ich wiederum in unterschiedlichen Publikationen meine Aufmerksamkeit, u.a. jetzt.de, widmete. Kurzum: Ein recht volles Arbeitspensum neben dem regulären Jobleben begleitet mich seit etwa einem Jahrzehnt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das genau der Grund ist, weshalb ich nicht in das oft zitierte und gefürchtete Loch fiel, in das nicht wenige Menschen in der Arbeitslosigkeit  zu stürzen scheinen. Es gibt einfach zu viel (Schönes) zu tun, zu entdecken und in Text-, Audio- oder Videoform zu pressen.

Der August stand ganz im Zeichen zweier Ereignisse: Zum einen konnte ich endlich die Games-Developer-Konferenz-Europe, die der Gamescom in Köln vorgeschaltet war, besuchen, nachdem ich mir die amerikanische Originalkonferenz an der Westküste einfach nicht leisten wollte. Wunderbarerweise ergab sich die Möglichkeit, vor Ort für ein Online-Portal zwei Tage als Interviewer zu arbeiten. Für diesen Zeitraum meldete ich mich pflichtgemäß bei der Arbeitsagentur ab: Ich erfuhr so, dass dies für maximal sechs Wochen möglich sei (sonst würde man seine Arbeitssuche völlig neu beantragen müssen) und zum Beispiel Schauspieler immer wieder von dieser Möglichkeit Gebrauch machten, wenn sie gerade das Glück hatten, für einen Dreh oder ein Bühnenstück gebucht zu sein. Was mir jedoch keiner der Damen und Herren mitteilte war, dass neben der Arbeitslosengeld-Leistung auch die anderen Leistungen für den Zeitraum wegfielen. Daran hatte ich nicht gedacht – das bedeutet im Klartext, dass man in dieser Zeit zum Beispiel selbst für seinen Versicherungsschutz zu sorgen hatte.  Wie es der Teufel wollte, verbrannte ich mir vor Ort meinen rechten Unterarm recht saftig und nur meine (falsche) Einschätzung, dass dies „wohl nicht so schlimm sei“ hinderte mich am Besuch der Notaufnahme am selben Abend. In selbiger hätte ich wohl sehr schnellt festgestellt, dass aufgrund des fehlenden Schutzes die eigene Geldbörse aufspringen müsse. Wieder etwas gelernt. Aber das war nicht die einzige Lektion, die man in diesem Zusammenhang lernen konnte. Für die zwei Tage Arbeit in Köln hatte ich zuvor einen Kostenvoranschlag abgegeben, da die zuständige Agentur natürlich wissen wollte, welchen Betrag sie in mich steckten musste. Innerhalb dieser Verhandlungen war eines klar zu beobachten: die alte Basarregel des Verkäufers greift. Immer mehr fordern, um sich dann nach unten „verhandeln“ zu lassen. Macht man das nicht, kann man auch gleich fragen: „Könnten Sie mir kurz helfen? Ich möchte mich gerne über den Tisch ziehen lassen, schaffe es aber nicht allein.“

Aufgrund der Brandverletzung fiel die nächsten fünf Wochen mein Sporttraining aus, was bedeutete, dass zusätzliche Zeit frei war. Diese konnte ich sehr gut gebrauchen, da ich zusammen mit einem guten Freund intensiv in den letzten Zügen für einen gemeinsamen Sammelband war. Da der Mitherausgeber kurz vor einem Auslandsaufenthalt stand, übernahm ich einen Großteil der Arbeit. Zu diesem Zeitpunkt erreichte mich die erste, größere Absagewelle, drei Monate waren bereits in Land gezogen, und ich staunte über die Vielfalt der Negativbescheide. Vom standardisierten Schreiben, über fehlerhaftes Gestammel bis hin zur liebevollen Entschuldigungsarie war alles an Typ dabei. Generell widmete ich den Absagen nicht mehr als ein Kopfschütteln, ärgerlich stimmten mich hingegen diejenigen, die das Ende eines längeren Prozesses in schlimmster Unwürdigkeit markierten. Konkret war es um eine Agentur gegangen, die mir den Eindruck vermittelt hatte, im Grunde sei die Einstellung nur noch eine Formsache, dann aber, nachdem ich mehrfach über verschiedene Wege nachgefragt hatte, eine lieblose, mit Fehlern behaftete Absage ins Postfach geschleudert hatte. Wie können Unternehmen erwarten, dass sich Bewerber ernsthaft Mühe geben, wenn sie derart mit Menschen umgehen? Bewerber sind keine Bittsteller, Bewerber sind diejenigen Mitarbeiter in spe, die den Erfolg des Unternehmens garantieren und mehren sollen. Gespräche sind daher auf selber Augenhöhe zu führen, und sollte man nicht zur einer Übereinkunft gelangen, kann ein ordentlicher Umgang erwartet werden. Personaler mögen die Augen über so manchen Bewerber rollen, aber die zahlreichen Gespräche, die ich in der Zeit führte, zeigten mir so manche Niete in Nadelstreifen auf der anderen Seite des Konferenztisches. Lebensläufe, die offensichtlich zum ersten Mal im Gespräch angesehen werden, Arbeitsproben, die dort angefordert wurden, aber schon längst im Postfach warteten, um gelesen zu werden, Unpünktlichkeiten von bis zu 30 Minuten – you name it. Natürlich sind das Einzelfälle, wie jetzt der ein oder andere Leser laut ausrufen mag, aber ich kann eben nur das wiedergeben, was mir persönlich in diesen 6 Monaten unterkam. Nur in Kaffee, da wollten sie mich alle ertränken. Also, bei den Bewerbungsgesprächen.

Mittendrin gab es dann erneut ein Treffen mit meiner Fallmanagerin von der Arbeitsagentur. Diesmal allerdings nicht im schönen Ebersberg, sondern in München, da man dort wohl für „diese Akademiker“ (O-Ton Empfang Arbeitsagentur Ebersberg) zuständig ist. Als einer von diesen Akademikern verlief der Besuch in München sachlich-kühl und in erwarteter Kürze. „Sie wissen ja selbst, dass Geisteswissenschaftler einen schwierigen Stand haben.“ „Meinen Sie jetzt gesellschaftlich?“ „Wie? Ach so. Nein, nein. Auf dem Arbeitsmarkt.“ Im Grunde war ich froh, dass die Zahlungen des Arbeitslosengeldes reibungslos liefen und dafür war ich gerne bereit, mich selbst um einen neuen Job zu kümmern. In der von mir zu unterschreibenden Zielvereinbarung stand schließlich auch, dass ich mich auf zwei Jobs pro Woche zu bewerben hatte, und tatsächlich gab es im Großraum München reichlich Ausschreibungen, die ab Oktober auch immer häufiger zu Einladungen und nicht Sofort-Absagen führten. Spätestens mit Herbsteinfall konnte ich allerdings den Satz „Ich dachte, Du fändest schneller wieder etwas. Du kennst doch so viele Menschen“ nicht mehr hören. Die Weisheit „Du machst Deinen Mund auf. Schön, ich bau’ mir einen Fön draus“ gilt doch öfter als man denkt.

Wofür ich das Mehr an Zeit äußerst gerne nutzte, war die persönliche Fort- und Weiterbildung. Das wäre sicherlich in dem von mir betriebenen Umfang während fester Arbeitszeit nicht möglich. Das reichhaltige Angebot an Online-Vorlesungen via iTunesU (das „U“ steht für University), wie in etwa „Einführung in die Ethnologie“ oder „Writing for the Web“ bildete den ersten Teil meiner heiligen Edukations-Dreifaltigkeit. Des Weiteren schrieb ich mich bei Coursera für meinen ersten Kurs ein. Coursera ist eine Online-Plattform, die die diversen Gratiskurse vieler englischsprachiger Universitäten zusammenbringt, die bei entsprechender Leistung (z.B. Fragebogen, Essays) auch zertifiziert werden. Meinen Einstand feierte ich bei Prof. Werbach von der Universität Pennsylvania, der einen 8-wöchigen Kurs zum Thema „Gamification“ anbot. Diesen Kurs belegte ich nicht allein. Auch der bereits eingeführte Freund Florian war Teilnehmer, und wir beide bildeten eine kleine Lerngemeinschaft. Außerdem gab es da noch Peter, einen Freund, der seit geraumer Zeit in Hong Kong lebt und bereits Erfahrung mit Coursera hatte sammeln können – er gab mir immer wieder wertvolles Feedback, und wir standen in regem Austausch. Drittens nutzte ich die Zeit, um mich näher mit dem Programm der diversen Volkshochschulen der Region (z.B. Vaterstetten, Haar oder München) vertraut zu machen. Begeistert stürzte ich mich auf den zweitägigen Kurs „Projektmanagement“, der sich als Volltreffer herausstellte.

Ein Blick auf meine Unterlagen zeigt, dass ich Ende November bei etwa 60 Bewerbungen stand. Zwei Drittel davon waren bereits abgesagt worden, allerdings hatte ich ein heißes Eisen im Feuer. Die Mediengruppe Ippen bzw. der kleine Ableger Ippen Digital Media hatte eine Position als Online-Redakteur ausgeschrieben, auf die ich mich Mitte September beworben hatte. Die Geschäftsführung war nach der Bewerbung recht schnell auf mich zugekommen, allerdings sollte sich das erste Gespräch hinziehen, da erst ich und dann die zuständige Dame erkrankten. Schließlich war es dann soweit, jedoch verließ ich das erste Treffen mit äußerst gemischten Gefühlen: Ich war überzeugt, dass ich hier keine zweite Chance erhalten würde. In der Zwischenzeit widmete ich mich verstärkt einer meinen neuen freien Tätigkeiten – dem Buchressort bei it*s, einem iPad-only-Magazin, das ich freelancend verstärkte. Das Team rund um das Magazin ist unterhaltsames und medienkundiges Gewächs, mit dem die Zusammenarbeit großen Spaß macht. In dieser Zeit entstanden auch eine Reihe von Texten für Publikationen, für die ich bisher noch nicht gearbeitet hatte, z.B. videogametourism.at, krawall.de oder SelectGamers. Sehr überraschend für mich erhielt ich dann die Einladung von Ippen Digital Media zu einem zweiten Gespräch, welche mit einer Testaufgabe verbunden war. Ich war sehr froh, dass ich bei einigen offenen Fragen zu dem Thema auf den Sachverstand, das Wissen und die Erfahrung Florians setzen konnte. Kudos. Eine Woche später war es soweit – der Tag der Präsentation. Diese verlief, wenn ich mich selbst als externen Beobachter hätte einstufen müssen, als zufriedenstellend. Es war an manchen Stellen klar zu erkennen, wo die Lücken lagen, andererseits gab es ebenso sehr solide Schwerpunkte, bei denen mir so schnell keiner etwas Neues erzählen konnte. 40 Minuten später hieß es dann plötzlich: „Ich schlage jetzt vor, dass wir beide über Nacht noch einmal in uns gehen und uns dann entscheiden.“ Und genauso machten wir es dann auch – mit dem Resultat, dass wenige Tage später der Arbeitsvertrag zur Durchsicht bei mir einging. Nach einigen Rückfragen und kleinen Änderungen erschien mir das Ding sauber und ging unterschrieben an die Verantwortlichen zurück.

Nach einem kurzen, einwöchigen Abstecher nach Texas, um dort sehr gute Freunde zu treffen und Zeit mit ihnen zu verbringen, übernahm ich im Januar zu meiner großen Freude einen Voice-Over-Job; der offizielle Saturn-Youtube-Channel berichtete über die CES-Messe-Neuheiten und eben jenen Clips lieh ich meine Stimme. Außerdem standen neue Textarbeiten für die Februar-Ausgabe von it*s an. Neuigkeiten gab es auch von einem berufsbegleitenden Master der LMU München, der mir in einem prominenten Wirtschaftsmagazin ins Auge gesprungen war. Es handele sich um einen Abschluss namens PPW (Philosophie Politik Wirtschaft) – die heiße Bewerbungsphase inkl. Stipendium (Kosten für zwei Jahre knapp über 20K) lief damit an, ein Auswahlgespräch ist für März geplant. Das Ende des Monats sah noch einen Gastvortrag in einem Hauptseminar am Amerika-Institut. So etwas macht mir große Freude. Ungeklärt blieb vorerst die Zukunft unseres Ressorts für digitale Spiele bei TITEL Kulturmagazin. Die Gründer hatten sich bereits Anfang Dezember endgültig gegenseitig mit Rechtsstreitigkeiten eingedeckt. Für uns Ressortleiter und Autoren bedeutete dies konkret einen Publikationsstopp. Kurzerhand zogen wir komplett (virtuell) in die Schweiz um. Bei nahaufnahmen.ch fanden wir unser neues Zuhause. Christof Zurschmitten gebührt hier mein Dank – er machte diesen Umzug schnell und unkompliziert möglich. Auch der gemeinsame Game-Studies-Sammelband von Peter und mir, der ursprünglich schon im Herbst 2012 hätte erscheinen sollen, erlebte seinen Endspurt im Januar. Da der Band das bisher umfangreichste Werk war, das wir auf den Weg bringen wollten, waren sehr aufwändige Korrekturschleifen nötig – ein dickes Lob an dieser Stelle an unseren engagierten und hyperkompetenten Verleger Werner Hülsbusch; anders als ich wirkte er nie müde und ältlich-weinerlich.

Ich hatte mir selbst sechs Monate Zeit der Arbeitssuche Zeit gegeben, um eine Stelle in dem Berufsumfeld zu finden, das ich zuvor beackert hatte. Mein Plan sah vor, nach Ablauf dieses halben Jahres meinen Suchhorizont wesentlich auszuweiten und auch an eine komplette Umschulung bzw. Neuausrichtung zu denken. Den Zeitraum hatte ich anhand meiner ersten Arbeitssuchphase während der Promotion festgelegt. Als ich im September 2008 absehen konnte, dass ich im Februar 2009 würde abschließen können, begann ich, Bewerbungen zu schreiben. In diesem Zeitraum schrieb ich etwa 120 Bewerbungen, genau zu 2 Gesprächen war ich letzten Endes eingeladen worden. Das zweite war es dann auch, das mich zu meinem PR-Volontariat führen sollte. Ich ging daher davon aus, dass man durchaus eine gehörige Zeitspanne investieren würde müssen – ich sollte Recht behalten. In knapp zwei Wochen beginnt er nun also – der neue Job, und ich weiß nicht, welche Herausforderungen er für mich bereithält. Es werden vermutlich andere als jene sein, welche mich die letzten Monate begleiteten. Oder doch nicht? I’ll keep you posted.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

re:publica-Panel vollständig

Mit großer Freude stelle ich fest, dass unser Panel für die re:publica 2012 nun komplett und ausgeschrieben ist. Hier findet Ihr es. Ich freue mich auf eine spannende Runde in Berlin. Wie ich gerade hier erfahre, wird die Session mitgeschnitten.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , ,

Lektüre beendet “Payback” (Frank Schirrmacher)

Mit dem unbedingten Duktus eines Leitartikels schneidet der ewige Thementreiber Schirrmacher ein interessantes Thema an:

“Warum sind wir im Informationszeitalter gezwungen zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie gewinnen wir die Kontrolle über unser Denken zurück? Was wollte ich gerade tun? Wieso haben die Dinge kein Ende mehr? Was geschieht mit meinem Gehirn? Fast jeder kennt die neue Vergesslichkeit und die fast pathologische Zunahme von Konzentrationsstörungen. Dahinter steckt sehr viel mehr als nur Überforderung. Wir wissen mehr als je zuvor und fürchten doch ständig, das Wichtigste zu verpassen. Der Mensch ist nicht nur ein Fleisch- und Pflanzenfresser, er ist auch ein Informationsfresser. Informationen sind Vorteile und in der Informations-Nahrungskette siegt der, der am schnellsten und effektivsten Nachrichten sendet und empfängt. Aber diese neue Form des Darwinismus führt dazu, dass wir nicht mehr unterscheiden können, was wichtig ist und was nicht. Wir rufen unsere ganze Lebensbahn immer stärker wie Informationen ab und zerstören so unsere Fähigkeit, mit Unerwartetem umzugehen. Die Frage lautet, ob wir bereits begonnen haben, uns selbst wie Computer zu behandeln, und ob wir damit Gefahr laufen, den Menschen in mathematische Formeln zu verwandeln. Nicht die Technologien sind Schuld, sondern die Tatsache, dass immer häufiger nur noch das im Menschen gefordert und gefördert wird, was mit den Rechnern kompatibel ist. Eine Welt ohne Informationstechnologie ist nicht vorstellbar. Aber die pure Koexistenz von Mensch und Computer führt zum Sieg der künstlichen Intelligenz. Schon bald werden Computer zu Dingen fähig sein, die heute noch unvorstellbar scheinen. Sie werden unsere Wünsche besser kennen als wir selbst und in der Lage sein, sogar unsere Assoziationen in Software zu übersetzen. Wichtig aber ist, dass wir währenddessen unsere Fähigkeiten nicht verlieren. Wir können zurückfordern, was uns genommen wird, wenn wir die Stärken des Menschen neu bestimmen.”

In kleinen Happen und mit einem recht überschaubaren Umfang kommt der neue Wurf daher – hübsch aufbereitet, lesefreundlich – keine Frage. Dennoch fehlt das Runde, es fehlt der Ausweg ein wenig aus der skizzierten Krise: als Denkanstoß (vor allem was das eigene IT-Verhalten betrifft) sehr gelungen.

Getaggt mit , , , , , , , ,

Mein erster Twittwoch – der 7. in München

Zur Einleitung: Was ist der Twittwoch – hier kurz die Charta:

Die sieben Artikel der Twittwoch Charta:

(1) Das Ziel des Twittwoch ist es, Unternehmen, deren Mitarbeiter und Selbständige an Social Media heranzuführen, voneinander zu lernen und sich untereinander auf Augenhöhe auszutauschen.

(2) Die Twittwoch-Community ist unabhängig und überparteilich. Sie wird von einem gemeinnützigen Verein, dem Twittwoch e.V., getragen.

(3) Die Mitwirkung in der Twittwoch-Community steht jedem offen – nicht nur Mitgliedern des Twittwoch e.V.

(4) Jedes Engagement im Rahmen der Twittwoch-Community, sei es als Gastautor, Vortragender, Besucher von Twittwoch-Veranstaltungen oder Mitwirkung an organisatorischen Arbeiten ist gern gesehen, jedoch gleichzeitig stets ehrenamtlicher Natur.

(5) Das Teilen von Wissen und Erfahrung untereinander ist wesentlicher Bestandteil der Twittwoch-Community – weswegen Unterlagen, wie z.B. Präsentationen oder Videos, auch prinzipiell öffentlich gemacht werden müssen.

(6) Sponsoring ist willkommen, sofern selbiges die Ziele der Twittwoch-Community unterstützt sowie deren Unabhängigkeit und Überparteilichkeit achtet.

(7) Die Regionalität der Twittwoch-Community ist eine wertvolle Bereicherung ihrer Kultur und wird – im Einklang mit der Charta – nach Kräften unterstützt.

Diesmal lautete das Programm in München:

  • Thema 1: Menschen, Märkte und Neuronen
  • Thema 2: Insight Google – Wie man mit Search Insight und Trends seine Markenpower misst

Aus Zeitgründen konnte ich mir lediglich den ersten Vortrag anhören, machte richtig Spaß. Beim nächsten werde ich wohl wieder dabei sein – angenehm gemischtes Publikum.

Getaggt mit , , , ,

Trendscouting und zu viel des Guten: Flavors.me

Hier ist seit gestern Nacht meine Flavors.me-Praesenz zu finden. Nicht, dass das etwas braechte. Aber nun ja, was soll man schon sonst um 3 Uhr frueh machen, außer sich mit weiterem digitalen Balast zu belasten…

Und was ist dieses Ungetuem nun wieder? Die Buendelung der Social Media / Social Media-Aktivitaeten! Also, koennte es sein, wenn man mehr Zeit reinsteckt, nehme ich an. Bisher integrierte ich nur einmal meinen Blog und meinen Twitter-Account. But who knows…

Getaggt mit , ,

Tag 1 Barcamp Munich

Um nicht den Rest der Woche krankheitsbedingt auszufallen, muß ich leider auf den zweiten Barcamp Munich-Tag verzichten. Aber Tag 01 war wieder eine gelungene und schöne Chose, die mir Wissen und Lacher gleichermaßen brachte.

Die von mir besuchten Sessions betrafen Audio- und Videopodcasting, Communities, Selbstpräsentation, Google Apps und Usability-Checks. Die Location über zwei Stockwerke in der Messe München war ein wenig kommunikationshinderlich, aber das kann echte Camper nicht abhalten. Essen fein, Leute motiviert – so soll es sein.

Twitter-Menschen folgen übrigens unter #bcmuc.

Getaggt mit , , , , , , , , ,
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.