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Ausstellungsbesuch “Typographie des Terrors”

Eher zufällig stolperten wir gestern bei einem Rundblick durch das Netz auf eine Sonderausstellung im Münchner Stadtmuseum, die wir kurz vor Schließung am Abend besuchten:

Als die “Hauptstadt der Bewegung” bot München dem Nationalsozialismus von Anfang an ein ideologisches Zentrum. Exemplarisch spiegelt sich diese Bedeutung auf Plakaten wider, in denen die Person Hitlers, die Macht des nationalsozialistischen Regimes und die Verheißungen der”Volksgemeinschaft” ins Bild gesetzt wurden. Im Nationalsozialismus übernahmen nahezu sämtliche Plakate die Funktion von politischen Plakaten, die der Bevölkerung die Ziele und Wertvorstellungen der Machthaber ständig vor Augen führten. Sie wurden bewusst zur Inszenierung der Diktatur eingesetzt und sollten Ideologie anschaulich und nicht zuletzt wirksam machen. Die Ausstellung zeigt über 100 Plakate aus unterschiedlichen Bereichen wie Politik, Kultur und Wirtschaft, die zwischen 1933 und 1945 in München zum Anschlag kamen und zumeist auch dort entworfen und gedruckt worden waren. Die Plakate erzählen viel über die historischen Zusammenhänge, in denen sie entstanden sind, über Entwicklungen und Strukturen der nationalsozialistischen Herrschaft sowie über die politisch-gesellschaftlichen Leitbilder, die sie repräsentieren sollten. Sie geben Aufschluss über die Repräsentation der nationalsozialistischen Diktatur und über die damit untrennbar verbundene Gewalt und Vernichtung. (Quelle: Münchner Stadtmuseum)

Die Ausstellung lohnt den Besuch. Allein die Besucherführung ist etwas “verwinkelt”. In gut 60 Minuten gewinnt man packende Eindrücke, erkennt das brutale Geflecht aus Werbung und Ideologie. Den Ausstellungskatalog (336 Seiten Umfang) für rund 40 Euro nahm ich als spätere Lektüre sofort mit. 

 

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