„Watchmen“ ist in aller Munde – und die Diskussionen toben, ob und inwiefern die Verfilmung dem Urstoff gerecht werden kann. Doch auch abseits dieser Pfade lohnt es sich, den Comichändler des Vertrauens zu beehren. Schließlich gibt es zur Zeit wieder jede Menge toller Bände zu entdecken. Mein kleiner Rundblick soll dabei helfen, diese zielsicher aufzustöbern.
„100 Bullets 4: Abservierte leben länger“ ist exzellente Kost. Natürlich macht der Band noch mehr Spaß, wenn man auch die Vorläufer gelesen hat, aber stand-alone bleibt eindeutig ein großer Lesegenuß zurück, die Geschichten greifen ineinander und wirken jederzeit organisch gewachsen und clever konzipiert.
An „The Spirit 3″ habe ich mich mittlerweile richtig gewöhnt; besonders gut gelungen sind die Stellen, an denen Spirit humorvoll mit den Ergebnissen moderner Technologien konfrontiert wird: diesmal Internetsuchmaschinen und das Buchen eines Fluges online.
„Hard Boiled“ ist DIE BOMBE! Dieser Band ist so obszön reichhaltig bebildert – höchst verschwenderisch sind Panels so sehr mit Details angereichert, dass man stundenlang ansehen könnte, ohne den Eindruck gewonnen zu haben, man habe alles entdeckt! Definitive Kauf- und Lesepflicht! Für Sci-Fi Freunde ein ontologischer Moment!
„Iron Man 1“ wirft einen Blick in die US-Volksseele, die Angst vor einem Weltmarkt hat, der amerikanische Patente einfach durch Nachahmung entwertet, nicht anderes als die permanente Angst einer Entindividualisierung steckt dahinter. Schön gezeichnet!
„Conan 9: Auf dem Schlachtfeld geboren“ ist ein schönes Beispiel für ein gelungenes Prequel. Leider geht das nicht selten schief – good strong Conan stemmt sich gegen den Trend. Den meisten Lesern dürfte die Jugend Conans noch am ehesten durch die ersten 10 Minuten des Films bekannt sein, hier wird allerdings ein viel ausführlicheres Bild gezeichnet. Ein gelungener Band.
„Bigfoot“ beweist eindrücklich, dass auch vermeintlich ausgelutschte Themen und Monster ihre Bedrohlichkeit zu bewahren wissen, wenn nur die richtigen Autoren und Zeichner mit im Spiel sind. Crosscult spendiert der Ausgabe zudem einen schönen Essay über den Mythos „Bigfoot“ (moment, ich glaube, ich habe gerade etwas im Garten gehört…)
„Warhammer 40,000 3: Exterminatus“ ist Opferbereitschaft und dunkle Seele pur. Als Liebhaber der Tabletop-Serie (inaktiv!) lese ich diesen Stoff immer wieder gerne und kann ihn daher nur wärmstens empfehlen. Vorsicht: Lebensfreude ist anders.