U wie unheimlich. U wie unabgeschlossen. Trotzdem die richtige Kost für Autofahrten bei Nacht.
U wie unheimlich. U wie unabgeschlossen. Trotzdem die richtige Kost für Autofahrten bei Nacht.
The First Cut is the D E E P E S T….naja, an keiner Stelle wird die bedrohliche Atmosphäre und der bräunliche Retrochick des Originals erreicht. Außerdem gibt es jetzt auch einen lustigen Afroamerikaner (watch out: Er stirbt NICHT zuerst!). Und sonst: ein paar schmerzhafte Stellen gibt es für DVD-Snufftrucker!
So viel vorweg: Auf meiner Ausgabe ist unten rechts das Wörtchen „Analyse“ zu lesen. Es ist falsch. Es ist eine Streitschrift, eigentlich eine Polemik. Aber das macht den Lesestoff nicht uninteressanter. Im Gegenteil, die medienkritischen Töne, die sich über die ca. 230 Seiten leider sehr oft in ihren Gedankengängen und Argumenten wiederholen, lesen sich durchaus amüsant, wenn auch unnötig pessimistisch, manchmal einfach beleidigend. Das Weltbild des Autors als technophob zu bezeichnen, wäre euphemistisch. Als regelmäßiger Videospieler, der durchaus die alten Kulturtechniken zu seinem Vorteil zu nutzen weiß, gleichzeitig aber auch Podcasts hört/produziert und auf facebook & Co herumhängt, jedoch seine Wissenschaftlichkeit davon nicht torpediert sieht, widerspreche ich einigen Passagen/Thesen des Buchs ausdrücklich, aber stets mit einem Lächeln und Sympathie. Eine Sache möchte ich aber zum Schluß dennoch anmerken: An einer Stelle schießt sich der Autor auf die von ihm benannte „Awardisierung“ ein. Zitat: „Auch in der Denkrichtung von awards zeigt sich ausnahmslos die ökonomische Logik des Wettbewerbs. [...] Oft geht es bei diesen Preisen nur um Techno-PR, um ein Zelebrieren des schönen Scheins [...].“ (S.211) So weit so gut. Was stellt man aber fest, wenn man sich den Umschlag des Buches genauer ansieht? Lobende Worte auf der Rückseite von: Professor Konrad Paul Liessman, Philosoph und „Wissenschaftler des Jahres 2006″, Universität Wien. Wenn sich da mal nicht die Katze in den Schwanz beißt.
Zum Inhalt
Bryan Mills (Liam Neeson), ehemaliger Topagent der Regierung, hat sich nach Los Angeles zurückgezogen, um in der Nähe seiner Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) und ihrer gemeinsamen Tochter Kim (Maggie Grace) zu wohnen. Vergeblich bemüht er sich um Kontakt zu der verwöhnten Siebzehnjährigen, die in einer Welt des Luxus lebt, seit Lenore einen reichen Geschäftsmann geheiratet hat. Unter dem Druck von Leonore stimmt Bryan einer Europareise seiner Tochter zu. Kim fliegt mit ihrer Schulfreundin Amanda (Katie Cassidy) nach Paris, wo die beiden Teenager kurz nach ihrer Ankunft in die Fänge von Menschenhändlern gelangen, die systematisch die Aufenthaltsorte junger Touristinnen sondieren. Bryan muss das brutale Kidnapping am Telefon hilflos mit anhören. Ihm bleiben nur 96 Stunden, seine Tochter aus den Fängen der international operierenden Schlepperorganisation zu befreien, bevor sie für immer verschwindet.
Gedanken
Sehr ärgerliche US-Altherren Rachefantasie (im Kleide der Familienzusammenführung): Im widerlich „tolerant-liberalen“ Europa tummeln sich abschaummäßig korrupter Dekadenz-Adel (= frz. Beamte), verbrecherische Albaner (= Immigranten) und jungfrauenvernaschende, fettleibige Ölaraber. Wie gut, dass der Mitarbeiter des Demokratie-Verbandes CIA da mal aufzeigt, wie gefoltert verhandelt wird. Auslandsreisen wird sich seine närrische Tochter jetzt zwei Mal überlegen – lieber schön in der gated community bleiben! Wenn da mal nicht der Arlington Road Nachbar schon nett lächelnd vorbei kommt.
…diese eine Bemerkung: 4 von 14. Okay zwei: 2003 hatte ich noch weniger Gewinner getippt! Na, drei: Das zeugt sicherlich von gutem Geschmack.
Straft mal wieder die Lügen, die manisch wiederholen, „Saw“ hätte das Genre torture porn erfunden. Allerdings: So homoerotisch aufgeladen kam die Sägen-Saga nie daher. Und so bunt schon gar nicht.
Oh, kommunistische Aliens wollen uns unterwandern und anschließend gleichschalten! Doch amerikanische Wissenschaftler sind aus anderem Holz geschnitzt! Ewiges Leben? Telepathische Kommunikation? PAH! Wer braucht denn das? Ein verdammter Colt sorgt für Ordnung!
Das nenne ich einmal eine unschlagbare Kombination: RTL-mäßige Soap trifft auf Goretrash Klasse 1a. Fertig sind über 600 Seiten davon.
Filmspiegel.de gibt bekannt:
Liebe Leser,
Filmspiegel.de ist Geschichte. Nach nun knapp zehn Jahren Tätigkeit hat sich das ursprüngliche Team in alle Winde verstreut, Interessen haben sich erweitert bzw. verschoben und zunehmender Zeitmangel hinterließ deutliche Spuren bzgl. der Aktualität unseres Magazins. Auch unsere neuen Redaktionsmitglieder konnten diesen Mangel auf Dauer schwer kompensieren. Wir nehmen daher einen signifikanten Crash unseres Servers, der viele alte Dateien unrettbar zurückließ, zum Anlass, einen Schlussstrich unter das Projekt Filmspiegel.de zu ziehen. Unsere Kritikentexte blieben jedoch erhalten und wir betreiben die Seite aus archivarischen Gründen weiter. Zur Linken haben Sie daher weiterhin die Möglichkeit, unser Archiv an bestehenden Kritiken zu durchstöbern.
Wir wünschen eine gute Zeit und weiterhin viel Freude am Medium Film.
Ihre Filmspiegel-Redaktion
Für mich als Redakteur, jetzt ehemaliger Redakteur bedeutet dies: Nach etwa vier Jahren Tätigkeit verabschiede auch ich mich vom Filmspiegel. Zukünftig werden Film- und Comic relevante Texte/Besprechungen/Bemerkungen hier im Blog zu finden sein.
In diesem Sinne. Schade ist’s.
„A busload of tourists stops in to visit a small European town. What they don’t know is that the town is completely inhabited by vampires.“ Tja, und die legen dann gleich pseudo-erotisch aufgeladen los! So spitz war (Eckzähne) oder (Vampire) schon lange nicht mehr auf Fleisch. Eindeutig ein Spaß!
Dann naht aber schon ein übler Terminator-Verschnitt. Muskelhannes widersetzt sich seiner Programmierung (Universal Soldier-Motiv, kling, kling, kling) und macht in der Wüste einen auf helfende Hand. „I am a man – I don’t know myself.“). Öder Wüstenritt.